vergrößernverkleinern
Pascal Roller stellte in Spiel 2 mit 19 Punkten seine zweitbeste Saisonausbeute auf © getty

Pascal Roller begründet Frankfurts Pleite gegen Bamberg mit der schwachen ersten Hälfte. Den Referees sagt er ein schweres drittes Finale voraus.

Von Rainer Nachtwey

München/Frankfurt - Zweites Spiel, zweiter Auswärtssieg: In den Finals der Beko BBL ist Pokalsieger Bamberg durch den 77:68 (40:23)-Sieg in Frankfurt der Ausgleich in der Best-of-Five-Serie gelungen.

Vor allem die schwache erste Halbzeit der Frankfurter verhinderte den ersten Erfolg einer gastgebenden Mannschaft.

"Wir haben individuell zu viel gewollt, das Mannschaftsspiel vergessen und zu schnell den Abschluss gesucht", analysiert Pascel Roller, der mit 19 Punkten bester Skyliners-Werfer war, bei SPORT1.

Dennoch sieht der ehemalige Nationalspieler "keinen Grund", warum die Serie der Auswärtssiege beim dritten Spiel in Bamberg (So., ab 15:15 Uhr live im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) reißen sollte.

Im Interview mit SPORT1 spricht der Point Guard über die Fehler in Spiel zwei, die Intensität der Finals und warum die Schiedsrichter eine besondere Rolle spielen werden.

SPORT1: Herr Roller, haben Sie die Niederlage schon verdaut?

Pascal Roller: Man muss so etwas schnell abhaken und darf nicht lange hinterher trauern. Das war sicherlich nicht unsere beste Leistung gestern, vor allem in der ersten Halbzeit. Wir wissen, woran es gelegen hat, dass wir es besser machen können, und das gibt uns Mut für die Partie in Bamberg.

SPORT1: Wie kam es zu dem Einbruch im zweiten Viertel?

Roller: Wir haben generell in der ersten Halbzeit individuell zu viel gewollt und das Mannschaftsspiel vergessen. Wir waren unheimlich heiß auf das Spiel und haben dadurch zu schnell den Abschluss gesucht. Wir haben bereits nach zwei, drei Pässen abgeschlossen, statt den Ball laufen zu lassen und auf die Lücken zu warten.

SPORT1: Ist das das Erfolgsrezept für Spiel drei?

Roller: Ja, dann ergeben sich sowohl für die Guards als auch für die Center Lücken in der Bamberger Verteidigung. Das haben wir in der ersten Halbzeit vermissen lassen. Darum haben wir das Spiel verloren. Es war nicht allein das zweite Viertel, nur da hat es sich gravierend ausgewirkt.

SPORT1: In der zweiten Halbzeit haben die Skyliners noch einmal auf acht Punkte verkürzt. Macht das Mut für die anstehende Partie?

Roller: Wir wissen, dass wir Bamberg mehr als Paroli bieten können. Wir haben im ersten Spiel gezeigt, dass wir ein Team sind, das nicht aufgibt, das bis zum Schluss an seine Chance glaubt. Aus dem Spiel gilt es mitzunehmen, dass wir besser spielen können als wir es gezeigt haben. Die zweite Halbzeit hat widergespiegelt, dass es sich um zwei Teams handelt, die auf Augenhöhe agieren. Es können kleine Fehler den Ausschlag geben, und die müssen wir vermeiden.

SPORT1: Aubrey Reese hat sich zum Ende der Partie eine Platzwunde über dem Auge zugezogen, als er mit Predrag Suput aneinandergerasselt ist. Danach kam es zu einem Gerangel. Ist es auch das, was die Finals-Intesität ausmacht?

Roller: Ich habe mit dem Rücken zu der Aktion gestanden, also weiß ich nicht genau, wie es vonstatten gegangen ist. Aber sicherlich ist die Intensität in den Finals noch einmal höher. So lange es physisch hart, aber fair bleibt, ist das für mich in Ordnung. Da kommt natürlich dann ein sehr schwerwiegender Part auf die Schiedsrichter drauf zu, Ordnung reinzubringen. Das wird sicherlich nicht ganz leicht. Man muss sehen, dass es in fairen Bahnen bleibt. Das ist völlig losgelöst von der Aktion, weil ich die nicht beurteilen kann.

SPORT1: Ist die Serie in Ihren Augen bisher hart, aber fair verlaufen?

Roller: Eigentlich schon. Es gibt kleine Nicklichkeiten, die gehören dazu. Es ist wichtig, dass das nicht ausschweift, aber bisher ist es dabei geblieben, was das Regelwerk hergibt.

SPORT1: Bamberg hatte in den Meisterjahren 2005 und 2007 den Ruf weg, schmutzigen Basketball zu spielen. Ist das bisher ausgeblieben?

Roller: Es ist ja nicht so, dass völlig unbekannte Spieler aufeinandertreffen. Es gibt Spieler, die ein bisschen härter spielen, die provozieren. Das sollte den jeweiligen Gegenspielern und Schiedsrichtern bekannt sein. Da gilt es rechtzeitig einen Riegel vorzuschieben. Jeder der das liest, dürfte sich dabei angesprochen fühlen oder auch nicht. Aber ist in einem Finale natürlich normal, dass es hart zur Sache geht.

SPORT1: Was erwarten Sie für das dritte Spiel in Bamberg? Dritter Sieg, dritter Auswärtssieg?

Roller: Von unserer Seite aus natürlich gerne, ganz klar. Wenn wir es schaffen, die Fehler aus dem zweiten Spiel abzustellen, wird es sicherlich wieder ein enges Spiel. Und ich sehe keinen Grund, warum wir es nicht gewinnen sollten.

SPORT1: Haben es die Teams auswärts leichter, weil der Druck der Fans auf die Heimmannschaft größer ist?

Roller: Das sehe ich davon losgelöst. Ich verspüre keinen größeren Druck dadurch, sondern empfinde es als Vorteil, zu Hause spielen zu können. Man ist an die Vorbereitung und das Umfeld gewöhnt.

Die Beko-BBL-Playoff-Termine:

Sonntag, 13. Juni: Brose Baskets Bamberg - Frankfurt Skyliners (15.15)Dienstag, 15. Juni: Frankfurt Skyliners - Brose Baskets Bamberg (19.55)Donnerstag 17. Juni: Brose Baskets Bamberg - Frankfurt Skyliners (wenn nötig)

Alle Spiele live im TV auf SPORT1 und LIVESCORES

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel