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Darius Hall wurde 2007 zum "Most Likeable Player" der Bundesliga gewählt © getty

Bei SPORT1 spricht Bayerns Center Darius Hall über die "Mission Aufstieg", seinen Ruf als "Feier-Biest" und Dirk Bauermann.

Von Jakob Gajdzik

München - Mit einem Sieg bei den Crailsheim Merlins kann Bayern München bereits am Samstag das Ticket für die Beko BBL buchen.

Neuzugang Darius Hall, der von den Artland Dragons zum designierten Aufsteiger wechselte, hat sich schon in seiner ersten Saison zu einem Eckpfeiler des Erfolgsteams von Dirk Bauermann entwickelt.

Schnell wurde er zum "emotional leader" der Münchner.

Bei den Bayern-Heimspielen in der Eishalle gibt er gerne mal den Einpeitscher und spornt das Publikum zur Anfeuerung an. Und wenn ihm Trainer Bauermann eine kurze Verschnaufpause auf der Ersatzbank gönnen will, hält sich der Amerikaner auf einem Fahrrad-Ergometer hinter der Bank warm.

Bereits während seiner sechs Jahre in Quakenbrück gehörte der 37-Jährige zu den beliebtesten und bekanntesten Spielern der Liga.

2007 wurde der Center mit 31,7 Prozent der abgegebenen Stimmen zum MLP (Most Likeable Player) gewählt.(DATENCENTER: ProA)

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Im SPORT1-Interview spricht Hall über die "Mission Aufstieg", seinen Ruf als "Feier-Biest" und Trainer Dirk Bauermann.

SPORT1: Mister Hall, Sie gelten als Spaßvogel und Entertainer. Auf der Homepage des FC Bayern wurden Sie bereits nach dem ersten Spieltag als "Feier-Biest" bezeichnet. Werden wir Sie in Crailsheim als Party-Anführer sehen, wenn die Bayern den Aufstieg perfekt machen?

Darius Hall: Nein, da werde ich eher den Jüngeren den Vortritt lassen. Ich werde einfach nur glücklich sein. Wenn wir in Crailsheim gewinnen, dann ist unsere Mission erfüllt. Wir haben hart dafür gearbeitet.

SPORT1: Kennen Sie eigentlich Ihr prominentes "Feier-Biest"-Pendant bei den Fußballern des FC Bayern?

Hall: Nein, wer soll das sein?

SPORT1: Louis van Gaal, der Trainer.

Hall: (lacht). Das habe ich nicht gewusst. Auch wenn ich mir Fußball gerne angucke, seitdem ich hier bin. Ich habe am Anfang zwar die Regeln nicht ganz verstanden, aber seitdem habe ich mir einige Spiele angeschaut und es gefällt mir.

SPORT1: Welcher ist ihr Lieblingsverein?

Hall: Der FC Bayern natürlich.

SPORT1: Aber zurück zum Feiern: Wie viel geht da noch mit 37 Jahren?

Hall: Ich weiß gar nicht, warum ich den Ruf als "Feier-Biest" habe. Ich genieße es einfach auf dem Feld zu stehen und mit meiner Mannschaft zusammen zu sein. Wenn wir gewinnen, feiere ich natürlich auch. Ich bin 37, da habe ich auch nicht mehr so viele Spiele übrig. Wenn die Jungs dann sagen, ich bin ein Party-Typ, dann okay.

SPORT1: Stimmt es nicht, dass Sie auch außerhalb des Feldes feiern?

Hall: Nein, außerhalb des Feldes bin ich ein entspannter Typ. Außerdem könnte ich sonst in Schwierigkeiten geraten (lacht). Ich feiere zwar gerne auf dem Spielfeld und mache Blödsinn, aber privat sieht das anders aus.

SPORT1: Wie halten Sie sich fit als Center-Oldie?

Hall: Um mit den jungen Spielern mitzuhalten, muss ich schon mehr machen als die anderen. Ich muss zum Beispiel mehr auf meine Ernährung achten und mache Extra-Training mit unserem Co-Trainer oder Dirk Bauermann.

SPORT1: Sie haben sechs Jahre bei den Artland Dragons gespielt, nun beim FC Bayern. Vergleichen Sie doch mal die beiden Stationen?

Hall: Der größte Unterschied ist sportlich. In der Beko BBL gibt es viel bessere Spieler und Trainer. Das ganze Drumherum ist größer. Und genau da wollen wir mit dem FC Bayern München auch hin. Wir wollen uns mit Teams wie ALBA Berlin und den Brose Baskets Bamberg messen. Privat gibt es auch einen großen Unterschied, hier in München habe ich einen ganz anderen Lebensstil als in Quakenbrück. Dort haben wir viel als Team zusammen gemacht, da es dort auch sonst nicht viel zu tun gab, zum Beispiel haben wir uns zum Thanksgiving-Essen getroffen. Hier in München habe ich viele jüngere Spieler, die machen Sachen, die ich vor zehn Jahren gemacht habe. Ich genieße die vielen Möglichkeiten in der Stadt, gehe zum Beispiel gerne Essen oder ins Kino.

SPORT1: Wie würden Sie Coach Dirk Bauermann beschreiben?

Hall: Ich liebe ihn. Er ist ein klasse Typ und ein fantastischer Trainer. Er bringt uns immer wieder etwas bei, auch älteren Spielern wie mir. Ich will nach meiner aktiven Karriere ebenfalls Trainer werden, von daher bin ich sehr froh, unter ihm spielen zu dürfen. Ich kann viel von ihm lernen.

SPORT1: Wie ist der Kontakt mit Uli Hoeneß? Hat er Sie auch mal auf eine Bratwurst eingeladen?

Hall: Er hat uns einmal als Team zum Essen eingeladen. Es war eine tolle Sache mit ihm zusammenzusitzen und zu sprechen. Ich bin sehr froh, dass er einer unserer größten Fans ist. Er kommt zu unseren Spielen, er unterstützt uns und steht hinter uns. Nach einem Sieg konnten wir auch zusammen mit ihm im Hotel feiern. Man merkt, dass er hier ein großes Projekt in Gang bringen will. Dafür danke ich ihm.

SPORT1: Nächstes Jahr spielt der FC Bayern in der Beko BBL. Sie haben noch keinen neuen Vertrag. Fühlen Sie sich noch stark genug für die erste Liga?

Hall: Selbstverständlich, ich kann noch weiterspielen. Auch wenn ich in einem gewissen Alter bin, bin ich in jedem Spiel noch für einige Punkte und Rebounds gut. Auch in der Defensive halte ich mich für stark genug. Ich kann immer noch einen wichtigen Beitrag in der Mannschaft leisten. Nicht nur sportlich, sondern auch in der Kabine mit meiner Erfahrung. Ich will ein Teil dieser Mannschaft in der Beko BBL sein.

SPORT1: Sollte es für Sie in München nicht weitergehen, gibt es einen Plan B?

Hall: Der Plan ist, mit dem FC Bayern in der Beko BBL zu spielen. Ich werde in diesem Sommer auch bereits meinen B-Trainer-Schein hier machen. Diese Karriere hat aber noch Zeit. Zunächst will ich noch weiterspielen.

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