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Frankfurt kassiert in Bamberg die höchste Pleite ihrer Playoff-Geschichte © imago

Frankfurt kommt im vierten Playoff-Spiel böse unter die Räder. Dennoch ist bei den Skyliner Optimismus an der Tagesordnung.

Bamberg - Das Debakel von "Freak City" vergessen und den Charaktertest bestehen.

Auf die Basketballer der Frankfurt Skyliners wartet im vierten und vielleicht entscheidenden Spiel um die Deutsche Meisterschaft gegen die Brose Baskets Bamberg am Dienstag (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) eine Herkules-Aufgabe.

"Wir glauben weiter an uns. Wir haben immer noch eine Chance, den Titel zu holen. Das Grottenspiel in Bamberg muss uns aber eine Lehre sein", sagte Frankfurts Center Marius Nolte nach der ernüchternden 52:97 (24:43)-Schlappe in Franken.

Trauriger Rekord

Für die Hessen war die Pleite mit 45 Punkten Differenz die höchste Playoff-Niederlage überhaupt. Der Pokalsieger aus Bamberg ging durch die Gala in der Final-Serie "best of five" mit 2:1 in Führung und erspielte sich einen Matchball.

Mit einem weiteren Sieg am Dienstag kann das Team von Trainer Chris Fleming den dritten Meistercoup nach 2005 und 2007 perfekt machen und sich das erste Double der Vereinsgeschichte holen.

Fleming mahnt

Doch Fleming wollte ungeachtet des spielerischen Feuerwerks vor 6800 Zuschauern in der ausverkauften "Frankenhölle" nichts von einer Entscheidung im Titelkampf wissen.

"Das war nicht mehr als ein Sieg. Dieses Spiel hat nichts mit dem am Dienstag zu tun. Wir müssen es abhaken und schon nach vorne schauen", sagte der 40-Jährige und mahnte sein Team zur Konzentration. Die Meister-T-Shirts und ein paar Kästen Bier werden aber sicherlich im Mannschaftsbus verstaut.

Suput optimistisch

Bambergs Star Predrag Suput jedenfalls gibt sich selbstbewusst. "Wir haben gezeigt, dass wir die bessere Mannschaft sind und die Meisterschaft nach Bamberg holen wollen", sagte der Serbe (15 Punkte), der neben Mark Worthington (20) und Casey Jacobsen (18) am besten traf.

Schwäche aus der Distanz

Bei den Distanzspezialisten der indisponierten Skyliners landete dagegen nur einer von 15 Drei-Punkte-Würfen im Korb.

Bis zur Pause lag die Trefferquote der Hessen an einem rabenschwarzen Sonntag bei peinlichen 27 Prozent. "Alles ist schiefgelaufen, was schieflaufen konnte", klagte Nolte.

Herbert bleibt cool

Während Frankfurts Coach Gordon Herbert die Schlappe in der Kabine kühl analysierte und auf Wutausbrüche verzichtete, machte Kapitän Pascal Roller seinen Kollegen Mut. "Wir haben gegen Bonn im Halbfinale auch schon mal im dritten Spiel mit 30 Punkten verloren und sind dann mit zwei Siegen zurückgekommen", sagte Nationalspieler Roller.

Charakter gefragt

Auch Sportdirektor Kamil Novak nimmt die Skyliners-Profis bei der Jagd nach der zweiten Meisterschaft nach 2004 in die Pflicht: "Wir müssen jetzt unseren Charakter zeigen."

Die Ballsporthalle ist allerdings ein gutes Pflaster für Bamberg. Im Pokalfinale hatten sich die Franken dort Mitte April mit 76:75 gegen die Skyliners durchgesetzt.

Sollten die Frankfurter Spiel vier am Dienstag gewinnen, würde die Entscheidung am Donnerstag (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) in der selbsternannten "Freak City" Bamberg fallen.

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