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Jason Gardner spielte vor dem Wechsel nach Oldenburg ein Jahr in Bonn © getty

Im Interview spricht Liga-MVP Jason Gardner über die Finalserie, sein ehemaliges Team und den Grund für die Schlappe in Spiel 1.

Von Björn Seitner

München - Spiel 1 der Finals zu Hause verloren, doch Panik noch lange nicht ausgerufen: Jason Gardner mag sich von der 72:74-Schlappe der EWE Baskets Oldenburg gegen die Telekom Baskets Bonn (Bonn entführt den Heimvorteil) nicht bange machen lassen.

Der Liga-MVP weiß: "Für den Titel muss man immer noch drei Spiele gewinnen."

Der 28-jährige Amerikaner und ehemalige Bonner, der bei den drei Halbfinal-Siegen gegen die Brose Baskets Bamberg insgesamt 54 Punkte erzielte, blieb am Sonntag zwar hinter seinen Erwartungen zurück, wird vom Gegner jedoch nicht unterschätzt.

"Aus dem Rhythmus gekommen"

Michael Koch, Trainer der Bonner, weiß wozu Gardner fähig ist: "Wir dürfen ihn am Donnerstag nicht heißlaufen lassen, sonst wird es gefährlich für uns."

Aufgrund der längeren Regenerationszeit, sieht Gardner sich und sein Team allerdings "etwas aus dem Rhythmus gekommen".

Im Interview mit Sport1.de erklärt er die Heimpleite, spricht über sein ehemaliges Team und darüber, was sich bei Spiel 2 in Bonn (ab 21 Uhr LIVESCORES) ändern muss, um die Serie wieder offen zu gestalten.

Sport1.de: Herr Gardner, Sie sind vor zwei Jahren von Bonn nach Oldenburg gewechselt. Ist das Aufeinandertreffen im Finale etwas Besonderes für Sie?

Jason Gardner: Ich denke nicht. Ich hatte eine gute Zeit in Bonn, habe Freunde im Team und es besteht immer noch eine Verbindung zum Verein. Wir haben einige Erfolge zusammen gefeiert, aber ich habe jetzt keine Schwierigkeiten, mit Oldenburg gegen Bonn zu spielen.

Sport1.de: Das erste Spiel haben Sie mit 72:74 verloren. Was waren die Gründe für die knappe Niederlage? (DATENCENTER: Die BBL-Playoffs)

Gardner: Es lag vor allem daran, dass wir gegen Ende der Partie die Freiwürfe nicht getroffen und zu viele Offensiv-Rebounds zugelassen haben. Das sind Dinge, die dürfen in den Playoffs, wenn die Spiele oft sehr kanpp werden, nicht passieren. Da muss man die Freiwürfe reinmachen und die Rebounds holen.

Sport1.de: Bonn hat ja erst nach dem entscheidenden fünften Spiel gegen ALBA das Finale erreicht und hatte dadurch nur zwei Tage Pause. Haben Sie erwartet, dass Bonn so stark spielt?

Gardner: Ja, definitiv. Sie haben eine starke Saison gespielt. Wir haben Bonn zu Hause geschlagen, auswärts jedoch verloren. Wir wissen, dass Sie ein Team sind, die gut von draußen treffen, aber auch am Korb stark sind.

Sport1.de: Sie sind in Spiel 1 fünf Punkte unter ihrem Playoff-Schnitt geblieben. Lag es an der Bonner Defensive, oder an ihnen selbst?

Gardner: Es lag schon an mir. Ich habe nur drei von 13 Würfen aus dem Feld getroffen. Der Stress ist einfach sehr hoch. Nun müssen wir uns entspannen so gut es geht.

Sport1.de: Obwohl Sie mehr Regenerationszeit hatten als Bonn? (Bei den Baskets ist Müdigkeit verboten)

Gardner: Naja, in den Playoffs kann eine längere Pause von Vorteil, aber auch von Nachteil sein. Wir hatten sechs Tage kein Spiel, konnten uns zwar länger ausruhen, sind dadurch aber auch etwas aus dem Rhythmus gekommen.

Sport1.de: Ist es ein großer Nachteil, dass Sie das erste Heimspiel verloren haben?

Gardner: Nicht wirklich. Für den Titel muss man immer noch drei Spiele gewinnen. Es kann alles passieren und genauso können wir in Bonn gewinnen. Wir müssen im nächsten Spiel einfach konzentrierter sein.

Sport1.de: Predrag Krunic ist seit 2007 Coach in Oldenburg und hat das Team, nicht nur durch den Finaleinzug, weiter nach vorne gebracht. Was hat er verändert?

Gardner: Er hat am Anfang viele gute Spieler geholt und der Mannschaft in den zwei Jahren mehr und mehr Konstanz verliehen. Wir Spieler sind uns untereinander einig, das ist gut für den Spielfluss. Wir sprechen viel über die Strategie, schauen uns Videos an. Außerdem ist er definitiv ein harter Arbeiter. Er hat Persönlichkeit und weiß wovon er spricht. Die Spieler hören auf ihn.

Sport1.de: Oldenburg gilt nach dem Durchmarsch im Halbfinale gegen Bonn wohl als Favorit. Ist das für Sie mehr Motivation oder eher Druck?

Gardner: Der Druck ist nicht zu groß. Der Vorteil der Playoffs ist ja, dass man die Serie immer noch drehen kann. Es ist also noch nichts verloren, wir sind immer noch im Rennen.

Sport1.de: Sie glauben also noch an den Titel?

Gardner: Auf jeden Fall. Auch wenn wir zwei Spiele hinten wären, glaube ich nicht, dass das etwas ausmachen würde. Man muss eben drei Spiele gewinnen. Es würde dann zwar sehr schwer werden, aber auch das könnten wir schaffen.

Sport1.de: Was müssen Sie in Spiel zwei ändern um auszugleichen?

Gardner: Wir müssen uns konzentrieren und unseren Rhythmus wiederfinden, aber vor allem die Rebounds holen und mehr Ballverluste verhindern.

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