Oldenburg lehrte 2009 Kontinuität, Bamberg triumphiert 2010 auch dank Nachjustierungen. Frankfurt wäre der schlechtere Meister.

Nachdem die ersten Vier der Hauptrunde gleich im Viertelfinale krachend gescheitert waren, hat sich der letzte Titelkandidat in der Beko BBL durchgesetzt.

Bambergs Triumph - wenngleich hauchdünn mit zwei Punkten im Final-Spiel 5 - kommt nicht von ungefähr.

Bereits beim Pokalsieg im Februar zeigte sich, dass die Franken auf allen Positionen doppelt gut besetzt sind.

Das allerdings erst, nachdem die Brose Baskets zunächst auf John Goldsberrys Verletzung und dann auf Pedrag Suputs nachlässige Spielweise reagierten und mit den Nationalspielern Anton Gavel und Mark Worthington exzellent nachjustierten.

Dafür war einerseits einiges Geld, andererseits aber auch Feingefühl nötig, um die Teamchemie nicht durch aufmüpfige Charaktere anzugreifen.

Brachte der Meister von 2009 aus Oldenburg der Liga bei, nicht nach einem mäßigen Jahr das Personal kräftig durchzumischen, lehrt Bambergs Double, was Mut und Geschick bei den Nachverpflichtungen bewirken.

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ALBA Berlin fehlte das Gespür, sodass der Ligakrösus beim Viertelfinal-Aus ohne schlagkräftige zweite Fünf und ohne den nötigen Zusammenhalt dastand.

Und die Skyliners waren schlicht zu knauserig, um mehr Qualität als beim Backup-Center Dragan Labovic nachzukaufen. Stattdessen entließen sie im Februar Head Coach Murat Didin, der beharrlich einen Starspieler in der Mitte einforderte.

Immerhin: Der Trainerwechsel brachte einen der großen Skyliners-Gewinner zurück an den Main: Gordon Herbert, der mit Jimmy McKinney und Greg Jenkins zwei fast Aussortierte zu selbstbewussten Startern aufbaute und auch Dominik Bahiense de Mello aus dem Motivationstief holte.

Zu Frankfurts zweitem Held stieg in den Finals Pascal Roller auf, auch wenn er in Spiel 5 bei Freiwürfen den Ausgleich vergab. Der Ex-Nationalspieler war der beste Spieler der Serie und hätte auch als Vizemeister den Finals-MVP-Titel verdient gehabt.

Allein: Perspektivisch wäre Frankfurt für den deutschen Basketball der schlechtere Meister gewesen.

Der Verzicht auf die angebotene EuroChallenge-Wildcard 2009 belegt, dass die europäischen Wettbewerbe mehr Last als Lust für die Skyliners sind.

Die Bamberger hingegen hingen sich in den vergangenen beiden Jahren im Eurocup rein - trotz Durststrecken und Kampf um die Playoff-Plätze in der Bundesliga.

Man darf sich freuen, dass mit Tibor Pleiß ein deutscher NBA-Profi in spe nun in der Euroleague den nächsten Entwicklungsschritt setzen kann.

Den kann auch Trainer Chris Fleming tun, mit dem die Brose Baskets die nötige Geduld hatten. Im zweiten Jahr nach Dirk Bauermann hat der 40-Jährige endgültig seine Klasse bewiesen.

Und auch "Freak City", neben Berlin die Basketball-Hochburg Deutschlands, hat den Titel verdient. Frankfurts Publikum hingegen konnte noch nicht mal in den Halbfinals die Ballsporthalle füllen.

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