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Bambergs Gavel (l.) verbuchte in Spiel 4 null Punkte und einen Assist, Reese elf und vier © getty

Pascal Roller hat vor Final-Spiel 5 einen Frankfurter Vorteil und einen müden Bamberger ausgemacht. Stephan Baeck hält dagegen.

Von Michael Spandern

München - Die Brose Baskets Bamberg rüsten sich ein zweites Mal für die große Meister-Party, doch die nimmermüden Frankfurt Skyliners wittern vor dem entscheidenden Spiel 5 der Beko BBL-Finals in der "Frankenhölle" (ab 19.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) ihre Chance.

13 Spiele, drei mehr als die Bamberger, haben die Hessen bereits in den Knochen, doch wenige Momente nach dem erstaunlichen 69:59-Heimsieg am Dienstag redete Skyliners-Spielmacher Pascal Roller bei SPORT1 den Brose Baskets einen Kräfteverschleiß ein.

"Ich hatte das Gefühl, Bamberg ist ein bisschen müde", sagte Roller - und nahm ungefragt seinen Gegenspieler Anton Gavel nach dessen zweiter Nullnummer des Jahres (die erste verbuchte er in der Hauptrunde ebenfalls gegen Frankfurt) aufs Korn:

"Von Gavel kam nicht mehr so viel." Der Slowake zolle Tribut für seine äußerst aggressive Defense in den bisherigen Playoffs.

Die Schokoladenseite von Gavel und Suput?

SPORT1-Experte Stephan Baeck glaubt hingegen nicht, dass sonst zuverlässige Gavel noch einen schwarzen Abend hat: "Das war ein Ausreißer nach unten. Aber Anton ist ein großer Kämpfer, der zum Mond und zurück liefe, wenn das möglich wäre."

Auch Bambergs Power Forward Peja Suput, der in Spiel 4 mit fünf Ballverlusten, vier Fahrkarten bei fünf Freiwürfen und mangelnder Rückwärtsbewegung seinen Trainer Chris Fleming zum Rasen brachte, werde wieder seine gute Seite herauskehren, meint Baeck.

"Er war einfach unkonzentriert. Ich glaube gar nicht, dass Fleming noch mal mit ihm reden muss. Wenn's drauf ankommt, zeigt er seine größten Leistungen."

"Eine Kraftfrage, eine Willenssache"

Bei den Frankfurtern ist hingegen Center Dragan Labovic seit Spiel 2 in einem ganz tiefen Loch. "Ein großes Problem", findet Baeck, schließlich fehle den Skyliners dadurch taktische Flexibilität, und der am Dienstag so starke Derrick Allen müsse zeitweise in der Mitte aushelfen.

Auch gegen die Zonendeckung, die den Bambergern im Schlussviertel eine Aufholjagd von 14 auf zwei Punkte Rückstand ermöglichte, müssten sich die Hessen etwas einfallen lassen.

Doch alle Taktik steht für Roller hintenan: "Im letzten Spiel wird es eine Kraftfrage, eine Willenssache. Ich hoffe, dass wir hinten heraus mehr Luft haben."

Die Erfahrung aus Bremerhaven

Auch die Presseabteilung der Skyliners arbeitet am Mythos der ausgelaugten Bamberger. "Die Kontrahenten erinnern an Boxer, die in der zwölften Runde auf den Lucky Punch hoffen", heißt es in der Vorschau.

Dabei hatten die Brose Baskets eher Konzentrations- als Kraftprobleme, und Baeck hält daher auch die mentale Frische für entscheidend.

Für die Frankfurter spreche immerhin ihr steiniger Weg ins Finale: "Ich glaube, dass sie großes Vertrauen daraus schöpfen, wie sie bis hierhin gekommen sind - erst das 3:1 gegen ALBA, dann die Halbfinals gegen Bremerhaven, als sie auswärts das fünfte Spiel gewonnen haben."

"Vielleicht ist das zu unserem Vorteil, dass wir schon eine Fünf-Spiele-Serie hinter uns haben", pflichtet Roller dem bei. "Wir wissen, wie man sich auf ein letztes Spiel einstellt."

Statistik spricht für Bamberg

Das Orakel spricht allerdings gegen die Skyliners: In den bisherigen beiden Finalserien zwischen den beiden Klubs 2004 und 2005 hatte am Ende der mit dem Heimvorteil die Nase vorn.

"Ich bin froh, dass wir jetzt zu Hause spielen", sagte Bambergs Coach Fleming und fügt an: "Wir haben bei großen Spielen immer ein großes Kämpferherz gezeigt."

Innerhalb von zehn Minuten waren am Mittwochmorgen die rund 1000 Restkarten für den Showdown in "Freak City" vergriffen. Die restlichen Anhänger werden sich vor einer Großbildleinwand am Maxplatz versammeln, wo auch die Meister-Sause stattfinden würde.

Zweite Chance für das Meister-Plakat

Bereits am Dienstagabend sollten dort ausgelassen der dritte Meistercoup nach 2005 und 2007 sowie das erste Double der Vereinsgeschichte gefeiert werden.

3000 Fans hatten sich versammelt, im Sitzungssaal des Rathauses wartete das Plakat "Bamberg grüßt den Deutschen Meister" auf seinen Einsatz.

Doch sie hatten ihre Rechnung ohne die Skyliners und deren großes Kämpferherz gemacht.

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