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Die Kölner wurden dreimal Pokalsieger und 2006 Deutscher Meister © getty

Der Ex-Meister zieht sich aus der BBL zurück und ist im Unterhaus unerwünscht. Das Schlusslicht nimmt den freien Platz ein.

Köln - Köln/Berlin - Die Basketball-Bundesliga wird vom Aus des früheren deutschen Meisters Köln 99ers erschüttert.

Der insolvente Traditionsklub erklärte am Freitag seinen Verzicht auf das sportliche Teilnahmerecht für die kommende Saison in der ersten Liga. Den frei gewordenen BBL-Startplatz nimmt der sportliche Absteiger Eisbären Bremerhaven ein. (Liga-Dino ergattert die Wildcard)

"Nach eingehender Prüfung der wirtschaftlichen Gegebenheiten und insbesondere auch nach erschöpfender Prüfung aller Kontakte erscheint es nicht möglich, das von den Köln 99ers angestrebte sportliche Konzept mit der Sicherheit umzusetzen, die gegenüber dem Team und den Konkurrenten verantwortet werden sollte", hieß es in einer Pressemitteilung des zuständigen Insolvenzverwalters Norbert Heimann und der beiden Geschäftsführer Stephan Baeck und Jens Brämer.

Rollis und Nachwuchs machen weiter

Vor einer Woche hatten die Rheinländer beim Amtsgericht Köln einen Insolvenzantrag gestellt, nachdem die Gesellschafter des Meisters von 2006 beschlossen hatten, dass der Etat von lediglich 1,2 Millionen Euro den Ansprüchen an einen Erstligastandort Köln nicht genüge und daraufhin ihre Finanzierungszusagen zurückgezogen. (Köln 99ers stehen vor dem Aus)

Neue Sponsoren konnte der dreimalige Pokalsieger (2004, 2005, 2007), der in der kommenden Saison auf junge deutsche Spieler setzen wollte, nun nicht finden.

Die Jugend- und Rollstuhlabteilungen der Kölner sind allerdings nicht vom Aus der Profis betroffen.

Keine Ernte für "Team Germany"

"Die Ziele waren hoch gesteckt. Die Verantwortlichen der Köln 99ers haben alles versucht, dies zu erreichen. Die Umsetzung scheitert an den regional und überregional vorgegebenen Strukturen, in denen Profiteams ihre Finanzkraft sicherstellen können", hieß es in der Mitteilung des Klubs, der bereits im Januar 2008 und diesem Frühjahr vor der Insolvenz gestanden hatte. (DATENCENTER: Die Abschlusstabelle)

"Wir erkennen den Kampf der Kölner Geschäftsführung um einen Erhalt des BBL-Standorts Köln ausdrücklich an. Bedauerlicherweise hat das Konzept 'Team Germany' nicht ausreichend Anklang gefunden. Damit beenden die Kölner eine sehr erfolgreiche Ära", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer.

"Planungssicherheit für alle Beteiligten"

Da die Arbeitsgemeinschaft 2. Basketball-Bundesliga bereits in den vergangenen Tagen erklärt hatte, die 99ers nicht in ihren Spielbetrieb aufzunehmen, bedeutet der Rückzug das endgültige Aus für den Kölner Profibasketball. (99ers droht Sturz in die Drittklassigkeit)

"Mit den Eisbären Bremerhaven rückt ein geschätzter und hoch professionell arbeitender Klub auf. Es ist gut, dass wir nun Gewissheit über das Teilnehmerfeld und damit Planungssicherheit für alle Beteiligten haben", meinte Pommer.

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