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BBL-Geschäftsführer Jan Pommer glaubt nicht an einen Wettskandal in der Liga © getty

Trotz bisher verwehrter Akteneinsicht ist Pommer erleichtert. Der Rücktritt eines Referees habe nichts mit dem Wettskandal zu tun.

Köln - Die Basketball-Bundesliga ist nach eigener Aussage nicht in den internationalen Wettskandal verwickelt, meldet aber gleichzeitig den Rücktritt eines Schiedsrichters wegen eines Verstoßes gegen den Verhaltenskodex.

Die BBL teilte am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit, dass "unabhängig von den entkräfteten Spekulationen um mögliche Spielmanipulationen und um den Weg der Transparenz konsequent weiter zu beschreiten", Schiedsrichter Predrag Kovacevic mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt aus dem Kader der BBL-Referees erklärt habe.

Als Begründung für diesen Schritt habe der 45-Jährige ein von seiner Seite aus "unangemessenes Verhalten" genannt. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Verstoß gegen Verhaltenskodex

"Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass damit der Versuch verbunden war, ein Spiel zu manipulieren", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer.

Pommer war von Kovacevic informiert worden, dass der Schiedsrichter sich von einer in Untersuchungshaft befindenden Person habe einladen lassen.

Das sei ein Verstoß gegen die Verpflichtungserklärung, die jeder Unparteiische gegenüber dem Verband und der Liga eingegangen ist, und zudem ein Verstoß gegen den Verhaltenskodex, hieß es in der Pressemitteilung.

"Wir haben großen Respekt vor dieser Entscheidung und begrüßen diesen Schritt", sagte Pommer.

Kein Wettskandal in der BBL

Zudem erklärte die BBL, dass im Zusammenhang mit dem europäischen Wettskandal im Fußball "nach derzeitigem Kenntnisstand weder ein Spiel manipuliert noch ein Manipulationsversuch unternommen" worden sei.

"Obwohl der BBL trotz entsprechender Anfrage bisher die Akteneinsicht durch die Staatsanwaltschaft Bochum nicht gewährt wurde, was aufgrund der Brisanz und Relevanz des Themas 'betrüblich ist', so Pommer, hat die BBL aus gesicherten Quellen belastbar erfahren, dass keinerlei Belege dafür vorliegen, dass ein Spiel der Basketball Bundesliga manipuliert wurde", heißt es in der Erklärung.

Kein Manipulationsversuch bekannt

Zudem lägen auch keine Erkenntnisse darüber vor, "dass der Versuch unternommen wurde, eine Partie durch einen Spieler, einen Schiedsrichter oder durch Dritte zu manipulieren".

"Die BBL ist somit vom Verdacht der Spielmanipulation nicht betroffen. Dies ist eine Erleichterung", sagte Pommer.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte unter Berufung auf Unterlagen der ermittelnden Staatsanwaltschaft Bochum über Verdachtsmomente berichtet, wonach Ante S., mutmaßlicher Drahtzieher der Manipulationen, im Juni versucht haben soll, auch ein Spiel der Play-offs in der BBL im Juni zu kaufen.

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