vergrößernverkleinern
Chris Fleming (r., mit Tibor Pleiß) gewann 2008 mit den Artland Dragons den Pokal © imago

Bamberg hinkt in der BBL weit hinter den Erwartungen zurück. Spekulationen um einen Trainerwechsel erteilt der Coach eine Absage.

Von Robert Gherda

München/Bamberg - Experten waren sich vor Saisonbeginn einig, dass die Brose Baskets Bamberg 2009/2010 um den Titel spielen werden.

Auch der letztjährige Halbfinalist selbst, der mit 5,5 Millionen Euro den zweihöchsten Etat nach ALBA Berlin hat, gab den dritten Titel nach 2005 und 2007 als Ziel aus.

Nach der bitteren 68:80-Heimniederlage gegen Bonn rückten die Verantwortlichen jedoch erstmals von den Vorgaben vor der Saison ab. Bamberg liegt nach zwei Siegen und sechs Niederlagen nur auf Platz 15 der Tabelle (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Das wird wohl nichts. Unter die ersten vier wäre gut", erklärte Klubmanager Wolfgang Heyder gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Fleming in der Kritik

Vor allem Trainer Chris Fleming wird für die Misere verantwortlich gemacht und gerät zunehmend unter Druck. Die Fans fordern vehement den Rauswurf des Übungsleiters und träumen von besseren Zeiten unter Ex-Trainer Dirk Bauermann, der beide Titel für Bamberg holte.

Auch andere Namen werden gehandelt. "Bild" berichtete, dass Heyder sich zuletzt mit Svetislav Pesic getroffen habe. Angeblich verhinderten nur die hohen Gehaltsforderungen Pesic' ein Engagement in Bamberg.

Klubführung steht hinter dem Coach

Fleming selbst lassen die Spekulationen kalt: "Wolfgang ist falsch zitiert worden. Das ist nicht korrekt. Ich habe einen Vertrag und mache meinen Job.", sagt der Coach gegenüber Sport1.de.

Vielmehr betont der 39-Jährige, ein gutes Verhältnis zum Manager zu haben.

"Ich spüre das volle Vertrauen im Verein. Wolfgang Heyder stand von Anfang an hinter der ganzen Sache und er weiß auch, wie man aus schwierigen Situationen herauskommt", sagt Fleming.

Keine leichte Situation

Lösungsansätze aus der Krise sind in erster Linie aber vom Trainer selbst gefordert, der bereits im vergangenen Jahr mit seiner Mannschaft einen schwachen Saisonstart hinlegte. Damals gelang ihm die Wende und Bamberg zog als Siebter in die Playoffs ein.

Fleming gibt zu, dass ihn die derzeitige Phase sehr mitnimmt:

"Es ist natürlich für keinen Menschen leicht, in einer solchen Situation zu stecken. Aber mein Job ist es, diese Mannschaft zu coachen und ich weiß auch, dass sie sehr erfolgreich spielen können."

Neuzugang soll bei der Wende helfen

Damit dies in Zukunft wieder häufiger passiert, wurde mit Anton Gravel ein neuer Aufbauspieler verpflichtet, der den verletzten John Goldsberry ersetzen soll.

"Anton verschafft uns Erfahrung und eine gewisse Härte. Er ist ein Spieler, der sich in der Vergangenheit in der BBL gut präsentiert hat", freut sich Fleming auf den Neuzugang.

"Ich wollte Anton schon in Quakenbrück verpflichten und bin sehr froh, dass es jetzt endlich geklappt hat."

Eigenen Korb dichtmachen

Dass jedoch ein Spieler den Turnaround nicht alleine bewerkstelligen kann, ist Fleming klar.

"Wir müssen über harte Verteidigung wieder zu unserem Spiel finden und Selbstvertrauen aufbauen", erklärt der Amerikaner.

"Wenn wir den eigenen Korb dichtmachen, generieren wir dadurch auch wieder leichte Offensivaktionen."

Veränderungen geplant

Zusätzlich kündigt Fleming auch personelle Konsequenzen für die kommenden Spiele an:

"Wir werden unsere Startformation und einige weitere Personalien auf dem Spielfeld verändern."

Allerdings wollte sich der Coach nicht festlegen, wie diese Veränderungen genau aussehen werden.

Konstanz fehlt

Fleming reagiert damit auch auf die Tatsache, dass das Team es in den letzten Spielen nicht geschafft hat, die Intensität in den entscheidenden Phasen hochzuhalten.

Dies bemängelte Co-Trainer Volker Stix nach der Pleite gegen Bonn.

"Wir haben immer wieder Zwischensprints zugelassen. Das darf in einem solch wichtigen Spiel einfach nicht passieren."

Mit einem Sieg geht die Serie los

Fleming hofft mit verändertem Personal die Wende bereits bei den Düsseldorf Giants (Sa., ab 18.30 Uhr LIVESCORES) einleiten zu können: "Es kommt darauf an, dass wir unseren Energiepegel über die gesamten 40 Minuten halten können", sagt der Trainer.

"Wir müssen einfach mal wieder gewinnen. Den Druck machen wir uns selbst."

Bei einem Erfolg ist sich Fleming sicher, dass die Mannschaft eine Serie starten wird. "Wenn wir ein paar Spiele gewinnen, werden die Fans auch eine andere Mannschaft sehen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel