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Schweres Erbe: Chris Fleming tritt in Bamberg in Dirk Bauermanns Fußstapfen © getty

Bamberg startet gegen Ulm in die Saison: Mit neuem Trainer und völlig neuem Personal ist das Team aber kaum einschätzbar.

Von Christian Paschwitz

Bamberg - Die ebenso finanzstarken Titelaspiranten ALBA Berlin (96:84 gegen Artland Dragons) und Telekom Baskets Bonn (81:66 bei Skyliners Frankfurt) haben schon am vergangenen Wochenende erfolgreich losgelegt:

Nun wollen die Brose Baskets Bamberg nachziehen - der BBL-Auftakt an der Regnitz gegen ratiopharm Ulm ist aber weit mehr als der sonst übliche Saison-Start.

Denn: Nicht nur hat der einst acht Jahre bei den Artland Dragons Regie führende Chris Fleming (38) als Trainer Dirk Bauermann abgelöst. Mit acht Zugängen - darunter der erst vor zehn Tagen verpflichtete Center Alexander Johnson (Miami Heat) und Point Guard Filiberto Rivera - wurde die Mannschaft komplett umgekrempelt.

Gerade auf Rivera sind die Blicke gerichtet: Der 26-Jährige tritt auf der Schlüsselposition Aufbau das Erbe von Nationalspieler Steffen Hamann (zu ALBA) an.

Euphoriebremse

Kein Wunder also, dass beim Meister von 2005 und 2007 im Vorfeld bewusst auf die Euphoriebremse getreten wird. "Wir müssen erst einmal als Team zusammenfinden", hatte Robert Garrett kürzlich im Interview mit Sport1.de gesagt und vor allzu großen Erwartungen zu Saisonbeginn gewarnt.

Es ist das Jahr eins nach Bauermann, immerhin ab 2001 bis zum Aus im Playoff-Viertelfinale gegen die EWE Baskets Oldenburg im Mai im Amt - sowie der Neubeginn nach Center Chris Ensminger und Hamann.

Und auch wenn die Bamberger nun noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlugen, den Aufbauspieler Jason Forte (Rio Grande Valley Silverados) aus der amerikanischen Continental Basketball Association verpflichteten, der den lange ausfallenden John Goldsberry Knieverletzung ersetzen soll: Die Leistungsfähigkeit der Brose Baskets vermag noch kaum jemand einzuschätzen.

Garrett stapelt tief

Wundertüte Brose Baskets: "Wir konnten uns noch nicht wirklich vorbereiten. Wir haben kaum zusammengespielt. Es läuft einfach noch nicht rund", gibt Garrett zu. "Wir haben noch Einiges, woran wir arbeiten müssen, vor allem an der Feinabstimmung. Bis zum Spiel gegen Ulm wird es eng."

Was ins Bild passt: Im Testspiel gegen den ProA-Ligisten FC Bayern München setzte es kürzlich ein 62:66.

Spannende Frage zudem: Wie macht sich nach den Olympischen Spielen in Peking die gerade mal fünf Tage währende Pause bei Bambergs Nationalspielern bemerkbar? Echte Regeneration sieht jedenfalls anders aus.

Doch so oder so erwarten sie in Bamberg insgeheim, um den Titel mitzuspielen - und gegen Ulm sogleich einen Sieg:

Wenngleich Co-Trainer Arne Woltmann, den Fleming aus Quakenbrück mitgebracht hat, warnt: "Ulm ist zu diesem Zeitpunkt kein leichter Gegner für uns. Wir sind weit davon entfernt, das Potenzial abzurufen, das zweifelsfrei vorhanden ist."

Die sportliche Leitung baut vor: Denn: In der Saison 2007/2008 hatte es eine Enttäuschung gegeben, als die hoch gehandelte Mannschaft es nicht schaffte, konstant zu spielen und aus der Euroleague mit nur zwei Siegen ausschied.

Bei ihrem letzten Auftritt in der JAKO Arena schlugen die Bamberger Ulm allerdings mit 110:89:110.

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