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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Artlands Forward Toby Bailey spielte einst bei den Phoenix Suns © getty

Die Dragons wollen mit einer Kampagne die Anhänger im Kampf um die Playoffs hinter sich scharen. Auch die Kirche ist dabei.

Von Andreas Kloo und Marwan El Eid

München - Die Artland Dragons und ihre nach Basketball verrückte Heimatstadt Quakenbrück: Das ist eine besondere Beziehung.

Das "Basketballwetter" im 13.000-Einwohner-Ort kann man "schon morgens am Gesicht des Bäckers ablesen", weiß Dragons-Geschäftsführer Marko Beens.

Anscheinend hat der ihm zuletzt zu oft zu mürrisch dreingeblickt: Der Klub hat sich nämlich vor kurzem zu einer Kampagne entschlossen, die im engen Kampf um die Playoff-Plätze in der BBL noch einmal alle Fans mobilisieren soll (DATENCENTER: Bundesliga).

"Wake the Dragon - Wer nicht kämpft, hat schon verloren!" heißt die Aktion, die eine Antwort darauf ist, dass die Dragons bemerkt haben, dass es Anhänger gab, "die schon jetzt mit der Saison abgeschlossen haben".

Nur noch Siege zählen

Die versucht der Klub nun für die entscheidenden Spiele wieder vollständig hinter sich zu bringen. Eine breite Unterstützung scheint auch nötig.

Denn als Tabellenzehnter liegen die Dragons mit 46 Punkten derzeit zwei Punkte hinter dem zur Teilnahme an den Playoffs berechtigenden Platz acht. Daher zählen für das Team von Head-Coach Thorsten Leibenath im Saison-Endspurt nur noch Siege.

So auch am Samstag (ab 19.45 und auf SPORT1), wenn die Dragons bei den abstiegsbedrohten Giants Düsseldorf antreten.

"Beide Teams brauchen unbedingt diesen Sieg", weiß Co-Trainer Ralf Rehberger um die Bedeutung dieser Partie: "Das wird ein hart umkämpftes Spiel."

Auch die Kirche schaltet sich ein

Nach Gründen für die Playoff-Qualifikation der Dragons muss man nicht mehr suchen. Das hat das Team am Montag eigenhändig erledigt.

Sechs Spieler reisten am Montag durch die Region um Quakenbrück, befragten lokale Prominenz und sammelten auf Schulhöfen oder in Einkaufszentren bei den Fans Argumente für den eigenen Erfolg.

Sogar die Kirche schaltete sich ein: "Die Dragons kommen in die Playoffs, weil gute, begeisterte Zuschauer dahinterstehen", ist Pastor Klaus Teckentrup von der Quakenbrücker Gemeinde St. Marien überzeugt.

Düsseldorf bangt um Kapitän

Vor allem durch den 66:52-Triumph am vergangenen Spieltag gegen Oldenburg ist das Feuer bei den Drachen neu entfacht. An die starke Leistung gegen den Meister will das Team nun anknüpfen. "Um in Düsseldorf eine Chance zu haben, müssen wir von Anfang an präsent sein und mit der gleichen Leidenschaft und Intensität wie gegen Oldenburg ins Spiel gehen", lautet Rehbergers Vorgabe.

Quakenbrücks Stärke gegen den Lokalkonkurrenten war die Abwehrarbeit. Das soll auch gegen die Rheinländer wieder so sein. Rehberger weist auf Düsseldorfs Guard Brendan Winters hin, der 40 Prozent seiner Drei-Punkte-Versuche verwandelt: "Da müssen wir in der Verteidigung gut aufpassen", warnt Rehberger.

Ein anderer wichtiger Mann droht bei den Giants allerdings auszufallen. Kapitän Gordon Geib leidet weiter an einer Wadenprellung. Bereits gegen Ludwigsburg war er ausgefallen.

Keine guten Voraussetzungen also für den Tabellensechzehnten im nächsten wichtigen Spiel gegen den Klassenerhalt. Zumal Trainer Hansi Gnad die Artland Dragons für stärker einschätzt als deren aktueller Tabellenplatz aussagt: "Für mich zählen die Dragons zu den Top-Teams der Liga. Sie bringen von Position eins bis zwölf alles mit: Physis, Athletik und die nötige Erfahrung."

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