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Siegerjubel: Das 17 Jahre alte Center-Talent Bogdan Radosavljevic © imago

Der FC Bayern hat seine erste Saisonniederlage bestens verdaut und sich mit einem Kantersieg gegen Essen zurückgemeldet.

Von Michael Spandern

München - Der Spitzenreiter spielte rund 520 Kilometer weiter nördlich gegen den Zweiten, doch der FC Bayern beanspruchte alle Aufmerksamkeit für sich.

"Am Ende stehen wir eh vorne", gab Dirk Bauermann den Journalisten eine Titelgarantie, die auf ihren Smartphones das 105:100 nach zwei Verlängerungen des neuen ProA-Tabellenführers Würzburg bei den GiroLive-Ballers Osnabrück verfolgten.

Der Trainer genoss den überlegenen 99:61-Erfolg der Münchener gegen den überforderten Vorletzten ETB Essen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Er genoss auch die Atmosphäre in der heimischen Olympia-Eishalle, wo sein teures Team eben nicht so "feindselig" beschallt wurde wie bei der ersten Saisonpleite in Würzburg sieben Tage zuvor.

Keine Videoanalyse der Würzburg-Pleite

Nun aber ist der FCB zurück. Mit dem genesenen Artur Kolodziejski, der den 22:4-Zwischenspurt zu Anfang des zweiten Viertels befeuerte, mit dem erstarkten Robert Garrett und mit dem höchsten Sieg dieser Spielzeit.

"Die Mannschaft wollte eine Antwort geben", berichtete Bauermann. Sie lautete: Die Bayern haben den Rückschlag von Würzburg abgehakt. Aufarbeitung? Sei nicht mal nötig gewesen.

"Ich wollte dieses Spiel bewusst nicht überanalysieren, nicht Video schauen, sondern intensiv arbeiten", fühlte sich der Coach in der FC-bayrischen Mir-san-mir-Haltung bestärkt.

System-Offense bis zum Ende

Da half es natürlich, dass Jonathan Wallace seine Treffsicherheit wiederfand: In nicht mal 24 Minuten avancierte der Playmaker, den Bauermann für den besten Spieler der Liga hält, mit 17 Punkten zum Topscorer der Gastgeber und verteilte zudem fünf Assists.

Ein Sonderlob erhielten auch der nur sechs Minuten eingesetzte Center Darius Hall und Ersatz-Spielmacher Bastian Doreth.

Sie hätten "großartige Energie" von der Bank gebracht und die Bayern strategisch geerdet. Nach wilden Anfangsminuten wurden bis zuletzt die Offensiv-Systeme durchexerziert, auch wenn der Hallensprecher lautstark zur Jagd auf die 100 Punkte aufrief.

Solidaritätsgruß an van Gaal

Bauermann wünscht sich wie zu Meisterzeiten in Bamberg nur nach Ballgewinnen Fast-Breaks.

"Wir wissen ja vom Fußball, wie wichtig Ballbesitz ist", sandte er einen Solidaritätsgruß an den Vereinskollegen Louis van Gaal.

Viele freie Würfe und stolze 25 Assists gaben ihm am Samstagabend Recht. "Wir haben die Menschen begeistert", stellte er fest. "Und keiner hat sich verletzt."

Allerdings löste der vierte Heimsieg beim ewigen Favoriten "eher Erleichterung als übergroße Freude" aus, gestand der Trainer ein.

Referees befremden Bauermann

Überbordender Freude standen für Bauermann auch die Unparteiischen im Weg. Die machte er für den 4:12-Fehlstart der Bayern mitverantwortlich.

Es sei schwierig für ihn, von der WM, bei der die weltbesten Schiedsrichter im Einsatz sind, in die ProA zu kommen, leitete er seine geharnischte Schelte ein.

Doch indem die Herren Küchler, Pichl und Kurshumljja nach zwölf Sekunden eine für ihn absolut regelkonforme Sperre von Aleksandar Nadjfeji als Offensiv-Foul ahndeten, ihre strenge Linie aber nicht durchhielten, hätten sie "verhindert, dass das Spiel irgendeinen Rhythmus findet", polterte Bauermann und ergänzte: "Das ist mir fremd."

Ein Grund mehr für den 52-Jährigen, mit aller Macht in die ihm vertrautere Beko BBL zu drängen.

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