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Philip Zwiener (l., gegen Andrew Drevo) steht bei 14 Punkten pro Partie für die TBB Trier © getty

Philip Zwiener spricht im SPORT1-Interview vor dem Allstar Game über sein Show-Können, die Zeit bei ALBA und Triers Nachtleben.

Von Michael Spandern

München - Vom Zuschauer zum Stimmenkönig: War Philip Zwiener in seinen vier Beko-BBL-Spielzeiten weder von den Fans noch von den Trainern fürs Allstar Game nominiert, heimste der 25-Jährige nun den Löwenanteil der Stimmen ein.

Und das Timing stimmt: Zwiener ist bei seiner Premiere zugleich der Local Hero, da das Kräftemessen zwischen Nord und Süd (Sa., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Trier über die Bühne geht.

Der Wechsel von Berlin nach Trier hat sich ausgezahlt: für den Small Forward, der vom ALBA-Bankdrücker zum zweitbesten deutschen Scorer der Liga avanciert ist. Und für die TBB, die mit 20:18 Punkten mehr als wunschgemäß dasteht. (DATENCENTER: Tabellen und Ergebnisse)

Im Interview mit SPORT1 spricht Zwiener über seine Show-Qualitäten, seinen Ex-Trainer Luka Pavicevic und Triers Nachtleben. Außerdem erklärt er, warum er einen besonderen Wurf im Repertoire hat.

SPORT1: Herr Zwiener, Sie stehen kurz vor Ihrem ersten Allstar Game. Sind Sie aufgeregt oder gehen Sie das ganz relaxed an?

Philip Zwiener: Ich bin schon ein bisschen aufgeregt. Das wird ein Riesenspektakel - und das vor eigenem Publikum. Ich freue mich wahnsinnig darauf.

SPORT1: In den Vorjahren nicht gewählt, nun mit 33,9 Prozent den größten Anteil der Stimmen auf sich vereint: Wie erklären Sie sich den Umschwung?

Zwiener: Bei ALBA habe ich nicht so viel Spielzeit bekommen. In meinem jetzigen Verein gibt mir der Trainer mehr Vertrauen. Das tut mir natürlich gut, das gibt mir Selbstvertrauen.

SPORT1: Ist die Wahl eine weitere Bestätigung, dass es richtig war, ALBA zu verlassen?

Zwiener: Ich fühle mich natürlich geehrt, dass mich die Fans gewählt haben. Aber auch ohne die Wahl weiß ich, dass der Wechsel der richtige Schritt für mich war. Ich habe fünf Jahre in Berlin gespielt. Es war eine schöne Zeit, aber ich wollte einen neuen Schritt machen.

[kaltura id="0_1yeid3nr" class="full_size" title="Der Allstar Day 2011"]

SPORT1: Welche Aspekte Ihres Spiels haben sie nach dem Wechsel zu Trier verbessern können?

Zwiener: Man wächst mit seiner Rolle, wenn man Verantwortung übernehmen muss. Doch es gibt einiges, das ich noch verbessern muss: zum Beispiel stabil zu sein, wenn es mal nicht so gut läuft. Aber ich bin derselbe Spieler wie vor einem halben Jahr, nur dass ich jetzt Vertrauen bekomme.

SPORT1: Welchen Stellenwert hat das Spiel? Wollen Sie das Rampenlicht als Local Hero nutzen, um weiter auf sich aufmerksam zu machen?

Zwiener: Ich bin froh, dass ich bei den Allstars dabei sein kann, aber ich bin nicht der Typ, der sich gleich in den Vordergrund spielen will. Ich werde jede Sekunde genießen, die ich auf dem Feld stehe, und das Spiel auf mich zukommen lassen. Wenn sich eine spektakuläre Aktion anbietet, werde ich vielleicht etwas ansetzen.

SPORT1: Beim Dunking-Wettbewerb ist Ihr Trierer Teamkollege John Bynum mit von der Partie. Können Sie da nicht bei einigen Kunststücken assistieren?

Zwiener: Ich bin leider nicht der beste Passgeber und auch kein Showmaster, aber ich bin mir sicher, John lässt sich da etwas einfallen.

SPORT1: Machen Sie denn privat etwas gemeinsam?

Zwiener: Wir im Team verstehen uns generell alle sehr gut und treffen uns auch, um an der Playstation zu spielen. Ab und zu gehen wir etwas essen oder trinken einen Kaffee. Kürzlich sind wir zum Allstar Game in Luxemburg gefahren.

SPORT1: Sie sind Topscorer bei der TBB, sind sie auch der Beste an der Playstation?

Zwiener: Ich hab mir erst 2010 eine Playstation gekauft und bin noch nicht so gut. Die anderen haben da mehr Übung und sind deutlich besser.

SPORT1: Wer ist der Beste?

Zwiener: Oliver Clay ist schon ein Naturtalent, der hat das in die Wiege gelegt bekommen.

SPORT1: In der NBA freuen sich die Spieler, am All-Star-Weekend richtig einen drauf zu machen. Was geht rund ums Allstar Game der Beko BBL ab, und welche Tipps haben Sie für das Trierer Nachtleben?

Zwiener: Natürlich wird das Allstar Game ein Event, da geht es nicht nur ums Spiel. Nach dem Spiel haben die Veranstalter eine große Party geplant, die steigt in der Arena. Da können wir gemeinsam feiern.

SPORT1: Und wer danach noch nicht genug hat?

Zwiener: Da gäbe es noch das Forum, eine Studentendisko, und das A1, aber an dem Abend sollte man am besten in der Arena bleiben.

SPORT1: Die TBB ist punktgleich mit dem Tabellenachten Göttingen. Wie realistisch ist das Erreichen der Playoffs?

Zwiener: Wir sind natürlich froh, wie die Saison bisher gelaufen ist, aber wir sind auch vorsichtig. Vor der Saison hat jeder gemeint, dass wir absteigen. Jetzt stehen wir so gut in der Tabelle da und plötzlich sprechen alle von den Playoffs. Wir dürfen jetzt nicht abheben, sondern müssen weiterhin kämpfen und alles geben.

SPORT1: Der nächste Pflichtspielgegner heißt ALBA Berlin. Haben Sie das Bedürfnis, Ihrem alten Trainer Luka Pavicevic zu zeigen, dass Sie mehr als neun Minuten pro Spiel verdient gehabt hätten?

Zwiener: Ich werde versuchen, mein Bestes zu geben, aber nicht, um Luka Pavicevic etwas zu zeigen. Natürlich hätte ich am Ende lieber häufiger gespielt, aber der Trainer ist leider der Chef, und da muss man sich als Spieler unterordnen. Ich schätze Pavicevic als Trainer sehr, er ist ein guter Typ und hat mir viel beigebracht. Ich würde nie etwas Schlechtes über ihn sagen.

SPORT1: Und etwas Positives?

Zwiener: Er ist ein Theoretiker und hat sehr viel Ahnung, wie man Pick-and-Roll spielt, wie man verteidigt, welche Optionen die Spieler in der Offensive haben.

SPORT1: Aber den Floater, den Sie gerne und gekonnt hoch über die Verteidiger in den Korb werfen, haben Sie nicht von Pavicevic gelernt?

Zwiener: Das war eher eine gezwungene Sache. Ich war nie der Größte oder der beste Athlet, deshalb musste ich mir etwas einfallen lassen, damit die Würfe nicht geblockt wurden. Deshalb habe ich sie so hoch geworfen wie möglich. Das hatte ich dann einfach irgendwann drauf.

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