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Louis Campbell (l.) und Jeff Gibbs rissen in Spiel 4 knapp 39 bzw. 30 Minuten ab © getty

Vor Spiel 5 der Halbfinals spricht ein Ex-Frankfurter Bremerhaven die nötige Energie ab. Kraftpaket Jeff Gibbs hält dagegen.

Von Michael Spandern

München - Das Drama der Geschlauchten geht in den finalen Akt.

Während die Brose Baskets Bamberg nach zwei 3:0-Sweeps seit Sonntag ihre Akkus für die Finals der Beko BBL aufladen können, spielen Eisbären Bremerhaven und Frankfurt Skyliners in Spiel 5 (ab 20 Uhr live im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) den Gegner aus.

Es ist die neunte Partie der Hessen binnen 26 Tagen, für die Eisbären die zehnte in 27. Und nicht nur das legt nahe, dass den Nordseestädtern beim Showdown die Luft ausgehen könnte.

Denn anders als bei den Frankfurtern erhalten sie kaum Entlastung von der Bank, ein Manko, das Coach Doug Spradley nach der 53:79-Heimpleite in Spiel 3 öffentlich anprangerte.

Noch ein Marathon für Campbell?

Und obwohl die Eisbären, die 2009 als BBL-Schlusslicht nur aufgrund einer Wildcard nicht abgestiegen waren, den Matchball der Skyliners auswärts abwehrten, nimmt der Stress für Spielmacher Louis Campell nur noch zu.

Durchschnittlich über 35 Minuten steht der Amerikaner in den Playoffs auf dem Parkett, am Dienstag waren es sogar 38:54.

Und das liegt auch daran, dass Brandon Brooks weiterhin neben sich steht, bei seinem Kurzauftritt wieder einen haarsträubenden Ballverlust produzierte. Doch vielleicht bescheren seine beiden verwandelten Freiwürfe in der Schlussminute dem 22-Jährigen eine neue Chance und neues Selbstvertrauen.

Wysocki sagt Eisbären-K.o. voraus

Nur ihre Foulprobleme verhinderten, dass Bremerhavens Big Men Jeff Gibbs und Andrew Drevo länger als 30 bzw. 32 Minuten spielten. Auch ihr Ersatz Bryan Lucas fällt deutlich ab.

"Das wird ein ganz schweres Spiel für uns. Die Mannschaft mit den größeren Kraftreserven und dem größeren Willen wird sich am Ende durchsetzen ", glaubt Drevo.

Doch ein Ex-Frankfurter sagt den Gastgebern den K.o. voraus: "Ich glaube nicht, dass Bremerhaven noch die nötige Energie hat", sagte Konrad Wysocki. Der Nationalspieler, mittlerweile bei Turow Zgorzelec in Polen aktiv, hatte Spiel 4 in Frankfurt beobachtet.

Reese auf der Kippe

Doch einer, der über schier unerschöpfliche Kraftreserven zu verfügen scheint, hält dagegen. "Das wird mein wichtigstes Spiel, seit ich in Deutschland bin - und ich bin heiß darauf", sagt "Mr. Incredible" Gibbs. Und Spradley erinnert: "Totgesagte leben länger. Diese Jungs geben einfach niemals auf."

Die Frankfurter stehen derweil vor der Frage, ob sie den knieverletzten Aubrey Reese einsetzen und wollen diese ganz kurzfristig beantworten.

Nachdem die Skyliners in Spiel 3 ohne ihren etatmäßigen Starting Point Guard wie aus einem Guss spielten, wirkte Reese am Dienstag wie ein Fremdkörper.

"Widrigkeiten, die man überwinden muss"

Die Historie soll dem Team von Gordon Herbert als gutes Omen dienen: Im Meisterjahr 2004 gewannen die Hessen, nachdem sie den 2:2 Ausgleich in eigener Halle kassierten, in Bonn das fünfte Halbfinal-Spiel.

"Manchmal gibt es Widrigkeiten, die man überwinden muss. Das macht einen stärker. Die letzte Niederlage war für uns sehr bitter. Aber ich hoffe, sie macht uns mental stärker", erläutert der Trainer-Rückkehrer.

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