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Rashad Wright (r.) und Alba Berlin streben die neunte Deutsche Meisterschaft an © getty

Die kommende BBL-Saison bringt den Basketball zurück ins Free-TV und eröffnet jungen Spielern neue Perspektiven.

München - Neuer Liga-Sponsor, neuer Fernsehvertrag, neue Perspektiven für deutsche Profis - es herrscht Aufbruchstimmung in der Basketball-Bundesliga (BBL).

Unverändert ist hingegen der Kreis der Top-Favoriten auf den Gewinn der Meisterschaft. Das Gros der Experten sieht einmal mehr Branchenführer ALBA Berlin am Ende der 44. Saison vorn. (DATENCENTER: Der BBL-Spielplan)

Doch sechs verschiedene Titelträger in den vergangenen sechs Jahren sprechen für eine erneut spannende Saison.

"Ich sehe sogar fünf oder sechs Aspiranten auf die Meisterschaft, aber das macht die Stärke der Liga aus", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann vor dem Auftakt am Freitag.

Zurück auf der Mattscheibe

Nach den vielversprechenden Auftritten des stark verjüngten Nationalteams bei der EM in Polen werden nun auch die Spiele der BBL nach zwei Jahren Abstinenz wieder bei einem frei empfangbaren Fernsehsender zu sehen sein.

Das DSF wird bis 2012 mindestens 50 Begegnungen pro Saison live übertragen.

"Sollte sich alles in die richtige Richtung entwickeln, ist denkbar, das Angebot zu erweitern. Mit der Vergabe der exklusiven Übertragungsrechte für Live-Spiele hat die Liga einen wichtigen Pflock für die kommenden Jahre eingeschlagen", sagte BBL-Boss Jan Pommer, der in der vergangenen Woche einen weiteren Erfolg vermelden konnte.

Neuer Hauptsponsor

Ein türkisches Elektronikunternehmen wird bis 2015 als Hauptsponsor und Namensgeber für die Liga firmieren und dafür angeblich einen Betrag im unteren siebenstelligen Bereich zahlen.

Die Bundesliga-Rekordmarke von 1,29 Millionen Zuschauern (3874 im Schnitt) in der vergangenen Saison hat offenbar Eindruck hinterlassen.

Berlin notierte mit 10.108 Besuchern sogar den zweitbesten Schnitt in Europa hinter CAI Saragossa (10.263) aus Spanien.

"Wir haben das stärkste Team der Liga"

Die Zielsetzung für die "Albatrosse" mit nahezu unverändertem Kader 158412(DIASHOW: Die wichtigsten Wechsel) und dem höchsten Etat der 18 Bundesligisten (7,0 Millionen Euro) ist klar.

"Wir haben das stärkste Team der Liga, daher müssen und werden wir den besten Basketball der Liga spielen", sagte Trainer Luka Pavicevic und ergänzte: "ALBA hat immer die höchsten Ziele, in jedem Wettbewerb und auf allen Ebenen."

So auch in der Euroleague. Die erneute Teilnahme ist jedoch nach dem 70:79 im Qualifikations-Hinspiel bei Maroussi Athen in Gefahr. Zuletzt reichte es immerhin zum Einzug in die Top-16-Runde.

Oldenburg betritt Neuland

Davon kann Meister Oldenburg bei seiner Premiere in der "Königsklasse" nur träumen.

"Wir bewegen uns auf einer völlig neuen Ebene, wir mussten völlig umdenken und umstrukturieren", sagte Oldenburgs Geschäftsführer Hermann Schüller.

Oldenburg konnte dank eines auf sechs Millionen Euro aufgestockten Etats alle Stars halten und setzt national und international auf ein "eingespieltes Team und eine funktionierende Rotation", so Trainer Predrag Krunic.

Bonn: Kleiner Kader, große Ambitionen

Allzu gern hätte man beim "Vize" in Bonn die Premiere auf der ganz großen europäischen Bühne gefeiert, doch die Telekom Baskets wollen einen neuen Anlauf versuchen.

Bei gleichem Etat (3,0 Mio.) wurde der Kader von 12 auf 10 Spieler reduziert. "Ich glaube, dass die Mannschaft nicht schlechter geworden ist, sondern anders", sagte Coach Michael Koch und kündigte eine anderen Spielstil an.

Liga-Neuling setzt auf Deutsche

Hinter einem größeren Feld von Aspiranten auf die Play-off-Ränge nach der Hauptrunde starten mit einem Mini-Etat Bundesliga-Rückkehrer Mitteldeutscher BC (1,2 Mio.) und Neuling Phoenix Hagen (1,5) in die neue Saison.

Die Westfalen werden ihre Heimspiele in einer umgebauten Tennishalle austragen bis die Ischelandhalle auf das von der BBL geforderte Fassungsvermögen von 3000 Zuschauern ausgebaut ist.

Nur vier Ausländer, aber acht Spieler mit deutschem Pass stehen im Aufgebot der Hagener, das beschreibt einen Trend, den DBB-Coach Bauermann beschleunigen möchte.

Bauermann nicht 100 Prozent zufrieden

Zwar hat die BBL am vergangenen Wochenende eine Erhöhung der aktuell gültigen Quote von vier auf fünf deutsche Akteure auf dem Spielberichtsbogen ab der Saison 2010/2011 beschlossen, doch Bauermann sagt:

"Das ist nur ein Teilerfolg. Am liebsten wären mir nur vier Ausländer im Kader, dann würde zumindest ein Deutscher auf dem Feld stehen."

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