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Coach Pedrag Krunic und MVP Jason Gardner kamen 2007 nach Oldenburg © getty

Der Meister erhält Glückwünsche aus Moskau und rüstet mit Millionen auf. Bonn hat an der Pleite in Spiel 5 schwer zu knabbern.

Oldenburg - Mit Sekt, Konfetti, Autokorsos und einer Riesenparty auf dem Rathausplatz feierten die EWE Baskets Oldenburg ausgiebig und ausgelassen ihren ersten Meistertitel.

Doch erst das Glückwunsch-Fax von Euroleague-Finalist ZSKA Moskau führte den Niedersachsen die Bedeutung und Tragweite ihres Triumphes vor Augen.

Das Team aus der 150.000-Einwohner-Stadt wird die BBL in der kommenden Saison in der "Königsklasse" vertreten - und nichts ist in Oldenburg mehr so wie es noch vor dem 71:70 (35:36) im dramatischen fünften Spiel des Playoff-Finales gegen die Telekom Baskets Bonn einmal war. (71:70! Oldenburg holt sich den Titel)

"Eine völlig neue Ebene"

Der entscheidende Freiwurf von Je'Kel Foster vier Sekunden vor der Schlusssirene zum ersten Titel bei der ersten Finalteilnahme der Vereinsgeschichte hat Euphorie und Erwartungen geweckt. (STATISTIK. Die Stenogramme der Finals)

"Wir müssen umdenken und umstruktieren. Wir bewegen uns nun auf einer völlig neuen Ebene", sagte Geschäftsführer Hermann Schüller.

Doch bei den Planungen für eine Zukunft im erlauchten Kreis der europäischen Elite wissen die Verantwortlichen um die Unterstützung einer basketballverrückten Stadt und verlässlichen Sponsoren.

Gezielte Verstärkungen

Ihren bisherigen Etat von rund 5 Millionen Euro, so Schüller, werden die Oldenburger "um etwa 30 Prozent aufstocken". Allerdings soll der Stamm der Mannschaft wie schon im vergangenen Jahr gehalten, aber dennoch mit Blick auf die Euroleague verstärkt werden.

Predrag Krunic, der zuvor einst sieben Jahre in Bonn coachte und nunmehr "den Höhepunkt meiner Karriere" feierte, ist ohnehin noch bis 2011 an den Klub gebunden.

Oldenburg setzt weiterhin auf Kontinuität und akribische Planung, die sie seit dem Wiederaufstieg im Jahr 2000 bis ins Halbfinale 2008 und nunmehr zum Titel führte.

"Keine Eintagsfliege", glaubt Pommer

"Wir hatten allerdings auch viel Glück", meinte Krunic bezogen auf die hektische Schlussphase in Spiel fünf und eine insgesamt kuriosen Finalserie, in der die Entscheidung durch den einzigen Heimsieg fiel.

"Oldenburg ist ein würdiger Meister. Dieses Spiel war jedoch das Abbild einer spannenden und interessanten Saison. Was sich speziell hier entwickelt hat, ist ein langfristiges Projekt und keine Eintagsfliege. Es ist genügend Potenzial vorhanden", meinte BBL-Boss Jan Pommer.

Der gebürtige Oldenburger hatte auch Mitleid mit den Bonnern: "Es ist schon hart, wenn man zum fünften Mal im Endspiel steht und zum fünften Mal nur als Vize vom Feld geht."

Koch mit versteinerter Miene

Selbst der bosnische Meistercoach Krunic fand tröstende Worte: "Der Sport kann manchmal so brutal sein."

Doch damit stieß er bei Michael Koch, seinem Assistenten zu Bonner Zeiten, auf taube Ohren. "Wir haben die Meisterschaft nicht in Spiel zwei oder vier (Oldenburg erzwingt Spiel fünf), sondern in den letzten 40 Sekunden verschenkt. Das ist so bitter. Wenn man mit 20 Punkten Differenz verliert, weiß man zumindest, warum. Aber so...", meinte der Europameister von 1993 mit versteinerter Miene.

23 Sekunden vor dem Ende führte seine Mannschaft noch mit 70:67, bevor E.J. Rowland zwei Freiwürfe zur Vorentscheidung vergab und die Rheinländer am Ende wie schon im Finale des vergangenen Jahres gegen ALBA Berlin mit leeren Händen dastanden. (DATENCENTER: Die BBL-Playoffs)

Klägliche Kampfansage

Bonn haftet nun das Etikett des "ewigen" Zweiten an, obwohl Koch mit dem Erreichen des Pokalendspiels, der Runde der letzten Acht in der EuroChallange und dem Meisterschaftsfinales von der besten Saison seiner Amtszeit sprach.

Es werde noch lange dauern, bis man diese "bittere Niederlage" verkraftet habe, versicherte Koch.

Folglich klang seine Kampfansage für die kommende Saison direkt nach dem Frusterlebnis nur wenig überzeugend: "Es gibt auch für uns eine Zukunft. Wir werden aufstehen und es wieder versuchen."

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