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Hamann war erst vor der Saison von ALBA Berlin nach München gekommen © imago

Die Bayern feiern eine triumphale Punktspielpremiere. Steffen Hamanns Verletzung ist allerdings ein empfindlicher Nackenschlag.

Von Eric Böhm

München - Erfolgreicher Auftakt in die "Mission Aufstieg": Das neuformierte Starensemble des FC Bayern München hat einen beeindruckenden Saisonstart hingelegt.

Der Topfavorit von Star-Trainer Dirk Bauermann gewann am Samstagabend gegen den USC Heidelberg in eigener Halle 97:69 (41:36) und übernahm direkt die Tabellenführung der ProA. Vor allem in der zweiten Hälfte deutete das Team sein Potenzial an.

Aber auch neben dem Parkett war vieles schon erstligareif. Die 3000 Zuschauer verwandelten das Eissportzentrum in einen echten Hexenkessel - auch wenn ihnen der Hallensprecher noch erklären musste, dass sie bei gegnerischen Freiwürfen Lärm machen müssen.

Merklich getrübt wurde die Premiere allerdings durch die Verletzung von Spielmacher Steffen Hamann, der sich kurz vor dem Ende den rechten Mittelfußknochen brach und wochenlang fehlen wird.

Breitner ist Basketball-Fan

Zahlreiche Prominenz war natürlich auch vor Ort. Die beiden Fußballprofis Holger Badstuber und Bastian Schweinsteiger ließen sich ebenso wenig von der Niederlage gegen Mainz abhalten, dem Auftakt beizuwohnen wie Paul Breitner, der den Abend sichtlich genoss.

Sogar Beckham zeigte sich, auch wenn dieser den Nachnamen Wyrick trägt und für Bayern spielt.

"Mir hat ja bereits das Bamberg-Spiel sehr gut gefallen, aber wenn ich auf die Anzeigetafel blicke, dann kann ich nur sagen, so muss es sein. Immer wenn ich im Lande bin, werde ich bei den Spielen vor Ort sein", sagte Breitner nach dem Spiel.

Außerdem outete sich die Bayern-Legende als langjähriger Basketball-Fan: "Ich durfte während meiner Zeit bei Real Madrid bereits erleben, wie faszinierend Basketball ist. Deshalb bin ich froh, dass dieses tolle Sportart bei uns eine neue Heimat gefunden hat."

Heidelberg hält nur eine Hälfte mit

Dabei hätten die Heidelberger fast die Rolle des Spielverderbers eingenommen, zumindest wenn sie so weiter gespielt hätten wie in den ersten beiden Vierteln.

[kaltura id="0_ot93jagr" class="full_size" title="Erfolgreicher Auftakt f r die Bayern"]

Zunächst konnte USC-Coach Torsten Daume mit seinem Team ausgesprochen zufrieden sein. Scheinbar unbeeindruckt von der tollen Atmosphäre traf das Team fast 50 Prozent seiner Würfe und lag zur Pause nur mit fünf Punkten im Rückstand.

Dann allerdings drehten die "Bauermänner" auf und begannen die zweite Hälfte mit einem 11:2-Run. Von da an lief alles wie geschmiert.

Bauermanns Erfolgsrezept

Bauermann war allerdings, trotz der Fehlwürfe von außen, auch mit der ersten Hälfte nicht unzufrieden: "Wir wussten, wir können 40 Minuten hohes Tempo gehen. Wir wussten, die Dreier würden irgendwann fallen. Also wollten wir aggressiv und mutig weiterspielen."

In der Tat gerieten die Bayern nicht in Panik. "Wenn wir mit hoher Intensität verteidigen, werden die Gegner irgendwann müde", umschrieb der Coach das Erfolgsrezept.

Wallace der Topscorer

War es in der ersten Hälfte noch Veteran Darius Hall, der die Bayern mit 15 Punkten in Front hielt, so übernahm nach der Pause Neuzugang Jonathan Wallace das Kommando.

Wallace, der an der renommierten Georgetown University unter anderem mit NBA-Star Jeff Green zusammenspielte, erzielte 18 seiner insgesamt 23 Punkte in den Vierteln drei und vier.

Der Topscorer der Partie, der schon vor 20.000 Leuten am College spielte, zeigte sich von der Kulisse beeindruckt: "Wir Spieler wissen es natürlich zu schätzen, dass die Fans so mitgegangen sind. Selbst 45 Minuten nach dem Spiel singen sie immer noch. Das ist fantastisch."

Genießer Greene

Nationalspieler Demond Greene erzielte zwar nur sechs Punkte, nahm aber Heidelbergs Topscorer James Wright nach der Halbzeit völlig aus dem Spiel.

"Die Nervosität war spätestens nach der Pause weg. Dann haben wir richtig gut gespielt und auch für gute Stimmung gesorgt. Es ist ein tolles Gefühl, der Gejagte zu sein", sagte Greene nach dem Spiel.

Bittere Diagnose für Hamann

Der große Wermutstropfen blieb aber natürlich Hamanns Verletzung. Der Point Guard, der eine überragende Leistung bot und auch ungeahnte Qualitäten als Distanzschütze offenbarte, bekam acht Minuten vor Schluss einen Schlag auf den rechten Fuß und musste das Parkett verlassen.

Im Krankenhaus brachte die Untersuchung Gewissheit: Der rechte Mittelfußknochen ist gebrochen. Damit wird der Nationalspieler bei der "Mission Aufstieg" voraussichtlich sechs Wochen nicht zur Verfügung stehen.

"Ich bin natürlich unendlich traurig", sagte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Die Diagnose sei "hart zu schlucken, aber ich schaue nach vorne und werde gestärkt zurückkommen".

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