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Demond Green spielt seit 2007 für die Brose Baskets Bamberg © getty

Die 46ers schlagen trotz aller Nöte den Vizemeister. Aufsteiger Nördlingen behält im Süd-Derby gegen Bamberg die Oberhand.

München - Die finanziell angeschlagenen Giessen 46ers haben mit dem ersten Saisonsieg in der Basketball Bundesliga (BBL) ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben.

Die auch sportlich arg gebeutelten Hessen feierten am fünften Spieltag einen 70:67-Heimerfolg gegen Vizemeister Telekom Baskets Bonn und machten vor der Rekordkulisse von 4000 Zuschauern beste Werbung für den Fortbestand des Bundesliga-Gründungsmitglieds.

"Der erste Saisonsieg ist eine schöne Sache und ein Zeichen dafür, dass viel Substanz in der Mannschaft steckt. Die vielen Zuschauer könnten zudem ein Hinweis darauf sein, dass auch in Zukunft mehr Fans zu unseren Heimspielen kommen", sagte Giessens Geschäftsführer Christoph Syring.

Dass dem 599. Heimauftritt eines Giessener Teams in der Bundesliga ganz sicher weitere Spiele folgen werden, konnte Syring aber noch nicht bestätigen.

"Man kann immer noch untergehen"

"So ein Spiel kann keine Sanierung bewirken. Ich kann noch nicht sagen: Das ist die Rettung. Einen Meter vor dem Ufer kann man immer noch untergehen", meinte Syring und kündigte für die nächsten Tage eine Pressekonferenz an, auf der die 46ers Stellung zur finanziellen Situation nehmen wollen.

Der in seiner Existenz bedrohte Klub hatte vergangene Woche neue wirtschaftliche Unterlagen bei der BBL eingereicht. Derzeit werden diese vom BBL-Gutachter- und Lizenzligaausschuss überprüft.

Bonn in "Mini-Krise"

Während die Giessener trotz des Sieges mit 2:8 Punkten Ligaschlusslicht blieben, rutschten die Bonner (4:6) mit der dritten Niederlage in Folge in eine "Mini-Krise".

Baskets-Coach Michael Koch verlor aber seinen Optimismus nicht: "Uns wird diese Niederlagenserie nicht umwerfen, wenn wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen."

ALBA und Nördlingen siegen

Siege verbuchten am Sonntag Spitzenreiter ALBA Berlin, der beim 98:63 über die Eisbären Bremerhaven einen Klassenunterschied deutlich machte, sowie die Aufsteiger Giants Nördlingen (ebenfalls 10:2 Punkte) mit dem 82:75 nach Verlängerung bei der dritten Heimniederlage des kriselnden Ex-Meisters Brose Baskets Bamberg in Folge.

In den beiden anderen Sonntagsspielen gab es ebenfalls erwartete Siege für die Artland Dragons Quakenbrück mit 80:71 gegen die Köln 99ers und New Yorker Phantoms Braunschweig im Kellerduell mit 78:77 nach Verlängerung gegen Paderborn Baskets.

Erste Niederlage für Ulm

Unterdessen verlor ratiopharm Ulm durch die 75:80-Niederlage bei den EWE Baskets Oldenburg als letztes Bundesliga-Team seine weiße Weste und rutschte mit 8:2 Punkten wieder hinter den punktgleichen Meister ALBA Berlin, der am Sonntag auf die Eisbären Bremerhaven traf, auf Platz zwei.

"Wir haben im ditten Viertel zu viele leichte Fehler gemacht. Trotzdem bin ich mit dem Auftritt meiner Mannschaft nicht unzufrieden", erklärte Ulms Trainer Mike Taylor.

Der schwäbische Konkurrent EnBW Ludwigsburg (8:4 Zähler) konnte Ulms erste Niederlage derweil nicht ausnutzen und verpasste durch das 82:85 bei den Giants Düsseldorf den Sprung an die Tabellenspitze.

Entscheidung in der Schlusssekunde

Für die Düsseldorfer versenkte Brendan Winters in der Schlusssekunde den entscheidenden Dreier.

"Wir haben in der Schlussphase 15 Punkte in nur fünf Minuten zugelassen, das war eindeutig zu viel", monierte EnBW-Coach Rick Stafford.

Im Verfolgerfeld lieferten sich der TBB Trier und die Walter Tigers Tübingen beim 100:102 nach zweimaliger Verlängerung einen harten Kampf.

Beide Mannschaften haben nun wie die BG 74 Göttingen, die überraschend bei den DB Skyliners Frankfurt 64:61 gewann, 6:4 Punkte auf dem Konto.

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