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Stephan Baeck gewann 1993 mit der deutschen Nationalmansnchaft den EM-Titel © SPORT1

Der Kampf um Rang acht, den letzten Playoff-Platz, ist äußerst eng. SPORT1 analysiert mit Stephan Baeck die Ausgangslage.

Von Rainer Nachtwey

München - Sieben Teams haben die K.o.-Runde-Qualifikation bereits geschafft oder so gut wie in der Tasche, aber dahinter tobt der Kampf um den letzten verbliebenen Playoff-Platz.

Mit Braunschweig (18 Siege, 14 Niederlagen), den Artland Dragons (17:14) und dem Mitteldeutscher BC (16:15) buhlen drei Teams um Rang acht.

"Es läuft alles auf Artland oder Braunschweig hinaus, wobei Braunschweig mit den besseren Karten in die letzten Spiele geht. Der MBC hat nur noch Außenseiterchancen", sagt SPORT1-ExperteStephan Baeck.

Dem derzeitige Tabellenachte Bremerhaven, der aufgrund weniger bestrittener Spiele hinter den New York Phantoms rangiert, sollte die K.o.-Runden-Teilnahme nicht mehr zu nehmen sein. "Bremerhaven ist durch", ist sich Baeck sicher.

SPORT1 beleuchtet mit Stephan Baeck die Situationen vor den letzten drei Spieltagen bei Braunschweig, den Artland Dragons und dem MBC.

Braunschweig (Platz 7, 18 Siege, 14 Niederlagen, 50 Punkte)

Ausgangslage:Auf die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski warten lediglich noch zwei Spiele in der regulären Saison. Das gestärkte Selbstbewusstsein nach dem überraschenden Erfolg über ALBA Berlin erhielt nach dem deutlichen 77:100 in Bamberg allerdings einen Knacks.

Baeck: "Braunschweig hat nicht so schlecht gespielt, wie das Ergebnis das aussagt. Sie hatten das Pech, auf eine Mannschaft zu treffen, die derzeit den besten Basketball spielt. Daher sollten sie sich die Niederlage nicht zu Herzen nehmen."

Zudem fand Braunschweig zur Heimstärke zurück. In der Volkswagen-Halle wurde zuletzt nicht nur Titelfavorit ALBA, sondern auch Mitkonkurrent MBC bezwungen (Bonn bleibt Spitzenduo auf den Fersen).

Direkter Vergleich:Die Niedersachsen sind der Konkurrenz gegenüber im Vorteil: Sie haben es selbst in der Hand. Der direkte Vergleich sowohl gegen die Dragons als auch gegen den MBC spricht für Braunschweig.gg. Artland Dragons 94:86, 66:60gg. MBC 82:75, 74:66

Restprogramm:25. April: Phoenix Hagen (H)1. Mai: Skyliners Frankfurt (A)

Für Hagen geht es um den Klassenerhalt. Allerdings bestreitet der Aufsteiger zwei Tage vor dem Spiel in Braunschweig das direkte Duell bei Kontrahent Trier (DATENCENTER: Bundesliga).

Baeck: "Das Spiel gegen Hagen wird sicherlich kein Selbstläufer. Für Hagen ist das eine wichtige Partie um das rettende Ufer. Wobei es gute Aussichten hat, den Gang in dei ProA zu vermeiden. Als Absteiger muss man wohl eher mit Trier, Giessen oder Düsseldorf rechnen."

Für die Skyliners, am letzten Spieltag wohl bereits für die Playoffs qualifiziert, geht es nur noch um die Platzierungen vor der K.o.-Runde.

Artland Dragons (Platz 9, 17 Siege, 14 Niederlagen, 48 Punkte)

Ausgangslage:Mit zwei Spielen innerhalb von drei Tagen (Freitag gegen Ulm, Sonntag gegen Tübingen) wartet auf die Dragons ein straffes Programm. Doch nach dem erfolgreichen Auftritt gegen Meister Oldenburg und in Düsseldorf, als die Giants mit 93:60 abgewatscht wurden, strotzt die Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath vor Selbstbewusstsein.

Baeck: "Selbstbewusstsein ja, aber Euphorie ist jetzt fehl am Platz. Artland muss sich auf das Wesentliche konzentrieren, auf die eigenen Stärken besinnen, gewinnen und auf einen Aussetzer der Braunschweiger hoffen."

Direkter Vergleich:Wegen der verlorenen Duelle müssen die Dragons mehr Punkte als Braunschweig aufweisen.gg. Braunschweig 86:94, 60:66gg. MBC 101:91, 80:81

Restprogramm:23. April: Ulm (H)25. April: Tübingen (H)1. Mai: Bremerhaven (A)

Mit Ulm und Tübingen erwarten die heimstarken Dragons zwei Gegner aus dem Niemandsland der Tabelle - fernab der Playoff-Quali und den Nichtabstieg unter Dach und Fach. Das letzte Auswärtsspiel bei den Eisbären Bremerhaven, die um eine bessere Positionierung unter den ersten Acht kämpfen, ist hingegen ein echter Prüfstein.

Baeck: "Die Mannschaft hat definitiv die Qualität. Quakenbrück ist mit einer exzellenten Truppe angetreten, die es zu Beginn versäumt hat, wie Braunschweig den Grundstein für die Playoff-Teilnahme zu legen. Bremerhaven ist vom Papier her sicherlich der stärkste Gegner, der um eine gute Position für die Playoffs kämpft, aber auch Tübingen ist ein sehr unangenehmer Gegner."

MBC (Platz 11, 16 Siege, 15 Niederlagen, 47 Punkte)

Ausgangslage:Die Chancen des Aufsteigers auf eine Platzierung unter den ersten Acht sind äußerst gering. Die Weißenfelser müssen auf zwei Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Dementsprechend losgelöst von jeglichen Erwartungen geht der MBC in die letzten Partien, schließlich hat er nichts zu verlieren. Zumal die Truppe von Trainer Björn Harmsen die Erwartungen mehr als erfüllt hat.

Baeck: "Der MBC hat als Aufsteiger eine grandiose Saison gespielt. Sie werden sicherlich in den letzten Spielen nicht nachlassen, aber da sie auf Ausrutscher von beiden Mannschaften angewiesen sind, ist kaum mehr drin."

Direkter Vergleich:gg. Braunschweig 75:82, 66:74gg. Artland Dragons 91:101, 81:80

Restprogramm:23. April Oldenburg (A)25. April Trier (A)1. Mai Giessen (H)

Bereits am Freitag wird eine erste Vorentscheidung für den MBC fallen. Bei einer Niederlage gegen Meister Oldenburg zerplatzen die Playoff-Träume der Weißenfelser. Sollten der MBC die Hürde meistern, warten mit Trier und Giessen machbare Gegner auf die Harmsen-Truppe. Zumal die starke Bilanz gegen Abstiegskandidaten - sieben Siege, nur eine Niederlage gegen Paderborn, Hagen, Giessen, Düsseldorf und Trier - für den Aufsteiger spricht.

Baeck: "Die starke Bilanz spricht für Qualität. Wenn man gegen den Abstieg spielt, überlegt man sich: 'Welche Gegner müssen wir schlagen?' Das haben sie konsequent umgesetzt und dadurch haben sie eben noch die Mini-Chance auf die Playoffs."

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