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Uli Hoeneß ist seit November 2009 Präsident des FC Bayern München © getty

Die Bayern pflügen durch die ProA. Wegbereiter Uli Hoeneß spricht im Interview über NBA-Nächte und seinen Jugendtitel.

Von Martin Fünkele

München - Seit Uli Hoeneß Präsident des FC Bayern München ist, plant die Fußballgroßmacht den Angriff auf Beletage des Basketballs.

Unter dem Motto "Mission Aufstieg" verpflichteten die Bayern Bundestrainer Dirk Bauermann sowie die Nationalspieler Demond Greene und Steffen Hamann.

Nun pflügen die Bayern durch die ProA und stehen spätestens nach dem Sieg im Gipfel gegen Würzburg so gut wie fest als Aufsteiger in die Beko BBL(DATENCENTER: ProA).

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Im Interview spricht Hoeneß über NBA-Nächte, Dirk Bauermann und die Gründe, warum er nie auf Handball oder Eishockey setzen würde. (Hier geht's zum vollständigen Interview in die "Orange Zone")

Frage: Herr Hoeneß, was reizt Sie am Basketball?

Uli Hoeneß: Ich verfolge Basketball schon seit meiner frühsten Jungend, als ich in der Schulmannschaft gespielt habe. Ich bin also kein totaler Laie. Als ich dann nach München kam, habe ich regelmäßig die Basketballspiele des USC Bayern München mit Holger Geschwindner (Ex-Nationalspieler und heute Mentor von Dirk Nowitzki, Anm. d. Red.) in der Dachauerstraße besucht. Für Michael Jordan und die Chicago Bulls bin ich dann in den 90er Jahren auch des Öfteren nachts aufgestanden. Außerdem habe ich Tracy McGrady und Yao Ming in Houston schon live gesehen. Ich muss also nicht jede Woche in die Halle gehen, um im Thema zu sein.

Frage: Hätte es das Basketball-Projekt beim FC Bayern ohne die Schulmeisterschaft, die Sie in den 60er Jahren für das Ulm gewonnen haben, überhaupt gegeben?

Hoeneß: Wahrscheinlich schon. Unser Vizepräsident, Bernd Rauch, lag mir ja schon seit vielen Jahren mit dem Thema in den Ohren. Er wollte mich immer dazu überreden, Basketball mehr zu puschen. Aber als Manager des FC Bayern München konnte ich da nicht viel tun. Für mich wurde Basketball erst zum Thema, als ich vor gut einem Jahr Präsident des Gesamtvereins wurde. Und ich bin hochzufrieden mit dem, was wir bisher erreicht haben. Das Ambiente stimmt, die Zuschauer kommen - und bisher waren alle Spiele ausverkauft. Man kann sagen: Der Basketball begeistert neben dem Fußball die Menschen in München. Da ist schon ganz schön viel passiert.

Frage: Ihr Sponsoren-Pool für die Bundesliga steht nach eigener Aussage ja schon parat. Was interessiert die Partner an dem Projekt - nur die Marke FCB?

Hoeneß: Nein, ich glaube, dass der Basketball für uns und unsere Partner eine sehr große Chance hat, gut Ergebnisse zu erzielen. Wir werden allerdings darauf achten, keinen Kannibalisierungseffekt mit der Fußballabteilung zu haben.

Frage: Sie haben einmal gesagt: Im Handball oder Eishockey würde ich nicht einsteigen. Dabei ist die TV-Situation in diesen Sportarten doch vergleichsweise viel besser...

Hoeneß: Mein Bauch sagt mir, dass es nur Basketball sein kann. Handball ist eine Supersportart, hat aber in München keine Tradition. Mit Eishockey hat der FC Bayern bereits viel Geld verloren. Diese Themen werden wir sicherlich nicht mehr anpacken.

Frage: Der FC Bayern als Zugpferd für den deutschen Basketball, an das sich alle hängen und das die Beko BBL voranbringen soll: Nervt das nicht?

Hoeneß: Gar nicht. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass es so ist. Wenn doch, könnte ich es verstehen. Wenn ich als kleinerer Verein die Chance bekomme, in der Flutwelle der Bayern mit zu schwimmen, muss ich das doch tun. Das ist doch klar.

Frage: Die letzte Deutsche Meisterschaft im Basketball liegt für den FC Bayern 56 Jahre zurück. Eine Prognose: Wie viele Jahre werden bis zum nächsten Titel vergehen?

Hoeneß: Das kann ich im Moment nicht sagen. Eines ist jedoch klar: Wenn wir das Projekt intensiv angehen, werden wir uns sicherlich darum bemühen, in den nächsten Jahren um die Deutsche Meisterschaft mitzuspielen.

Frage: Spielen europäische Ambitionen, die Ihnen ja gerne mit dem Vergleich zu Real Madrid und dem FC Barcelona unterstellt werden, jetzt schon eine Rolle?

Hoeneß: Nein. Wir waren ja sehr skeptisch, was die Situation in der zweiten Bundesliga angeht. Wir wussten nicht, wie die Fans und die Medien das Thema annehmen würden. Das ist bis jetzt überraschend gut gelaufen. In den nächsten zwei, drei Monaten beschäftigen wir uns mit der Beko BBL. Wenn wir das geschafft haben, werden wir uns mit anderen Dingen beschäftigen. Aber ich bin nicht dafür, den dritten vor dem zweiten Schritt zu tun.

(Hier geht's zum vollständigen Interview in die "Orange Zone")

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