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Dirk Bauermann trainiert die deutsche Nationalmannschaft seit 2003 © getty

Die Beko BBL pocht in der Doppeljob-Debatte auf das Verbot. DBB und der FC Bayern hätten viel Zeit, das Problem zu lösen.

Aus Bamberg berichtet Michael Spandern

Bamberg - Die Beko BBL hält an ihrer Linie fest und betrachtet sich in der Doppeljob-Debatte um Dirk Bauermann als "nicht Teil des Problems".

Liga-Geschäftsführer Jan Pommer und Präsident Thomas Braumann stellten bei einem Pressegespräch in Bamberg klar, dass an der vertraglich fixierten Regelung zwischen der Bundesliga und dem Deutschen Basketball-Bund (DBB) nicht zu rütteln sei.

Und diese verbietet einem Bundestrainer, gleichzeitig einen Erstligisten zu coachen.

Somit steht DBB-Trainer Bauermann, der den FC Bayern München souverän zum Aufstieg verhalf, vor dem Ende seiner Ämterunion.

Kein Entgegenkommen beim Gipfeltreffen

"Die Bayern werden sich entscheiden müssen, mit welchem Trainer sie den Antrag auf Spielberechtigung stellen", betonte Braumann, allerdings sei dazu bis kurz vor dem ersten Spieltag am 3. Oktober Zeit.

Die Spitzengespräche zwischen DBB und Beko BBL am Donnerstag in Münster, deren Hauptthema der nicht anwesende Bauermann war, brachte die beiden Parteien jedenfalls nicht näher zusammen.

Weitere Gespräche werde es erst geben, wenn sich DBB und die Bayern einig sind, in welche Richtung sie sich bewegen, so die Liga-Frontmänner.

Weg nach London zu steinig für Bauermann?

Doch einstweilen herrscht Stillstand, eine Hängepartie auch noch während der EM in Litauen (ab 31. August LIVE im TV auf SPORT1) droht.

Kein Problem für Pommer: "Ich bin von einer Robustheit, die man nicht unterschätzen sollte."

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Braumann skizzierte den mit der "schweren Vorrundengruppe" beginnenden steinigen Weg des Nationalteams bis zu einem Olympia-Quali-Turnier 2012 und deutete damit an, dass sich Bauermann wohl eher für den FCB entscheiden werde.

Kein Kompromissvorschlag der Bayern

Einen Klub, der als Zugpferd fest eingeplant ist und "über dessen Erstarken wir uns sehr freuen", verhehlt Pommer nicht.

Die Crux dabei: Klubpräsident Uli Hoeneß hat sich festgelegt, dass das Projekt Basketball mit Bauermann steht und fällt.

Braumann schloss einen Kompromiss nicht kategorisch aus, doch sei von den Bayern bislang kein Vorschlag gekommen.

"Eine Frage der Sporthygiene"

Pommer betonte aber, dass er es als "Taschenspieler-Mogelei" empfände, wenn der FCB Bauermann zum Sportdirektor machen würde.

Und ein Acht-Monats-Vertrag beim Renommierverein, an dessen Ende Bauermann womöglich wieder das Nationalteam bei der Olympia-Quali 2012 betreuen würde, erfülle den "Umgehungstatbestand", sagte Braumann.

Pommer glaubt auch gar nicht, dass sich die Münchner auf juristische Schlachten einlassen. Zudem sei das auch "eine Frage der Sporthygiene".

Dirkules nur unter Bauermann für Deutschland?

Doch möglich ist vieles - auch das Szenario, dass Superstar Dirk Nowitzki sein Mitwirken bei der Mission London 2012 vom Bleiben des Bundestrainers Bauermann, den er sehr schätzt, abhängig macht.

In diesem Falle könnte die Beko BBL in der öffentlichen Wahrnehmung als Buhmann dastehen, wenn sich Bauermann für den FCB entscheidet und Dirkules nicht mehr im DBB-Dress aufläuft.

Darüber mochte Braumann aber nicht spekulieren: "Es gibt alle Möglichkeiten. Am Ende sagt Dirk Bauermann: 'Oh je, was habe ich da angerichtet? Jetzt gehe ich nach Nepal und werde Mönch.'"

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