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Steffen Hamann holte 2007 mit Bamberg den deutschen Meistertitel © getty

Nach der Vertragsauflösung lassen Hamann und ALBA kein gutes Haar aneinander. Der Nationalspieler attackiert Trainer Pavicevic.

Von Andreas Kloo

München - Offiziell handelte es sich bei ALBA's Vertragsauflösung mit Steffen Hamann um eine einvernehmliche Trennung.

"Wir haben das Sportliche zusammen mit Steffen analysiert und sind dann zum Entschluss gekommen, den Vertrag einvernehmlich aufzulösen", erklärte Teammanager Mithat Demirel in einer Pressemittelung der Berliner.

Hamann stellt die Vorgänge ganz anders dar.

In der "Berliner Morgenpost" berichtet er von einem Monolog von Trainer Luka Pavicevic, in dem er mitteilte, "dass er nächste Saison nicht mehr mit mir zusammenarbeiten möchte. Von "einvernehmlich" kann also keine Rede sein.

Hamann attackiert Pavicevic

Ganz im Gegenteil, Hamann wirft dem Verein schlechten Stil vor.

Vor allem gegen Pavicevic erhebt Hamann schwere Vorwürfe. Der habe ihm zunächst noch das Vertrauen ausgesprochen. "Er hat mir gesagt, dass er fest mit mir plant und die neue Mannschaft um mich herum aufbauen will."

Umso überraschender kam für den 29-Jährigen dann die Trennung. "Ich konnte es einfach nicht glauben, habe auch ein paar Tage gebraucht, es zu verarbeiten, und ich bin immer noch menschlich enttäuscht von Pavicevic", schildert Hamann seine Gefühlslage.

Baldi sieht mangelnde Selbsteinschätzung

Berlins Manager Marco Baldi konterte Hamanns Aussagen umgehend. Er sieht das Problem beim Spieler selbst: "Steffen unterstreicht mit seinen Aussagen in erster Linie, wo sein eigenes Problem liegt", sagte Baldi der BZ: "Er hat eine Menge Klischees bedient und Dinge behauptet, die nicht stimmen."

Laut Baldi habe Hamann die Erwartungen des Klubs nicht erfüllt.

"Steffen hat Probleme, sich selbst realistisch einzuschätzen. Ein Spieler dieser Kategorie, also ein potenzieller Leistungsträger des Klubs, hat auch Eigenverantwortung. Er muss den Willen haben, auch persönlich voranzukommen. Daran hat es leider gehapert."

Angebot der Bayern liegt vor

Spätestens nach dem frühen Playoff-Aus im Viertelfinale gegen die Skyliners hatten die ALBA-Verantwortlichen ihre zunächst positive Meinung von Hamann geändert und setzten keine großen Hoffnungen mehr in ihn.

Die hegt jetzt allerdings Dirk Bauermann und sein neuer Klub, der FC Bayern. Die Münchner haben Hamann ein Angebot für einen Ein-Jahres-Vertrag unterbreitet.

Berater Marko Pesic berichtet der "B.Z." aber auch von Angeboten aus Italien und Spanien. "Es wird keinen Schnellschuss in Bezug auf Steffens Zukunft geben", stellt der Berliner Ex-Profi klar.(DATENCENTER: Die Beko BBL).

ALBA holt Dragisevic

ALBA dagegen macht auf dem Transfermarkt weiter Nägel mit Köpfen. Die Berliner verpflichteten den Serben Tadija Dragisevic.

Der Power Forward wechselt von Virtus Rom an die Spree. 2008 war er von den Utah Jazz in der zweiten Runde gedraftet worden.

"Tadija ist einer der vielversprechenden jungen Spieler auf der Power-Forward-Position in Europa", vergibt Pavicevic Vorschusslorbeer.

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