vergrößernverkleinern
Dirk Bauermann ist seit 2010 Trainer des FC Bayern München © getty

Dem FC Bayern steht in der ProA die heißeste Phase der Saison bevor. Ein Nowitzki-Wechsel bleibt für Bauermann Spekulation.

Von Lars Ellenberger

München ? Playoffs gibt es in der ProA nicht - nach 30 Spieltagen ist Schluss.

Doch schon einige Wochen vor dem Saisonende sind sich alle einig: Einer der beiden Aufsteiger in die Beko BBL wird FC Bayern München heißen.

Daran würde auch eine Post-Season nichts ändern - zu dominant tritt das Team von Dirk Bauermann bisher auf, spielt quasi in einer eigenen Liga.

Jetzt stehen die "Bauermänner" vor zwei richtungsweisenden Spielen: Am Samstag (19.30 Uhr) beim Dritten in Chemnitz, eine Woche später gegen den bisher einzigen Bayern-Bezwinger aus Würzburg.

"Ab jetzt gewinnen wir alles", zeigt sich Bauermann siegessicher. Aber ein Triumph über die Überraschungsmannschaft der Liga ist alles andere als selbstverständlich. (DATENCENTER: ProA)

"Unangenehm, aggressiv, gallig und sie können uns wehtun"

Der Bayern-Coach und Bundestrainer in Personalunion kennt gleich mehrere Gründe, warum es gegen den BV Chemnitz 99 "keinen Schönheitspreis zu gewinnen gibt. Aber wenn es schmutzig wird, müssen wir hässlich gewinnen."

Gerade deshalb ist Bauermann froh, wieder auf Darius Hall setzen zu können. Im letzten Heimspiel gegen Rhöndorf kam das Kraftpaket angeschlagen nicht zum Einsatz, hielt sich aber während der gesamten Spielzeit auf seinem Fahrrad-Ergometer hinter der Auswechselbank warm.

Jetzt soll der 37-Jährige Hall wieder die Zone dominieren. "Die kleinen Spieler werden sich dreimal überlegen ob sie in die Zone ziehen, oder besser von außen werfen", so Bauermann.

Bayern-Gen entdeckt

Die Fans der "Niners" überlegen jedenfalls nicht, ob sie zum Spiel gegen den Ligaprimus in die Halle strömen.

Wenn der Bundestrainer seine Nationalspieler Steffen Hamann und Demond Greene mitbringt, ist es nicht mal übertrieben, vom "größten Ereignis der Chemnitzer Basketball-Geschichte" zu sprechen.

Alle Gegner wollen den großen FC Bayern schlagen. Und Shooting Guard Artur Kolodziejski sieht noch weitere Parallelen zu den Fußball-Brüdern: "Auswärts fliegen uns nicht gerade die Herzen zu."

Kein Grund für den 31-Jährigen, Angst zu zeigen: "Jetzt ist Crunchtime. Jetzt gilt's".

[kaltura id="0_y74ik6en" class="full_size" title="Das Allstargame 2011"]

Spiel des Jahres für die Bauermänner

Auch wenn Dirk Bauermann nur von Spiel zu Spiel denkt - für das Münchner Umfeld stellt das Chemnitz-Spiel nur das Aufwärmen für das wichtigste Spiel der Saison dar.

Denn eine Woche später werden die s.Oliver Baskets aus Würzburg zu Gast sein.

Die Franken haben dem FCB als bisher einziges Team eine Niederlage beigebracht. Für die große Revanche wurde eigens die Olympiahalle reserviert, alle 12.200 Karten sind längst verkauft.

Verlässt der FC Bayern das Parkett bei beiden Spielen wie erwartet als Sieger, ist der Aufstieg nur noch reine Formsache. Mindestens sechs Siege Vorsprung wären es dann auf Platz drei, den ersten Nichtaufstiegsplatz.

Nowitzki kein Thema

Den Aufstieg klar vor Augen, steht ein Wechsel von Dirk Nowitzki in die bayerische Landeshauptstadt bislang nur nebulös zur Debatte.

"Das wäre ein großartiger Schritt für den deutschen Basketball. Aber im Moment macht es keinen Sinn, darüber zu spekulieren", hält sich Bauermann an die übliche Redensart.

Selbst wenn es in der NBA nächste Saison zur Aussperrung käme, stünde ein Nowitzki-Wechsel nach Europa noch vor einigen Hindernissen. So müssten die NBA-Profis eine Freigabe von ihren Vereinen vor Gericht durchsetzen.

"Dirkules" ins Reich der Mitte?

Im Streit um die Spielergehälter treffen sich Klub-Besitzer und Spielergewerkschaft rund um das All-Star-Game am 20. Februar. Nowitzki hält eine Einigung in Los Angeles für möglich.

Bis dahin interessiert ihn aber nur ein einziges Ziel: der Titel in der NBA.

Fragen nach einem europäischen Intermezzo entgegnet er flapsig: "Vielleicht gehe ich nach China und spiele dort. Oder nach Südamerika."

Fakt ist aber, dass der 34-Jährige seinem vom NBA-Alltag geforderten Körper ein Jahr ohne Spielpraxis nicht antun kann. Ohne Titel kein Karriereende.

Und so dürfen die BBL-Teams und deutsche Fans weiter von ihrem "German Wunderkind" träumen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel