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Im olympischen Turnier besiegten Yao (l.) und CBA-Akteur Nan Li (Bayi Army) Deutschland © getty

Strafenflut und Handgreiflichkeiten: Basketballer aus Chinas Liga überinterpretieren deren Aufforderung zu aggressiverem Spiel.

Von Michael Spandern

Yao Ming hatte es nur gut gemeint: Nachdem Gastgeber China im olympischen Viertelfinale eine Abfuhr von Litauen erhalten hatte, benannte der NBA-Allstar ein Manko des Land des Lächelns.

Das körperlose Spiel, das in der heimischen Liga CBA gepflegt würde, brächte zu zartbesaitete Akteure hervor. Andere Experten stimmten Yao pflichtschuldig zu.

Die CBA reagierte und forderte mehr Aggressivität: "Nach den Olympischen Spielen haben wir eingesehen, das der chinesische Basketball nicht mit der Weltspitze konkurrieren kann, wenn wir nicht den Körpereinsatz verstärken", sagte Ligaboss Liu Xiaonong der Agentur "reuters" zufolge.

Über 100.000 Euro Strafen

Die Botschaft ging an die Schiedsrichter und Spieler der Liga, und vor allem letztere hörten gut zu. Zu gut, wie Liu jetzt einräumt.

Denn um den Folgen Herr zu werden, verhängte die Liga Strafen in nie dagewesenem Ausmaß. Inzwischen summieren sie sich auf umgerechnet über 100.000 Euro.

Handgreiflichkeiten der Spieler, auf dem Parkett und auch außerhalb, hätten dazu geführt, aber auch Tumulte zwischen den Teams.

Arbeitsgruppe soll Referees helfen

"Einige Teams wurden auch bestraft, weil sich ihre Fans daneben benommen haben, die außer sich waren, da sie die neuen Maßstäbe nicht verstanden, welche die Schiedsrichter anlegen sollen", ergänzte Liu.

Und kroch zu Kreuze: "Die Liga hat es nicht gut hingekriegt, die Botschaft über körperbetonteres Spiel zu kommunizieren."

Allerdings seien auch die Unparteiischen Schuld, die dem härteren Spiel nicht gewachsen seien. "Die Kluft zwischen den Schiedsrichterleistungen und den Anforderungen dieser neuen Regelinterpretation ist zu groß", kritisierte Liu.

Er kündigte an, dass eine Arbeitsgruppe sich dem Problem annehmen werde und dass dazu NBA-Offizielle eingeladen würden.

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