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Immanuel McElroy (r.) versagte auch in Spiel 2 (zwei Punkte, kein Rebound, ein Assist) © imago

Den Spielern versagen die Nerven, der Coach vergräzt das Bonner Publikum: Der Meister aus Berlin steht auch mental vor dem K.o.

Berlin - Den Spielern zitterten die Hände, der vor Wut kochende Trainer fehlte bei der Pressekonferenz und der Sportdirektor flüchtete sich in Durchhalteparolen:

Bei Titelverteidiger ALBA Berlin liegen angesichts des drohenden Ausscheidens im Playoff-Halbfinale die Nerven blank.

Nach der 72:75 (64:64, 42:31)-Niederlage nach Verlängerung bei den Telekom Baskets Bonn (ALBA vor dem Playoff-Aus) und dem 0:2-Rückstand in der Best-of-Five-Serie steht der Deutsche Meister mit dem Rücken zur Wand und kann sich nur noch mit drei Siegen in Folge ins Finale retten.

Angeblich nicht abgeholt

"Das war eine sehr bittere Niederlage für uns. Mehr möchte ich dazu nicht sagen", meinte ALBA-Trainer Luka Pavicevic.

Es waren die einzigen Worte des Serben nach dem Spiel, denn an der obligatorischen Pressekonferenz, die in Bonn vor dem Publikum durchgeführt wird, nahm der 40-Jährige nicht teil. (DATENCENTER: Die BBL-Playoffs)

Laut Bonner Angaben hätte der Berliner Coach sein Erscheinen abgelehnt. ALBA-Sportdirektor Henning Harnisch hielt dagegen, dass Pavicevic 20 Minuten gewartet habe und nicht abgeholt worden sei.

Pavicevic leistet ALBA einen Bärendienst

Wie auch immer es tatsächlich abgelaufen ist, es war ein weiteres Indiz für das dünne Nervenkostüm der Berliner.

Auf dem Spielfeld hatte ALBA das Geschehen zwar über weite Strecken dominiert und zwischenzeitlich sogar mit 12 Punkten vorne gelegen, doch Bonn kam zurück und auch dank Pavicevic im letzten Viertel zur ersten Führung:

Der ALBA-Coach beschwerte sich lautstark nach einem Foul beim Schiedsrichter, sodass er ein technisches Foul kassierte und Bonn vier Freiwürfe in Folge verwandeln konnte.

"Auch mal etwas Außergewöhnliches zeigen"

"Ein technisches Foul kommt immer zur Unzeit. Aber über die Schiedsrichter will ich nichts mehr sagen", meinte Harnisch, dessen Team am Ende vor 6000 Zuschauern die Nerven versagten:

Blagota Sekulic (24 Punkte) und Dragan Dojcin vergaben entscheidende Würfe

zum möglichen Sieg, sodass die Rheinländer im dritten Spiel am Samstag (ab 20 Uhr LIVESCORES) in Berlin bereits ihren ersten Matchball haben.

Harnisch übte sich in Zweckoptimismus: "Jetzt gewinnen wir das Spiel. Wir müssen auch mal etwas Außergewöhnliches zeigen", sagte der Europameister von 1993.

Bonn vor historischem Triumph

Gleichzeitg gab Harnisch aber zu, dass ALBA "derzeit natürlich keinen überragenden Basketball spielt". (Spiel 1: ALBA beklagt "schwere Schlappe")

Flügelspieler Aleksandar Nadjfeji forderte daher bedingungslosen Einsatz: "Wir haben nichts mehr zu verlieren und müssen uns von Spiel zu Spiel zurückkämpfen."

Die Bonner stehen derweil vor ihrem fünften Finaleinzug und dem ersten Triumph in einer Playoff-Serie gegen Alba überhaupt.

Koch warnt und gibt ein Versprechen

"Wir sind eine verschworene Gemeinschaft und genau zum richtigen Zeitpunkt topfit. Ich bin sehr stolz auf diese Truppe", sagte Baskets-Trainer Michael Koch, für dessen Mannschaft Winsome Frazier 23 Punkte erzielte.

Dennoch warnte der Coach: "Wir sind noch nicht durch. Aber wir werden am Samstag alles geben, um den dritten Sieg zu holen."

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