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Dirk Bauermann (l.) holte mit Deutschland und Dirk Nowitzki bei der EM 2005 Silber © imago

Dirk Bauermann spricht über die neu entfachte Basketballbegeisterung in München und das Interesse an Dirk Nowitzki.

Von Michael Spandern

München - Mit dem Nationalteam die Olympia-Qualifikation schaffen, den FC Bayern möglichst in die Bundesliga und auch in den europäischen Wettbewerb führen.

Dirk Bauermann, der derzeit als Trainer für den Münchener Klub und die DBB-Auswahl verantwortlich ist, hat sich für 2011 ambitionierte Ziele gesetzt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In der Pro A läuft es für den 53-Jährigen nach Plan - mit 13 Siegen aus 14 Spielen befindet sich der FCB auf Aufstiegskurs.

Ob er die Doppelfunktion aber überhaupt bis zum Ende des Jahres ausfüllen darf, ist noch fraglich.

Im ersten Teil des großen Interviews mit SPORT1 spricht Bauermann über Basketballbegeisterung in München, die Erwartungen von Uli Hoeneß und ein mögliches Engagement von Dirk Nowitzki.

SPORT1: Herr Bauermann, Sie haben mit dem FC Bayern 13 Siege in 14 Spielen eingefahren (DATENCENTER: Ergebnisse ProA). Ist der schwierigste Teil der Mission Aufstieg schon geschafft?

Dirk Bauermann: Wir sind auf jeden Fall mit großen Schritten in die richtige Richtung gegangen. Sportlich ist die Situation relativ komfortabel. Und das ist umso erfreulicher, weil wir uns nach den Verletzungen der Nationalspieler so stabilisieren konnten.

SPORT1: Das Projekt Bayern hat nicht nur einen kurzen Hype, sondern ein andauerndes Interesse ausgelöst. Sind Sie überrascht?

Bauermann: In dieser Konstanz und Nachhaltigkeit überrascht mich das schon. Ich fand die Zielformulierung des Vizepräsidenten Bernd Rauch, 2000 + x Zuschauer, sehr mutig für einen Pro-A-Ligisten. Die Halle ist zwar gut, aber kein richtiges "Basketball-Schmuckkästchen". In einer Stadt, die vor allem eine Fußball-Stadt ist, in allen Heimspielen mit über 3000 Fans ausverkauft zu sein, ist sicher mehr, als man erwarten durfte.

SPORT1: Würde der FCB, falls auch die Partie gegen Würzburg in der Olympiahalle ausverkauft ist, in der nächsten Saison ganz in die Olympiahalle wechseln?

Bauermann: Es gibt da einige Modelle, die wir diskutieren, und da muss man mal abwarten. Die Entscheidung muss, sobald sie einmal getroffen ist, auch richtig sein. Sie ist aber bei Bernd Rauch und Uli Hoeneß in den besten Händen.

SPORT1: Der Tabellendritte hat bereits vier Niederlagen mehr auf dem Konto. Wann fangen die Planungen für die Beko BBL an?

Bauermann: Wir haben ausgemacht, dass wir noch bis Mitte Februar abwarten. Wenn wir weiter so erfolgreich sind, werden wir in die Planung gehen. So kurzfristig wie vor dieser Saison geht das bei der Bundesliga sicher nicht. Da brauchen wir mehr Zeit.

SPORT1: Vor der Saison haben Sie Beckham Wyrick und Bastian Doreth aus Bamberg geholt. Auch Demond Greene, Steffen Hamann und Robert Garrett haben bereits bei den Brose Baskets gespielt. Müssen die Bamberger nach dieser Spielzeit um ihre Leistungsträger zittern?

Bauermann: Es ist zu früh, darüber nachzudenken. Für uns ist es erstmal wichtig, gut ins neue Jahr zu starten. Im Profi-Sport steht man immer mit einem Bein am Abgrund und darf sich nur auf das nächste Ziel konzentrieren, und das ist momentan, den Vorsprung auf die Nicht-Aufstiegsplätze zu vergrößern. Falls der Entschluss fällt, wir zünden die zweite Stufe der Rakete und legen jetzt richtig los, werden wir schauen, welcher Spieler zu uns passt.

SPORT1: Klingt ja, als gäbe es noch Zweifel? Uli Hoeneß sagt doch, er wolle die Bayern bald auch auf der europäischen Bühne sehen?

Bauermann: Da gibt es klar zwei Optionen. Die eine ist, man lässt es bleiben. Und danach sieht es im Moment überhaupt nicht aus. Im Moment sind alle Ziele übererfüllt, die Halle ist ausverkauft, die Mannschaft ist Spitzenreiter und spielt einen guten Basketball, der den Menschen Spaß macht. Die Akzeptanz im Verein ist sehr groß, auch bei den Fußballern. Sogar Karl-Heinz Rummenigge hat uns bei der Jahreshauptversammlung viel Glück gewünscht, das ist doch ein tolles Zeichen. Wenn wir es weitermachen, dann natürlich richtig. Der FC Bayern darf keine Fahrstuhlmannschaft sein. Von welchen Zeiträumen wir reden, muss man besprechen. Da warten wir erstmal ab.

SPORT1: Im Herbst droht ein Lockout in der NBA und Dirk Nowitzki könnte unverhofft einige Wochen Zeit haben, in Deutschland zu spielen. Haben Sie ihm gesagt, dass immer ein Trikot des FCB bereit liegt?

Bauermann: Das ist gar keine Frage. Natürlich liegt für Dirk immer ein Trikot bereit. Aber man muss die Kirche im Dorf lassen. Wir spielen momentan in der ProA, und auch wenn die Zukunft rosig aussieht, empfehle ich allen Beteiligten, sich auf die nächsten Aufgaben zu konzentrieren und sich nicht um Dirk Nowitzki zu kümmern. Wenn etwas passiert, muss man darüber nachdenken, aber bis dahin fließt noch so viel Wasser die Spree, die Regnitz und auch die Isar herunter. Es ist alles möglich.

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