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Der FC Bayern verlor sein bisher einziges Spiel in der Pro A gegen die s.Oliver Baskets Würzburg © imago

Die Show vor 12.200 Fans beweist Hoeneß, dass der FCB sich Spitzen-Basketball leisten kann. Garrett plant den nächsten Coup.

Von Michael Spandern

München - Die Vorstände der Fußball- und Basketball-Großsponsoren neben sich, eine Rekordkulisse hinter sich, ein stolzes Glücksgefühl in sich:

Der ProA-Gipfel gegen s.Oliver Würzburg war für Bayern-Präsident Uli Hoeneß noch vor dem Tip-Off bewonnen.

Dass der Spitzenreiter das hochklassige und am Ende auch spannende Spitzenspiel gegen den bislang einzigen Bezwinger mit 82:75 gewann und den Aufstieg in die Beko BBL so gut wie sicher hat, war da nur noch das i-Tüpfelchen.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

"Der endgültige Beweis"

Rund acht Monate, nachdem das Projekt mit der Verpflichtung von Bundestrainer Dirk Bauermann Fahrt aufgenommen hat, ist der FCB nun startklar für die zweite Stufe.

"Wir haben alles abhängig gemacht von heute. Das war der endgültige Beweis, dass Basketball in München akzeptiert ist", stellte Hoeneß angesichts der mit 12.200 Fans ausverkauften Olympiahalle fest.

"Ich glaube schon, dass man in der Stadt mit Dirk Bauermann als Trainer etwas aufziehen kann", stimmte NBA-All-Star Dirk Nowitzki im "Bayrischen Rundfunk" zu.

Noch nie kamen so viele Zuschauer zu einem Basketballspiel in München, noch nie kamen so viele zu einem deutschen Zweitligaspiel.

Zwei Sparten, eine große Macht

Aber es kam eben auch darauf an, wen die Fernsehkameras da vor und auf den Tribünen festhielten:

Die Edelfans Paul Breitner und Edmund Stoiber, aber auch einige Fußballer des Rekordmeisters und deren Trainer Louis van Gaal.(DATENCENTER: ProA)

Fußball und Basketball sollen sich nicht kannibalisieren, betont Hoeneß, der potenziellen Geldgebern während des Spiel "den Mund wässrig zu machen" versuchte.

"Wir wollen beweisen, dass diese Stadt, dass dieser Verein eine so große Macht hat, sowohl Spitzenfußball als auch Spitzenbasketball zu bieten. Wir sind ein Bayern München und können uns das wunderbar leisten."

Bauermann bedankt sich

Das sieht auch Ex-Nationalspieler Robert Garrett so, der nach der Saison seine Stiefel wohl endgültig an den Nagel hängt: "Nach dem Aufstieg wird das Ziel die Meisterschaft sein. Da wird aus allen Zylindern gefeuert. Und finanziell sieht es ja gut aus", sagte er zu SPORT1.

Das bombastische Spektakel im "Wohnzimmer XXXL" - bei dem Stefan Effenberg im Autokorso aufgefahren wurde und Trainer Dirk Bauermann sich per Mikro mit großen Worten bei der Mannschaft und den Fans bedankte, machte allen Beteiligten Lust auf mehr.

"Das war wundervoll", schwärmte Center Darius Hall. "Am liebsten würde ich jedes Mal in so einem Rahmen spielen."

Umzug in Sedlmayer-Halle nicht billig

Auch Hoeneß weiß: In der ersten Liga "gibt es kein Zurück auf 3200 Zuschauer". Doch noch tut sich der FCB schwer, eine feste Alternative zur Eishalle mit eben dieser Kapazität zu schaffen.

Der geplante Umzug in die Rudi-Sedlmayer-Halle ist alles andere als ein Selbstläufer, stellte der zuständige Vizepräsident Bernd Rauch noch einmal fest.

Da die Halle seit zwei Jahren stillliegt und zuvor für unterschiedliche Veranstaltungen herhielt, müsse eine beträchtliche, noch genau zu ermittelnde Summe aufgewandt werden, um die Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

"Und nicht alles ist bei uns so angelegt, dass das Geld aus dem Fenster herausgeworfen wird", so Rauch.

Eine Frage der Zeit

Der Umzug sei jedoch "die Voraussetzung, um erstklassigen Basketball nach München zu holen", betonte er.

"Wir müssen schnell eine Lösung finden", drängt Hoeneß, ist sich aber die parteiübergreifenden politischen Unterstützung sicher.

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