vergrößernverkleinern
Karsten Tadda (l.) and Elton Brown (r.) nehmen Greg Jenkins in die Zange © getty

In Final-Spiel 4 wollen die Skyliners Bambergs ersten Matchball abwehren. Frankfurts Trainerwechsel ist wieder ein Thema.

München - Die Deutsche Bank Skyliners stehen vor ihrem letzten und wichtigsten Heimspiel der Saison.

Nur wenn die Frankfurter Spiel 4 der Beko BBL-Finals gegen die Brose Baskets Bamberg (ab 19.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) in der Ballsporthalle gewinnen, gibt es am Donnerstag ein entscheidendes fünftes Finalspiel in Bamberg.

Andernfalls sind die Franken nach 2005 und 2007 zum dritten Mal Deutscher Meister und holen erstmals seit ALBA Berlin 2003 das Double. Wie bitter es sich anfühlt, wenn die Gäste aus Franken in Frankfurt die Sektkorken knallen lassen, haben die Spieler der Skyliners noch sehr genau im Kopf.

Frankfurt leidgeprüft

Am 11. April wurde Bamberg Pokalsieger in der Ballsporthalle. Den hessischen Hausherren blieb "nur" die Silbermedaille.

Einen Tag später entließen die Skyliners ihren Coach Murat Didin und stellten den Meistermacher von 2004, Gordon Herbert ein. Just dieser Wechsel auf dem Trainerstuhl, den viele als Startschuss für den Run in die Finals bewerteten, ist nun wieder ein Thema - als eine Erklärung für die verheerende 52:97-Pleite in Spiel 3.

"Wir haben in sechs bis acht Wochen eine komplett neue Philosophie verinnerlichen müssen", führt Spielmacher Pascal Roller in der "Frankfurter Rundschau" als Grund für die am Sonntag offensichtliche mentale Müdigkeit an.

Nur der letzte Dreierversuch trifft

Herbert war konsterniert, fordert nun aber Wiedergutmachung: "Bamberg ist wie eine Dampfwalze über uns gerollt. Wir müssen nun Charakter zeigen und uns auf unsere Tugenden besinnen, die wir in der Serie gegen Berlin bewiesen haben", meint der Head Coach. "Wir werden sehen, welche Art Team wir sind und welches Herz wir haben."

Um die Wende noch einmal zu schaffen, muss sein Team sich allerdings auch spielerisch deutlich steigern. Die Skyliners hatten in Spiel 3 Mühe, gegen die starke Verteidigung der Bamberger zu guten Würfen zu kommen.

Die ersten 14 Dreierversuche verfehlten ihr Ziel, erst in der Schlussekunde traf Nachwuchsmann Fabian Franke von "Downtown". Viele Aktionen in der Offensive wirkten gezwungen, während die Hausherren sich über Tibor Pleiß und Predrag Suput gut unter dem Korb durchsetzten.

"Wie eine Dampfwalze"

"In Spiel 4 werden wir kämpfen. Wir wollen unseren Fans zeigen, dass wir nicht aufgeben", verspricht Center Marius Nolte nach der höchsten Playoff-Niederlage in der elfjährigen Skyliners-Geschichte.

Skyliners-Sportdirektor Kamil Novak gibt den Spielern einen Rat mit auf den Weg: "Wir dürfen über die bittere Niederlage nicht zu lange nachdenken. Das wäre ein Fehler. Wir müssen mental stark sein."

"Jeder Spieler muss mit einer anderen Einstellung auftreten", fordert auch Co-Trainer Klaus Perwas. "Wir haben in der Saison schon häufig Charakter bewiesen. Man wird eine andere Frankfurter Mannschaft sehen."

Euphorie bremsen

Bamberg hält dagegen alle Trümpfe in der Hand, und Coach Chris Fleming steht vor der schweren Aufgabe, die Euphorie der Franken zu bremsen.

"Der Sieg in Spiel 3 zählt nicht mehr. Wir müssen an unsere Defensivleistung von Sonntag anknüpfen und zwar von Anfang an. Unsere ganze Konzentration müssen wir auf Spiel 4 richten", fordert Fleming.

Der Trainer ergänzt: "Man darf die Frankfurter nicht unterschätzen, denn sie werden noch einmal mit aller Macht versuchen zurückzukommen."

Pleiß weiß von einem schlechten Omen

Seinem Center dürfte der hohe Sieg in Spiel 3 Warnung genug sein: Noch als Kölner erlebte Tibor Pleiß, wie die Brose Baskets in den Halbfinals 2006 durch einen 87:58-Kantersieg mit 2:1 gegen Köln in Führung gingen, nur um die Serie noch 2:3 zu verlieren.

Die Bamberger dürfen sich auf jeden Fall der Unterstützung der Fans sicher sein, 500 bis 600 Schlachtenbummler werden das Team in der Frankfurter Ballsporthalle nach vorne peitschen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel