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Jonathan Wallace kam 2010 vom D-League- Klub Rio Grande Valley Vipers nach München © getty

Die Münchner stürmen dank Würzburgs Blamage beim Schlusslicht und sturen Merlins an die ProA-Spitze und expandieren auf Probe.

Aus München berichtet Michael Spandern

Die beiden Nationalspieler lange außer Gefecht, der Top-Rebounder ebenfalls verletzt - doch auch den Grand ohne Drei beherrscht der FC Bayern meisterhaft.

Ohne Steffen Hamann, Demond Greene und Beckham Wyrick stürmten die Münchner durch den 91:65 (45:33)-Sieg über die Crailsheim Merlins zurück an die Spitze der ProA, da Schlusslicht Paderborn die Bayern-Bezwinger Würzburg mit 85:76 (34:32) blamierte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Franken rutschten durch ihre zweite Saisonschlappe auf den dritten Platz - punktgleich mit den zweitplatzierten GiroLive-Ballers Osnabrück.

Testweise 550 Stehplätze zusätzlich

Die Vorfreude aufs nächste Heimspiel gegen die Osnabrücker am dritten Advent heizten die Bayern mit einer frohen Kunde für ihre Fans an.

Denn fürs Topspiel expandieren sie auf Probe und erweitern die Kapazität der bisher stets ausverkauften Olympia-Eishalle um 550 Stehplätze auf dann 3750 Plätze. Die zusätzlichen Karten sind am Montag im Vorverkauf.

"Nach dem Spiel werden wir uns Feedback von den Zuschauern einholen und prüfen, ob dies eine dauerhafte Lösung sein kann", ließ Geschäftsführer Thomas Oehler wissen.

Hamann-Comeback rückt näher

"Wir können zu diesem Zeitpunkt sehr zufrieden sein", sagte Trainer Dirk Bauermann angesichts von acht Siegen aus neun Spielen trotz aller Personalprobleme, "aber noch mehr mit dem, was drumherum passiert."

Wenn nach seinem Mittelfußbruch DBB-Spielmacher Hamann zurückkehrt, dessen Konterfeit bereits das Plakat fürs Osnabrück-Spiel ziert, werde das Leistungsniveau des Zweitliga-Krösus noch mal "immens" steigen, glaubt Bauermann.

Er fügt aber an: "Wir brauchen keinen Messias, sondern jemanden, der sich integriert". Zumal auch gegen die Merlins die Playmaker-Position alles andere als ein wunder Punkt des FCB war.

Lob und Tadel für Doreth

Jonathan Wallace war mit 19 Punkten, sechs Rebounds und sechs Assists der beste Akteur der Gastgeber, sein Backup Bastian Doreth kam auf 14 Zähler und vier Vorlagen.

"Basti hat sich hervorragend entwickelt und Selbstvertrauen gewonnen", lobte sein Coach, um jedoch einzuschränken: "Strategisch ist noch eine Menge Luft nach oben, gerade am Ende eines Viertels."

Während Doreth vier seiner fünf Dreierversuche verwandelte, versenkte Nachverpflichtung Robert Garrett (ebenfalls 14 Punkte) drei von sechs. Insgesamt hatte der FCB eine Wahnsinns-Quote von 54 Prozent.

"Gute Werfer rekrutiert"

Bauermann schrieb dies auf SPORT1-Nachfrage auch sich selbst zu: "Bei der weiter nach hinten verlegten Dreierlinie muss man umso stärker darauf achten, dass man gute Werfer rekrutiert."

Dabei sei Artur Kolodziejski, "einer der besten Werfer im Profibasketball" noch gar nich heiß gelaufen - 9 von 25 Distanzwürfen traf der Ex-Bonner in dieser Saison.

Doch auch so war der Teambasketball der Münchner (23 Assists) zu viel für die Merlins, die nach Chad Prewitts Dreier zum 24:11 in der neunten Minute bereits endgültig abgehängt waren.

Nun zwei Auswärtsspiele

Hauptgrund war, dass die Gäste stur dabei blieben, den Ball zu einem ihrer Amerikaner zu geben und diesem bei einer Einzelaktion zuzuschauen.

"Ich weiß auch nicht, warum sie sich darauf versteift haben", ärgerte sich Coach Ingo Enskat und bescheinigte dem Tabellen-13. "eine schlechte Teamleistung".

Für die Bayern geht es nun zweimal auswärts beim Ex-Erstligisten BG Karlsruhe und beim Tabellenfünften Saar-Pfalz Braves weiter. "Da wollen wir zumindest ein Spiel gewinnen", versucht sich Bauermann kurz in Bescheidenheit. "Aber selbst wenn das nicht gelingt, werden wir am Ende Meister."

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