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Rickey Pauding (r.) ist siebtbester Scorer aller Zeiten der Universität von Missouri © imago

Nach dem vergebenen Matchball ist der Coach stocksauer. In Spiel 5 gegen Oldenburg setzt er aber auf die schon mal Totgesagten.

Bonn - Eigentlich könnten die Telekom Baskets Bonn den Meistersekt schon kaltstellen - sollte sich die kuriose Auswärtsserie des Playoff-Finales auch beim Showdown am Donnerstag (ab 20.15 Uhr LIVESCORES) in Oldenburg fortsetzen.

In den vier bisherigen Spielen gab es noch keinen Heimsieg, dennoch hält sich der Optimismus beim viermaligen "Vize" aus Bonn nach der 66:88 (33:46)-Pleite gegen die EWE Baskets Oldenburg (Oldenburg erzwingt Spiel fünf) in Grenzen.

Besonders Coach Michael Koch reagierte nach dem 2:2-Ausgleich in der Best-of-Five-Serie stocksauer.

Noch mal wie gegen ALBA?

Nach dem Spiel in der Kabine habe er seine "Mannschaft erstmal rund gemacht", verriet der Europameister von 1993: "Wir waren gar nicht auf dem Feld. Oldenburg war uns in Sachen Einsatz und Aggressivität immer einen Schritt voraus. Das war eine reine Kopfsache und sonst gar nichts."

Nachdem Koch Dampf abgelassen hatte, richtete er seinen Blick nach vorn: "Es ist ein Trost, dass wir noch einmal nach Oldenburg fahren dürfen und noch eine Chance haben. Wir müssen das wenige Positive herausziehen und uns konzentriert vorbereiten."

Koch erinnerte an die Halbfinal-Serie gegen den Titelfavoriten ALBA Berlin, als seine langen Kerls mit 2:0 Siegen in Führung gingen und nach dem 2:2 das fünfte Spiel in der Hauptstadt überraschend gewannen. Koch: "Ganz Basketball-Deutschland hatte uns schon totgesagt." (DATENCENTER: Die BBL-Playoffs)

Das letzte Wort der Gastgeber

Die Bonner hoffen nach der Abfuhr vor 6000 enttäuschen Fans auf eine Trotzreaktion. "Beide Mannschaften stehen ohnehin unter großem Druck. Oldenburg ist zum ersten Mal im Finale und möchte den Titel, wir möchten ihn nach vier vergeblichen Anläufen", sagt Koch.

Fest steht: Das Spiel wird primär in der Defensive entschieden. Oldenburg mit den starken Je'Kel Foster und Jason Gardner nutzte in Spiel vier jede Abwehrschwäche der Rheinländer konsequent und gewann das Spiel am Ende unter anderem von der Drei-Punkte-Line. (STATISTIK. Die Stenogramme der Finals)

Eine derartige Auswärtsserie gab es bisher lediglich einmal. Im Play-off-Finale 2004 im Duell zwischen Bamberg und Frankfurt besiegelten die Hessen den Gewinn der Meisterschaft allerdings im fünften Spiel mit dem einzigen Heimsieg der Serie.

Binnen Stunden ausverkauft

Darauf setzt auch Oldenburg - und natürlich auf den psychologischen Vorteil. "Wir haben gut verteidigt, gut rebounded und gut getroffen", sagte der ehemalige Bonner Coach Predrag Krunic.

Aber auch er weiß um den immensen Erwartungsdruck der Fans und die besondere Situation für seine Spieler. Schon am Mittwochvormittag vermeldeten die Niedersachsen eine mit 3148 Zuschauern ausverkaufte Halle.

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