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Chris Fleming kam vor der Saison von den Artland Dragons nach Bamberg © imago

Im Interview mit Sport1.de spricht Bambergs Trainer Chris Fleming über den Fehlstart seiner Mannschaft in die neue BBL-Saison.

Von Rainer Nachtwey

München - Der Schlusspfiff gegen die EnBW Ludwigsburg war gerade erst ertönt, da hallten schon wieder neue Pfiffe durch die Jako-Arena.

Die kamen jedoch nicht von den Schiedsrichtern. Die Fans der Brose Baskets Bamberg reagierten enttäuscht auf die dritte Pleite der laufenden Spielzeit.

Mit so einem Fehlstart hatte in Bamberg keiner gerechnet, auch wenn Robert Garrett bei Sport1.de bereits vor der Spielzeit gewarnt hatte: "Bis zum Saisonstart wird es eng. "

Trotzdem sind die Baskets die negative Enttäuschung der bisherigen Saison.

Kritik vom Geschäftsführer

Geschäftsführer Wolfgang Heyder war mit der Leistung seiner Truppe bei der 61:68-Niederlage gegen Ludwigsburg alles andere als einverstanden. "Die Mannschaft war völlig verkrampft, spielte in der Verteidigung wie mit Blei an den Füßen", übte Heyder Kritik.

Kritik, die auch an Trainer Chris Fleming gerichtet ist.

Bei Sport1.de spricht der Coach über den Fehlstart und die Maßnahmen, die er ergreifen wird.

Sport1.de: Herr Fleming, wie sehr haben Sie die Pfiffe der eigenen Zuschauer nach der Heimniederlage gegen Ludwigsburg getroffen?

Chris Fleming: Gar nicht. Das ist mir nicht aufgefallen.

Sport1.de: Es war jetzt die dritte Niederlage im dritten Saisonspiel. Woran hapert es im Moment?

Fleming: Man kann das an vielen Faktoren festmachen. Wir sind extrem spät in die Saisonvorbereitung gestartet, dann die Verletzungen, der ständige Personalwechsel auf den Positionen. Aber letztendlich müssen wir uns vorwerfen, dass wir bisher noch nicht das herausgeholt haben, was wir können. Uns fehlen die erwartete Härte und der Kampfgeist.

Sport1.de: Wie wollen Sie dagegen vorgehen?

Fleming: Durch Umstellungen. Gerade in der Abstimmung, wer wann spielt. Aber dafür brauchen wir Zeit, die wir bisher noch nicht ausreichend hatten.

Sport1.de: Das heißt, Sie schlagen in die gleiche Kerbe wie Robert Garrett, der die fehlende Regeneration und Vorbereitungszeit nach Olympia bemängelt hat?

Fleming: Sicherlich. Filiberto Rivera zum Beispiel hat noch länger als die Nationalspieler gefehlt. Der ist erst am Anfang September von der WM-Qualifikation mit Puerto Rico aus Mexiko zurückgekehrt. Alex Johnson wurde erst sehr spät verpflichtet, dann mussten wir noch einen Ersatz für John Goldsberry holen, der sich verletzt hatte. Das Problem dabei ist, jedes Mal wenn man einen neuen Spieler holt, fängt man wieder von vorne an. Vor allem, wenn die Mannschaft nicht gefestigt ist.

Sport1.de: Liegt das auch daran, dass der Kader fast rundum erneuert wurde?

Fleming: Sicherlich. Denn uns fehlt noch etwas der Zusammenhalt. Den können wir nur durch Training und Spiele aufbauen.

Sport1.de: Geschäftsführer Wolfgang Heyder monierte nach der Niederlage gegen Ludwigsburg, dass es keinen Spieler gab, der die Verantwortung übernommen hat. Wer soll bei Ihnen die Verantwortung übernehmen?

Fleming: Das können mehrere bei uns. Eric Taylor wird Verantwortung übernehmen müssen, weil er ein erfahrener Spieler ist, die Nationalspieler und Rivera gehören sicherlich auch dazu.

Sport1.de: Fehlt im Moment nur ein Erfolgserlebnis? Quasi nach dem Motto: Wenn der Stein erst einmal ins Rollen kommt?

Fleming: Ein Sieg hilft immer. Aber man muss sich den Sieg erst einmal verdienen. Das haben wir bisher noch nicht. Und daran werden wir arbeiten müssen. Unser Selbstvertrauen wird durch gute Defense und härtere Reboundarbeit kommen.

Sport1.de: Und wann wird John Goldsberry daran teilnehmen können?

Fleming: Ich denke Ende des Monats. Wenn alles gut läuft, wird er diese Woche mit erstem Lauftraining anfangen. Dann müssen wir sehen, wie er sein Knie das Ganze verträgt.

Sport1.de: Mit welchen Aussichten gehen Sie jetzt ins Spiel in Paderborn?

Fleming: Mit den Erwartungen, dass wir in der Defensive konstant arbeiten und mit Stolz auflaufen, für Bamberg spielen zu dürfen.

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