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Luka Pavicevic führte ALBA Berlin zur Deutschen Meisterschaft 2008 © getty

ALBA Berlin steht nach dem Playoff-Aus vor einem Neuanfang. Der Trainer soll bleiben, aber mehrere Spieler könnten gehen.

Berlin - Manager Marco Baldi stand der Schrecken ins Gesicht geschrieben, Trainer Luka Pavicevic schlich mit versteinerter Miene auf direktem Weg in die Kabine, die Spieler schüttelten ungläubig den Kopf:

Der achtmalige Meister und Titelverteidiger ALBA Berlin war nach dem Aus im Play-off-Halbfinale gegen die Telekom Baskets Bonn sichtlich schockiert. (zum Spielbericht)

"Das Aus ist extrem bitter. Wir hatten zu viele Spieler, die wegen der Größe der Aufgabe verkrampft sind. Ich fühle mich scheiße", sagte ALBA-Geschäftsführer Baldi nach der entscheidenden 71:82-Heimniederlage. (Die Stenogramme)

Vor der deutschen Playoff-Rekordkulisse von 14.800 Zuschauern bedeutete diese das 2:3 in der "best-of-five"-Serie (DATENCENTER: Die BBL-Playoffs).

Pavicevic bleibt Trainer

Mit der Niederlage verpassten die Albatrosse zudem die sportliche Qualifikation für die Euroleague. Dennoch gab Baldi Coach Pavicevic, dessen Vertrag erst im April bis 2012 verlängert worden war, eine Jobgarantie:

"Die Trainerpersonalie bleibt wie sie ist. Pavicevic ist ein Glücksfall für Alba und den deutschen Basketball."

Der serbische Trainer machte derweil vor allem mangelnde Kraft für die Niederlage im 65. Berliner Saisonspiel verantwortlich: "Uns ging einfach der Saft aus. Wir haben zwar vollen Einsatz gezeigt, aber nicht mehr die nötige Leidenschaft entwickeln können."

Der 40-Jährige sprach nach dem Pokalsieg und dem guten Auftritt in der Euroleague dennoch von einer "exzellenten Saison" seiner Mannschaft und bezeichnete das Aus als "kein Drama".

Aufholjagd zu kraftraubend

Ehrgeiz sieht aber eigentlich anders aus, und auch bei der Mannschaft fehlte scheinbar der letzte Schuss Siegeswille. Im Wissen um die eigene individuelle Klasse zeigten die Berliner häufig nur so viel wie sie mussten und brachten sich so gegen Bonn schon mit den Niederlagen in den ersten beiden Spielen ins Hintertreffen.

Die anschließende Aufholjagd zum 2:2-Ausgleich kostete dann zu viel Kraft.

Titelfluch hat weiter Bestand

"Ich denke immer noch, dass wir das bessere Team sind", sagte Flügelspieler Casey Jacobsen, nachdem der haushohe Meisterschaftsfavorit vom Fluch des Titelverteidigers heimgesucht worden war:

Seit ALBA 2003 hat kein deutscher Meister seinen Erfolg im folgenden Jahr wiederholen können.

Großer Umbruch steht bevor

Während Vize-Meister Bonn im ersten Finale am Sonntag (19.30 Uhr LIVESCORES) bei den EWE Baskets Oldenburg antreten muss, kehrt ALBA-Manager Baldi in der Hauptstadt die Scherben zusammen.

Nur fünf Spieler haben für die kommende Saison einen gültigen Vertrag, bei acht Profis läuft der Kontrakt aus.

"Uns erwartet jetzt besonders in Zeiten der wirtschaftlichen Krise eine harte Phase. Wir sind kein Klub, der Harakiri macht, aber wir werden uns auf eine schwere Zeit einstellen müssen", sagte der Berliner Geschäftsführer.

Es seien nun alle gefordert, die bei ALBA in der Verantwortung stehen: "Ich selbst zuallererst."

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