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Zuletzt besiegte Göttingen die Bremerhavener in der Lokhalle mit 100:72 © getty

Nach dem Gewinn der EuroChallenge wollen die Niedersachen nun in den Playoffs Bremerhaven besiegen. Bonn empfängt Bamberg.

Von Martin Hoffmann

München - Am vergangenen Wochenende feierte Göttingen mit dem Gewinn der EuroChallenge den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Nun soll im ersten Playoffspiel gegen Bremerhaven am Samstag (ab 17.45 Uhr LIVE auf SPORT1 und LIVESCORES) nachgelegt werden.

Allerdings sind die Eisbären ein unbequemer Gegner, Göttingen verlor vier von fünf Partien in der Saison. In der heimischen Lokhalle setzten sich die Göttinger allerdings zuletzt deutlich durch.

Ein Playoff-Klassiker steigt wenig später, wenn die Telekom Baskets Bonn die Brose Baskets Bamberg empfangen (ab 20 Uhr LIVESCORES).

Zum sechsten Mal treffen die Rivalen in den Playoffs bereits aufeinander, viermal hatte Bamberg dabei die Nase vorn.

Am Sonntag wird dann die erste Runde der Viertelfinale mit der Partie zwischen der zweitbesten Hauptrundenmannschaften, ALBA Berlin, und den Frankfurt Skyliners (ab 17 Uhr LIVESCORES) abgeschlossen.

SPORT1 beleuchtet die Lage vor Duellen und macht den Check mit dem Ex-Nationalspieler Stephan Baeck.

BG Göttingen (3) - Eisbären Bremerhaven (6) (Sa., 17.55 Uhr)

Das ist die Ausgangslage: Der Triumph in der Eurochallenge ist eigentlich kaum noch zu toppen, trotzdem wollen die Göttinger nun auch in der Liga eine Party in Lila feiern.

"Die Feierlichkeiten sind beendet. Jetzt konzentrieren wir uns voll auf die Playoffs, in denen wir möglichst erfolgreich spielen wollen", macht Coach John Patrick klar.

Mit dem Gegner ist Göttingen nur allzu vertraut. Fünf Duelle gab es - Vorbereitungsspiele inklusive - im Laufe der Spielzeit. Vier gingen an Bremerhaven, das bislang letzte in der Rückrunde allerdings deutlich mit 100:72 an Göttingen.

Patrick warnt vor einem Team aus "talentierten" und "athletischen" Spielern.

Das sagt Stephan Baeck: Göttingen macht zum zweiten Jahr in Folge Furore und das kann man nicht mehr als Glück oder Zufall abtun. Trainer John Patrick hat ein glasklares Konzept und sucht sich die Spieler, die dort hineinpassen. Das Team hat eine aggressive, aber inzwischen auch variable Verteidigung, sie spielen schnell, aber sind auch erfahren genug, das Tempo zur richtigen Zeit zu drosseln. In der EuroChallenge sind sie noch besser geworden, weil sie gelernt haben, wie man sich auf hohem Niveau schnell auf neue Gegner einstellt. Taylor Rochestie ist für mich der beste Spieler der Liga, der kompletteste Aufbauspieler mit Herz und Kaltschnäuzigkeit, der in Europa noch einmal einen Riesenschritt gemacht hat. Ob Bremerhavens Louis Campbell ? ebenfalls sehr komplett ? dagegenhalten kann, ist die große Frage. Göttingen hat hier ganz klar den Vorteil.

So lief es in der Hauptrunde: Bremerhaven - Göttingen 84:78, Göttingen - Bremerhaven 100:72

Telekom Baskets Bonn (4) - Brose Baskets (5) (Sa., 20 Uhr)

Das ist die Ausgangslage: Vizemeister Bonn gegen Pokalsieger Bamberg ? schon fast ein Playoff-Klassiker.

Sechsmal gab es dieses Duell in der Endrunde schon. Viermal kam Bamberg weiter, zweimal die Bonner.

In dieser Spielzeit haben beide Teams oft mit personellen Problemen zu kämpfen. Bonn fehlen Patrick Flomo und Brye Taylor, bei den Bambergern kämpft Casey Jacobsen mit den Folgen einer Knieverletzung.

Brisant: Bei Bonn spielen drei Akteure der Bamberger Meistermannschaft von 2007: Tim Ohlbrecht, Vince Yarborough und Chris Ensminger.

Die Bamberger haben dafür Unterstützung aus der Polit-Prominenz. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer feuerte die Franken beim 69:53 gegen Trier an und ließ danach wissen:

"Es wäre sensationell, wenn wir im Freistaat neben dem FC Bayern noch einen zweiten Deutschen Meister hätten. Ich denke, in den Playoffs ist alles möglich."

Das sagt Stephan Baeck: Die Serie ist am schwersten auszurechnen. Beide Teams stehen von der Kadertiefe auf einer Stufe mit ALBA und Oldenburg, beide sind komplette Mannschaften. Bamberg hat mit John Goldsberry und Anton Gavel in der Kombination das beste Aufbauduo der Liga, Bonns Jared Jordan hat ein sehr gutes Auge, ist aber nicht so korbgefährlich. Entscheidend wird auch, wie Bambergs Tibor Pleiß am Korb mit dem erfahrenen Chris Ensminger und John Bowler zurechtkommt. Ich sehe Bamberg ein Stück weit vorne.

So lief es in der Hauptrunde: Bamberg - Bonn 69:80, Bonn - Bamberg 89:79

ALBA Berlin (2) - Deutsche Bank Skyliners (7) (So., 17 Uhr)

Das ist die Ausgangslage: "Wir müssen uns auf den Sport konzentrieren", lautet die Losung von ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi vor dem Duell gegen die Frankfurter.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber bei ALBA hat der verbissene Streit mit der Liga über Berlins Unzufriedenheit mit den Leistungen der Schiedsrichter zuletzt fast alles andere überlagert.

Ligachef Jan Pommer kündigt da vorsorglich schon an, "drei Top-Schiedsrichter" für die erste Partie anzusetzen, die ihre Aufgabe "wunderbar bewältigen" werden.

Obwohl ALBA in den letzten Saisonspielen nach dem verlorenen Eurocup-Finale ausgelaugt wirkte, ist die Verteilung der Favoritenrolle klar.

"Es wäre noch schlimmer, wenn wir gegen die Cleveland Cavaliers spielen müssten", meint Frankfurts Kapitän Pascal Roller: "Aber in der Serie gegen Berlin sind wir sicherlich der Underdog."

Die Hessen wollen Berlins überlegenen Einzelkönnern ihren Mannschaftsgeist entgegensetzen. Den haben sie als Vorbereitung auf die Playoffs in einem Trainingslager auf Mallorca gestärkt.

Das sagt Stephan Baeck: ALBA ist die stärkste, bestentwickelte Mannschaft mit nicht nur einem, sondern einem ganzen Dutzend von Spielern, die wissen, wie man auf hohem Niveau Spiele entscheidet. Besonders hervorzuheben sind Julius Jenkins und Immanuel McElroy, die offensiv wie defensiv Herz und Seele des Teams sind. Allerdings ist ALBA derzeit stark mit sich selbst beschäftigt, zahlreiche Diskussionen von außen bringen Unruhe hinein. Frankfurt ist mit dem neuen Trainer eine Wundertüte, Gordon Herbert hat dem Team neues Leben eingehaucht. Schlüsselakteure sind Kapitän Pascal Roller, Dragan Labovic unter dem Korb und Aubrey Reese, der jetzt wieder in Form kommen muss. Es wird ein heißes Duell, aber Berlin ist wegen der größeren Erfahrung auf hohem Niveau im Vorteil.

So lief es in der Hauptrunde: Frankfurt ? Berlin 53:59, Berlin ? Frankfurt 70:76

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