vergrößernverkleinern
Der 29-jährige Julius Jenkins spielt bereits seit 2006 für ALBA Berlin © imago

Zum zweiten Mal in Folge verpasst Berlin das Finale. ALBA-Boss Baldi kündigt Konsequenzen an, schließt eine jedoch aus.

Hamburg - Top-Favorit ALBA Berlin abgestürzt, Titelverteidiger EWE Baskets Oldenburg ausgeschieden - im Playoff-Viertelfinale der Beko BBL wurde das Establishment kräftig aufgemischt.

Nach Pokalsieger Brose Baskets Bamberg haben nun auch überraschend die Frankfurt Skyliners und die Phantoms Braunschweig vorzeitig die Vorschlussrunde erreicht, die am Pfingstmontag beginnt.

Dabei war die Enttäuschung in der Hauptstadt besonders groß. Schon im Vorjahr hatte der achtmalige deutsche Meister die Endspiele verpasst.

Nach einer 58:69 (27:31)-Niederlage gegen Ex-Meister Frankfurt Skyliners flogen die "Albatrosse" nun bereits im Viertelfinale in ein vorzeitiges Saisonende (Video).

Pavicevic von Kritik ausgenommen

Man werden nun "jeden Stein umdrehen", kündigte ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi an.

Nur eine Trainerentlassung schloss Baldi bei SPORT1 als Konsequenz der Pleite ausdrücklich aus: "Man kann über alles nachdenken, aber genau darüber nicht. Luka Pavicevic wird Trainer bei ALBA Berlin bleiben." Pavicevic besitzt noch einen Vertrag bis 2012.

"Auf der Rückreise mit dem Bus vom Europacup-Finale in Spanien nach Berlin ist wohl irgendetwas verlorengegangen", lautet Baldis Befund: "Danach ist die Mannschaft einfach nicht mehr richtig in die Gänge gekommen."

Auch Jenkins und McIlroy enttäuschend

Dem Loch konnten auch die Leistungsträger ALBAs nicht entkommen. "Julius Jenkins und Immanuel McElroy haben nicht die Initiative ergriffen und auf dem höchsten Niveau gespielt", kritisierte SPORT1-Experte Stefan Koch.

Baldi stimmte der Analyse zu. Auch er nahm Liga-MVP Jenkins, der zuletzt nach einer Gehirnerschütterung nicht mehr zu alter Form fand, nicht von seiner Kritik aus: "Es hat sicherlich eine Rolle gespielt, dass er nicht topfit war. Nach dem Europapokal ging es bergab. Das muss man ganz deutlich sagen."

Aus für den Meister

Ganz ähnlich erging es Vorjahresmeister Oldenburg.

Die Niedersachsen gewannen ihr erstes Heimspiel gegen Braunschweig und verloren in den folgenden drei Partien völlig den Faden, das vorzeitige Aus besiegelte eine 76:78 (37:35)-Niederlage bei den Phantoms, die zum zweiten Mal das Halbfinale erreichten.

"Braunschweig war einfach besser"

"Ich weiß nicht warum, aber Braunschweig war einfach das bessere Team. Ihr großer Vorteil war, dass sie das wichtige dritte Spiel in Oldenburg gewonnen haben", sagte Flügelspieler Rickey Paulding gegenüber SPORT1.

Für Braunschweigs Nationalspieler Heiko Schaffartzik war hingegen gleich der erste Vergleich in Oldenburg das Schlüsselspiel: "Da haben wir verloren und die Erfahrung machen dürfen, dass wir den Ball immer zu lange gehalten haben. Danach konnten wir den Schalter umlegen."

Göttingen vergibt Matchball

Während sich die Braunschweiger nun bereits mit ihrem nächsten Gegner Bamberg beschäftigen können, müssen sich die Skyliners noch gedulden.

Denn die BG Göttingen vergab durch eine 83:90 (45:35)-Niederlage bei den Eisbären Bremerhaven den ersten Matchball, nun treffen beide Teams am Freitag (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) zum fünften und letzten Mal aufeinander, diesmal in Göttingen.

Spradley provoziert sein Team

Bei zehn Punkten Rückstand hatte Eisbären-Trainer Doug Spradley seine Truppe in der Halbzeitpause fast schon abgeschrieben.

"Ich habe die Spieler gefragt, ob sie schon auf gepackten Koffern sitzen. Aber danach haben sie dann die richtige Antwort gegeben", erklärte der Coach.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel