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Dirk Bauermann ist seit 2010 Trainer des FC Bayern München © imago

Der FCB verliert auch im kleinen Finale des BEKO Leagues Cup klar. Münchner Topscorer ist ein Deutscher, nicht nur Hamann fehlt.

München - Zehn Tage vor dem Auftakt der Bundesliga hat der FC Bayern beim BEKO Leagues Cup im heimischen Audi Dome die Grenzen aufzeigt bekommen. (DATENCENTER: Der Beko-BBL-Spielplan)

Die Münchner, vom Konkurrenten ALBA Berlin zum Topfavoriten auf den Titel hochgejazzt, kassierten im kleinen Finale vor 2942 Zuschauern eine 58:74 (30:43)-Pleite gegen den litauischen Meister Zalgiris Kaunas. (BERICHT: ALBA fürchtet die Bayern)

"Wir haben heute unsere Grenzen aufgezeigt bekommen", gab Nationalspieler Robin Benzing hinterher bei SPORT1 zu. "Schon gegen ZSKA haben wir drei Viertel gut mitgespielt, dann hat uns leider die Kraft und die Erfahrung gefehlt. Das hat Moskau eiskalt ausgenutzt. Heute war es ähnlich."

Bereits am Samstag hatte das Team vom früheren Bundestrainer Dirk Bauermann im Halbfinale gegen den späteren Turniersieger ZSKA Moskau klar mit 66:87 den Kürzeren gezogen.

Die Russen setzten sich im Endspiel mit 85:60 gegen den türkischen Double-Sieger Besiktas Istanbul durch.

Hamann und Roberts setzen aus

"Ich glaube, dass wir im Vergleich zum Halbfinale einige Dinge verbessert haben", sagte Bauermann, der gegen ZSKA in schwierigen Phasen hängende Köpfe ausgemacht hatte.

Am Sonntag mussten die Bayern ohne ihren Kapitän Steffen Hamann und Neuzugang Lawrence Roberts auskommen, die sich mit Rücken- bzw. Knieproblemen plagen.

Da zudem die Youngsters Bogdan Radosavljevic und Mauricio Marin für das Regionalliga-Team im Einsatz waren, traten die Gastgeber lediglich zu neunt an.

[kaltura id="0_hq2s7f7q" class="full_size" title="FC Bayern Abreibung statt Platz 3"]

Jagla Topscorer für die Bayern

Nach einem durchwachsenen Start eroberte Brandon Thomas per Dunking und anschließendem Bonus-Freiwurf die 13:12-Führung für den FCB. Doch Zalgiris konterte Ende des ersten Viertels mit Dreiern von Adas Juskevicius und Tremmell Darden.

Die Litauer zogen im folgenden Abschnitt mit einem 9:0-Run auf 32:17 davon. Nur ein Dreier von DBB-Akteur Jan Jagla, mit zwölf Punkten erfolgreichster Münchner, und ein Buzzer-Beater von Tyrese Rice (11 Zähler) gestalteten das Halbzeitergebnis erträglich.

"Wir haben mitgehalten, es war immer ein knappes Spiel", erklärte Benzing: "Aber wir haben ein paar dumme Fehler gemacht, schlechte Turnover gehabt - das nutzen solche Mannschaften natürlich gnadenlos aus."

Auch nach dem Seitenwechsel wirkte Kaunas konzentrierter und hielt die "Bauermänner" auf Abstand (52:35/26.). Jagla aber wehrte sich nach Kräften und brachte die Bayern noch mal auf zehn Zähler heran.

Rückstand auf acht Punkte verkürzt

Zwei erfolgreiche Freiwürfe von Neuzugang Yotam Halperin ließen den Rückstand sogar auf 46:54 schrumpfen.

Doch bereits vor Ablauf des dritten Viertels schraubten die Balten ihren Vorsprung wieder auf eine komfortable Höhe und ließen sich vom Aufbäumen der Bayern nicht beeindrucken.

"Wir wussten, was auf uns zukommen wird, und mussten unser Bestes geben", sagte Zalgiris-Coach Joan Plaza, der die Bayern tags zuvor beobachtet hatte. "Wir haben absoluten Respekt vor dieser Mannschaft." (HINTERGRUND: FCB geht auf Titeljagd)

"Wir wussten es wird schwer, aber wir wollten uns nicht verstecken", bilanzierte Benzing: "Wir sind noch nicht so lange zusammen und müssen uns noch finden, aber das Zusammenspiel und der Rhythmus waren heute schon besser."