vergrößernverkleinern
Dirk Bauermann trainierte von 2001 bis 2008 die Brose Baskets Bamberg in der BBL © getty

Nach der ersten Pleite des FCB bei den "verrückten Franken": Dirk Bauermann erträgt die Häme und bleibt betont gelassen.

München - Dirk Bauermann stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, als 3000 "verrückte Franken" (Bauermann) die Würzburger Arena zum Partyzelt machten.

Der Trainer der Zweitliga-Basketballer von Bayern München ahnte, was ihn nach der 55:63 (27:29)-Niederlage bei den Würzburg Baskets erwarten würde: eine gewisse Häme des Siegers, der den Top-Favoriten bezwungen hatte.

Trotz der Enttäuschung: Die erste Pleite am 6. Spieltag soll laut Bauermann nur ein kleiner Rückschlag auf dem Erfolgsweg der "Bayern-Riesen" in die Bundesliga sein. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es wäre vermessen zu glauben, durch diese stark besetzte Pro A ungeschlagen durchzumarschieren. Unser Ziel ist durch diese Niederlage nicht gefährdet", sagte der 52 Jahre alte Trainer.

Bayern ohne "Dusel"

Immerhin hatten die Münchner einen 3:10-Rückstand bis zum dritten Viertel auf 37:31 drehen können.

Doch weder die Erfahrung von insgesamt über 1400 Erstliga-Einsätzen noch der sprichwörtliche "Bayern-Dusel" konnten die ersatzgeschwächten Münchner vor der ersten Saisonniederlage bewahren.

Würzburg entschied das Spiel von der Freiwurflinie und zog in der Tabelle an den jetzt auf Rang vier abgerutschten Bayern vorbei.

"Ein schwerer Gang"

"Würzburg hatte die bessere Intensität und hat verdient gewonnen", gab Bauermann zu.

Sein Team hingegen habe schwer in die Partie gefunden und ohne die verletzten Nationalspieler Demond Greene und Steffen Hamann nicht von der eigenen Erfahrung profitieren können.

Es sei aber schon vorher jedem klar gewesen, "dass es ein schwerer Gang werden würde", sagte Bauermann.

Knapper Sieg gegen Chemnitz

Leise Töne vom Top-Ligafavoriten Bayern München.

Geschätzte zwei Millionen Euro hatte der Verein vor der Saison in die Abteilung gesteckt, das anfängliche Selbstbewusstsein schien aber schon nach dem knappen 63:60-Erfolg am vorvergangenen Wochenende gegen Chemnitz zu bröckeln.

Dass die Liga Spaß daran haben würde, die Münchner Millionen-Jungs zu ärgern, war schon vor der Saison klar.

"Meilenstein" für Würzburg

Würzburgs Geschäftsführer Jochen Bähr sprach nach dem Sieg von einem "Meilenstein der Klubgeschichte. So etwas wie heute hat es noch nicht gegeben."

Bayerns Weg wird nicht leichter werden.

Optimismus verleiht den Bayern nach dem ersten Misserfolg aber die Aussicht auf das kommende Heimspiel am Samstag (19.30 Uhr) gegen die ETB Wohnbau Baskets aus Essen - den Tabellen-Vorletzten.

Bauermann freut sich aufs "Wohnzimmer"

Dort will Bauermann von der Stimmung im eigenen "Wohnzimmer" profitieren.

Dass die Atmosphäre im umgebauten Eisstadion zunehmend an die in namhaften Basketball-Adressen erinnert, dürfte vor allem Präsident Uli Hoeneß freuen.

Dessen schlimmste Befürchtung, das Großprojekt könnte in Münchens fußballaffiner Bevölkerung womöglich keine Begeisterung entfachen, hat sich bisher nicht bewahrheitet.

Auch spielerisch sollten sich die Münchner Korbjäger deshalb schnell wieder berappeln: Bayern-Fans sind immerhin erfolgsverwöhnt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel