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Meistercoach Chris Fleming wird von Karsten Tadda nicht verschont © getty

In Bamberg bleibt nach dem Titelgewinn gegen Frankfurt kein Auge trocken. Die Halle explodiert. Nur der Meistercoch bleibt ruhig.

Bamberg - Als in der selbsternannten Freak City nach der Meisterschaft der Brose Baskets Bamberg in der Beko BBL endgültig die "Frankenhölle" los war (251009Bilder), blieb Trainer Chris Fleming ganz ruhig.

Nur einmal sprang der Amerikaner über seinen Schatten und reckte Sekunden nach der Schlusssirene des 72:70-Thrillers gegen die Skyliners Frankfurt triumphierend die Faust in die Höhe.

"Ich bin stolz auf meine Jungs. Die zwei Titel sprechen für sich. Die Spieler können jetzt feiern, der Trainer ist einfach nur erleichtert", sagte Fleming. Sein Mitgefühl galt dem geschlagenen Gegner aus Frankfurt: "Ich habe schon mal ein Finale verloren. Ich weiß, wie sich das anfühlt."

Tränen in den Augen

In sich gekehrt und mit Tränen in den Augen stand der 40-Jährige nach dem entscheidenden fünften Play-off-Spiel in der Halle. Um ihn herum bespritzten sich Spieler, Betreuer und 6800 euphorische Fans gegenseitig mit Sekt und Weißbier, der Court wurde zur Partyzone.

Fleming führte die Baskets im zweiten Jahr seiner Amtszeit nach dem Pokal auch noch zur insgesamt dritten Meisterschaft. Der Druck schien immens gewesen zu sein, denn auf eine Feier hatte Fleming wenig Lust: "Ich will einfach nur meine Frau sehen und ein oder zwei Bier trinken."

Der allgemeinen Hochstimmung konnte sich Fleming allerdings nicht ganz entziehen. Bis zwei Uhr morgens blieb er bei der Meisterfeier auf dem Maxplatz, ehe er mit einer Stretchlimousine in die eigenen vier Wände chauffiert wurde. Die Spieler legten da erst richtig los.

"Das ist ein Traum"

Was die ihrem geschafften Trainer Stunden zuvor in der Halle geboten hatten, dürfte Fleming einige Jahre gekostet haben. Nach einem traumhaften Start führten die Baskets bereits mit 16 Punkten, ehe sie Frankfurt zurück ins Spiel ließen. Die letzten 34 Sekunden der insgesamt fünf Play-off-Spiele wurden zum wahren Herzschlagfinale.

Anton Gavel verwandelte einen Dreier zum 68:64, doch die Hessen steckten nicht auf. Beim Stand von 71:70 vergab Frankfurts Pascal Roller von der Freiwurflinie fünf Sekunden vor Schluss die Chance zum Ausgleich. Bambergs Jungstar Tibor Pleiß traf auf der Gegenseite einen seiner zwei Freiwürfe zum Endstand. "Das ist ein Traum und ein absolut geiles Gefühl. Ich habe hier gleich im ersten Jahr alles gewonnen", sagte der Center.

Pleiß auf dem Sprung in die NBA?

Künftig wird Bamberg auf die Dienste des 2,15-m-Hünen wohl verzichten müssen. Das 20 Jahre alte Ausnahmetalent will den Sprung in die NBA wagen. "Ich gehe davon aus, dass er gedraftet wird", sagte Fleming. Das sei zwar schlecht für Bamberg, aber er gönne es dem Spieler.

Die Frankfurter, die weiter auf ihren zweiten Meistertitel nach 2004 warten, waren nach der knappen Niederlage bitter enttäuscht. Besonders Unglücksrabe Roller war kaum zu trösten. "Wir haben einfach einige Fehler zu viel gemacht", sagte der mit 20 Punkten überragende Aufbauspieler.

Während die Skyliners Bamberg geknickt verließen, ging die Party in Franken erst richtig los. Am Freitag trug sich das Team ins Sportbuch der Stadt ein und präsentiert sich nach dem Public Viewing des Fußball-WM-Spiels Deutschland gegen Serbien den eigenen Fans auf dem Maxplatz.

Top-Scorer Gavel hatte bereits im Vorfeld angekündigt, das Double mehrere Tage lang zu feiern.

Das Spiel im Stenogramm:

Brose Baskets Bamberg - Frankfurt Skyliners 72:70 (32:27)

Beste Werfer: Gavel (16), Goldsberry (15), Suput (10), Pleiß (10) bei Bamberg - Roller (20), Doliboa (19), Reese (13), Allen (7) bei Frankfurt

Zuschauer: 6800 (ausverkauft)

Playoff-Endstand: 3:2

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