vergrößernverkleinern
MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Nicht nur Bonns Routinier Chris Ensminger ringt nach dem Aus um Fassung © getty

Nach der dramatischen Finalniederlage im Vorjahr endet Bonns Titeltraum diesmal abrupt. SPORT1-Experte Stefan Koch analysiert.

Von Martin Hoffmann

München - Im vergangenen Jahr waren die Telekom Baskets Bonn nur ein paar Sekunden vom Titel in der Beko BBL entfernt. Sie scheiterten - und es flossen die Tränen.

Diesmal war der Weg zum bitteren Ende weit geradliniger: Drei Niederlage in drei Spielen gegen Bamberg, direkt in der ersten Playoff-Runde.

Viel weniger bitter war das Aus für Bonn dadurch nicht - und auch diesmal gab es Tränen. Kapitän Artur Kolodziejski konnte sie nach der 82:84-Niederlage gegen Bamberg (Video) nicht zurückhalten, ebenso wenig der Ex-Bamberger Tim Ohlbrecht.

Bonn ist damit der erste Topklub, der in der Endrunde dran glauben muss: ALBA Berlin könnte am Mittwoch in Frankfurt (ab 19 Uhr live im TV auf SPORT1) ebenso treffen wie Meister Oldenburg in Braunschweig (ab 20.40 Uhr live im TV auf SPORT1).

Die Bonner trifft ihr Aus womöglich auch deshalb so hart, weil sie sich "eigentlich nichts vorzuwerfen" haben, wie SPORT1-Experte Stefan Koch meint.

Schützend vor die Spieler

Das von Kochs Bruder Michael trainierte Team sei nicht an sich selbst gescheitert, sondern "zuallererst an der Qualität der Bamberger".

Die hat ausgereicht, um den Bonnern zwei knappe Heimniederlagen zu bescheren - obwohl sie keinesfalls schlecht gespielt hatten.

Und so nahm Michael Koch sein Team nach dem Aus auch mit Feuereifer vor der Kritik in Schutz: "Wir haben heute zu keinem Zeitpunkt aufgegeben und haben alles versucht. Ich bin froh und stolz eine solche Mannschaft trainieren zu können."

Schwäche aus der Distanz

Bonn habe "auf Augenhöhe" mit Bamberg agiert, nach Entschuldigungen für das Ausscheiden wollte er nicht suchen: "Das gebietet der Respekt gegenüber unserem Gegner."

Eine entscheidende Schwäche bei allen drei Niederlagen war die Unterlegenheit bei Würfen aus der Distanz.

Die Bamberger waren von der Dreierlinie jedes Mal treffsicherer, im dritten Spiel saßen bei Bonn sogar nur vier von 17 Versuchen.

Nicht viel Trost nötig

Ein anderes Problem war eine Verletzung von Ronald Dupree in der ersten Halbzeit, die ihn den Rest des Spiels sichtbar behinderte.

"Da ist dann zu viel zusammengekommen", meint Stefan Koch.

Letztendlich war es aus seiner Sicht aber keine Schwäche der Bonner, sondern die Stärke der Bamberger, die den Ausschlag gegeben hatte: "Die sind für mich ein legitimer Meisterschaftskandidat."

Seinem Bruder habe er nicht groß trösten müssen: "Er geht mit solchen Dingen sehr professionell um ? mit den Siegen ebenso wie mit den Niederlagen."

Die schlimmstmögliche Erfahrung in der Hinsicht hat Michael Koch ja auch schon hinter sich.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel