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Darius Hall wechselte 2010 von den Artland Dragons zum FC Bayern © getty

Der FCB nimmt vor Rekordkulisse Revanche an Würzburg, verspielt aber fast 22 Punkte Vorsprung. Bauermann lobt seine Spielern.

Von Michael Spandern

München - Die Basketballer des FC Bayern München können den Aufstiegschampagner langsam, aber sicher kalt stellen.

Das Team von Coach Dirk Bauermann landete im Spitzenspiel der ProA gegen die s.Oliver Baskets Würzburg einen 82:75 (45:28)-Erfolg und hat bei neun noch ausstehenden Begegnungen bereits vier Siege Vorsprung auf die weiter zweitplatzierten Würzburger.

Der Tabellendritte aus Chemnitz hat bereits sechs Niederlagen mehr auf dem Konto (DATENCENTER: ProA).

Vor der Zweitliga-Rekordkulisse von 12.200 Zuschauern in der ausverkauften Olympiahalle landeten die Bayern ihren 15. Sieg in Folge und nahmen Revanche für ihre bisher einzige Saisonniederlage im Oktober.

Gala-Leistung in erster Hälfte

Vor den Augen von Präsident Uli Hoeneß, Fußball-Trainer Louis van Gaal und vielen seiner Spieler zeigten die Gastgeber vor allem in der ersten Spielhälfte eine starke Vorstellung.

"Da haben wir wie aus einem Guss gespielt, nahezu perfekt", freute sich Bauermann. Nach zweieinhalb Minuten traf Spielmacher Jonathan Wallace per Dreier zum 13:3, rund zehn Minuten danach stand es nach einem Floater von Bastian Doreth 38:16.

"Wir waren passiv, fast ängstlich", erkannte Würzburgs Trainer Marcel Schröder, dessen Team vor der Halbzeit ganze fünf Fouls beging. "Vielleicht hat uns das ganze Tohuwabohu beeindruckt."

Autokorso mit dem "Tiger"

Davon war genug geboten: Angefangen vom "Tiger" Stefan Effenberg, der vor dem Tipoff im kleinen Autokorso um den Court fuhr und einen Bayern-Sieg ankündigte, bis hin zum Rummel um Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Mario Gomez.

Doch die Franken legten noch im zweiten Viertel den Schalter um. Und nach dem Seitenwechsel donnerte zwar FCB-Center Darius Hall den Ball erneut durch den Ring, und die Gäste blieben über zwei Minuten ohne Korb.

Dann zeigten die Münchner jedoch sowohl in der Offensive als auch in der Defensive erhebliche Schwächen, was die Würzburger zu einem Zwischenspurt nutzten. Aus rund acht Metern traf Lee Jeka zum 42:48, und nur durch einen Buzzer-Beater von Wallace lagen die Bayern vor dem Schlussviertel mit sieben Punkten vorn (58:51).

Auch im Schlussabschnitt setzten die Gäste ihre Aufholjagd fort, kamen angeführt vom überragenden Australier Lee Jeka (25 Punkte, sechs Rebounds, vier Assists) wieder heran. Nach dem dritten Dreier des Spielmachers zum 67:68 schnupperten sie sogar an der Überraschung.

"Er hat Dinge getan, die sonst nur ein MVP tut", lobte Darius Hall Jeka. Doch dann habe Steffen Hamann dasselbe für die Münchner getan.

Zunächst übernahm er mit zwei beherzten Korblegern die Initiative. Dann setzte der Nationalspieler in den Schlussminuten zweimal Aleksandar Nadjfefi zentimetergenau in Szene.

Glücklich und erschöpft

Am Ende standen 16 Zähler und neun Assists auf Hamanns Konto. 22 Punkte steuerte Wallace bei, der in der ersten Spielhälfte jeden Fehler der Würzburger nutzte.

"Wir haben die notwendige kämpferische und nervliche Stärke gezeigt", sagte Bauermann. Angesichts der Siegesserie des Ligakrösus "muss man den Hut vor den Spielern ziehen, das ist nicht selbstverständlich", befand er. Nun seien seine Schützlinge "sehr glücklich und sehr erschöpft, vor allem mental".

Von dem Riesen-Spektakel in der Olympiahalle zeigte er sich begeistert: "So etwas hat es selten gegeben."

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