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Uli Hoeneß (l.) spielte zu Schulzeiten in Ulm selbst Basketball © getty

Der Bayern-Präsident gibt dem Basketball-Projekt volle Rückendeckung und blickt schon in die Zukunft. Eine Bedingung stellt er.

Von Philipp Langer

München - Uli Hoeneß treibt in München das Basketball-Projekt weiter voran.

"Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir schauen, wie es läuft und dann im Winter entscheiden, ob wir unser Engagement fortsetzen", sagte Hoeneß in der "Bild am Sonntag".

Die Entscheidung ist keine große Überraschung: "Die Tendenz ist nun ganz klar, dass wir weitermachen", erklärte der Bayern-Präsident.

Denn für das ausgegebene Ziel für diese Saison, der Aufstieg in die Beko BBL, liegen die Bayern voll auf Kurs.

Nach 14. Spieltagen belegt das Team von Trainer Dirk Baumann mit 27 Punkten Platz eins in der Pro A. Lediglich am 6. Spieltag setzte es gegen den aktuellen Tabellenzweiten, die s.Oliver Baskets Würzburg, eine 55:63-Niederlage. (DATENCENTER: Die Pro A)

"Gescheit oder gar nicht"

Mit dem Aufstieg wären die Ziele von Uli Hoeneß jedoch längst nicht erreicht.

"Ich habe gehört, dass man pro Saison sechs bis acht Millionen Euro braucht, um um die Meisterschaft mitspielen zu können. Das wäre für uns zu stemmen", wagte er eine Kampfansage und bekräftigte:

"Wenn ich etwas mache, dann mache ich es gescheit - oder gar nicht."

Volles Vertrauen in Bauermann

Dennoch weiß der Vorsitzende des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG nur allzu gut, dass der Aufstieg auch einige Probleme mit sich bringt.

Head Coach Bauermann ist in Personalunion auch als Bundestrainer tätig. Doch darf der 52-Jährige laut Verband nicht die Nationalmannschaft und zusätzlich einen Erstligisten betreuen.

"Für uns steht und fällt das Projekt mit Dirk Bauermann. Wenn wir weitermachen, dann nur mit ihm. Ich hoffe, dass wir eine Lösung mit dem Verband finden", erklärte Hoeneß.

Allerdings scheint der Präsident die Lösung schon parat zu haben: "Sollten wir das nicht schaffen, so müssen wir Bauermann überreden, dass er nur noch für den FC Bayern arbeitet. Ich glaube nicht, dass sich Bauermann gegen uns entscheiden wird!"

Fußball bleibt die Nummer eins

Trotz der ehrgeizigen Pläne hat Hoeneß noch nicht endgültig das Basketball-Fieber gepackt: "Zum Basketball muss sich bei mir erst noch eine emotionale Ebene entwickeln. Aber das wird."

Es verwundert demnach nicht, dass sich Hoeneß' Wünsche für 2011 auf zwei Sportarten verteilen.

"Ein Traum wäre es, wenn die Basketballer aufsteigen und die Fußballer die Champions League gewinnen", sagte der 58-Jährige.

Der Traum von Nowitzki

Einen weiteren Traum hat Hoeneß auch noch nicht aufgegeben, wie er der "Bild am Sonntag" verriet - den von Dirk Nowitzki. Natürlich sei es die 1-A-Lösung, wenn der beste deutsche Basketballer das Bayern-Trikot überstreifen würde, sagte Hoeneß: (Bauermann im Interview: "Für Dirk liegt ein Trikot bereit")

"Aber das könnte nur klappen, wenn in der NBA wirklich in der nächsten Spielzeit gestreikt wird."

"Die Stimmung ist einfach geil"

Ob mit oder ohne Nowitzki: Bei einem Aufstieg wird die Euphorie in München sicherlich weiter steigen. Schon jetzt ist die Halle mit 3750 Zuschauern regelmäßig ausverkauft.

Zum Top-Spiel gegen Würzburg ist sogar ein Umzug in die Olympiahalle geplant - dort hätten 8000 Zuschauer Platz.

"Die Stimmung in der Halle ist einfach geil!", bestätigt auch Hoeneß, fügt jedoch an: "Die Ideallösung wäre, dass München die Olympischen Spiele 2018 bekommt und dann eine neue Halle gebaut werden muss, die wir dann nutzen."

Nach einem frühzeitigen Ende der Basketball-Pläne hört sich das wahrlich nicht an.

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