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Berlins Blagota Sekulic (M.) kam gegen Frankfurt auf elf Punkte © imago

Den Jubel über die vorzeitige Qualifikation für die Playoffs muss ALBA verschieben und reagiert sauer. Auch Bonn patzt.

München - Wut, Frust und eine Drohung: Nach der verpatzten Eurocup-Generalprobe liegen beim früheren Basketball-Serienmeister ALBA Berlin die Nerven blank.

Der Tabellenführer der Bundesliga fühlt sich nach dem 70:76 (29:37) gegen den Dritten Skyliners Frankfurt von den BBL-Schiedsrichtern systematisch benachteiligt und droht mit dem Rückzug aus sämtlichen BBL-Gremien.

"Wir wollen nicht mehr Teil des Ganzen sein", sagte Geschäftsführer Marco Baldi der "Berliner Morgenpost", "da setzen wir unsere Energie lieber anderweitig ein."

Als Gesellschafter könne der Verein natürlich nicht aus der Liga aussteigen. Der Verein droht aber damit, aus allen Gremien auszutreten.

Schiedsrichter in der Kritik

"Es reicht", sagte Baldi zur Begründung, "irgendwann kann man nicht mehr sagen: Weitermachen, es ist uns egal." Seit zwei Jahren gebe es eine Tendenz der Referees gegen ALBA. Der Verein habe immer wieder Videomaterial an die BBL geschickt, doch passiert sei nichts.

Eigentlich wollte sich Pokalsieger ALBA mit einem Sieg als erstes Team vorzeitig die Playoff-Teilnahme sichern. Doch am Ende stand vier Tage vor dem Viertelfinal-Hinspiel des Eurocups am Mittwoch gegen Hapoel Jerusalem die dritte Liga-Heimniederlage. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Auch Bonn verliert

Davon nicht profitieren konnten die Telekom Baskets Bonn, die bei EnBW Ludwigsburg ebenfalls schwächelten und mit 72:86 (26:36) verloren.

Die Rheinländer liegen zwei Punkte hinter den "Albatrossen" und nur einen Zähler vor den Hessen.

Jenkins mit 19 Punkten

Berlins Trainer Luka Pavicevic zeigte sich über die zweite Niederlage in den letzten drei Liga-Heimspielen vor 10.276 Zuschauern sichtlich verärgert. (STENOGRAMME: 28. Spieltag)

"Wir haben dem Gegner geholfen zu gewinnen. Wir haben einfache Korbleger vergeben und den Ball zu oft unnötig verloren", kritisierte der Serbe. Berlin nutzten am Ende auch 19 Punkte von Julius Jenkins in dessen 200. Spiel für ALBA nichts.

Geschenk für Didin

Gut Lachen hatte Frankfurts Coach Murat Didin, der sich über ein "nachträgliches Geschenk" freute.

Zwei Tage nach seinem 55. Geburtstag sagte der Türke: "Wir wussten, dass wir hier nur mit einer starken Defense bestehen können." Didin lobte besonders die Mannschaftsleistung beim ersten Sieg der Hessen in der Hauptstadt seit fünf Jahren.

Meister EWE Baskets Oldenburg eroberte mit einem Pflichtsieg den dritten Tabellenplatz. Die Niedersachsen setzten sich bei TBB Trier souverän mit 90:69 (37:33) durch und haben nun 46 Punkte auf dem Konto.

Ludwigsburg an den Playoff-Plätzen dran

Gute Verteidigungsarbeit fehlte beim "Vize" Bonn gegen leidenschaftlich kämpfende Ludwigsburger.

"Meine Spieler haben gegen eines der besten Teams der Liga einen guten Job gemacht", resümierte Ludwigsburgs Coach Tolga Öngören.

Ein Punkt trennt die Schwaben noch von einem Playoff-Platz.

Göttingen schließt auf

Nur drei Zähler Abstand von Spitzenreiter Berlin weist die Tabelle für die BG Göttingen aus, die ihr Heimspiel gegen Aufsteiger Mitteldeutscher BC souverän mit 89:63 (47:32) gewann und in Ben Jacobson (24 Punkte) ihren herausragenden Akteur hatte.

Den achten und letzten Playoff-Platz verteidigten die Artland Dragons aus Quakenbrück mit dem 102:80 (50:21) gegen den Abstiegskandidanten LTi Giessen 46ers erfolgreich.

Erneute Niederlage für Giants

Wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt verpassten die Giants Düsseldorf im Abstiegs-Endspiel mit der 68:70 (33:40)-Niederlage gegen Neuling Phoenix Hagen, der nur einen Zähler schlechter als die Rheinländer den vorletzten Tabellenplatz belegt.

Zum Matchwinner für Hagen avancierte Chase Griffin. Der US-Amerikaner verwandelte in den letzten 40 Sekunden zwei Drei-Punkte-Würfe und führte Phoenix somit zum siebten Saisonsieg.

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