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Marko Pesic wurde mit ALBA Berlin sechs Mal Deutscher Meister © getty

In der Kolumne "Klartext" erklärt Marko Pesic die Beko-BBL-Wechsel und erkennt ein neues Muster. Er lobt ein süddeutsches Team.

Die Beko-BBL-Kolumne "Klartext" erscheint unregelmäßig und greift ein aktuelles Thema auf. Den Auftakt macht Marko Pesic. Der ehemalige Nationalspieler und jetzige Geschäftsführer einer Spielerberater-Agentur in Berlin macht sich Gedanken über die Wechsel in der Off-Season.

Es ist ein interessanter Sommer - und er erinnert mich an die Zeit, in der es noch Ausländerbeschränkungen gab und man sich nicht hemmungslos in den USA bedienen konnte.

Durch die Anhebung der Positivquote reduziert sich, abhängig davon, ob ein Verein mit zehn, elf oder zwölf Spielern in eine Begegnung geht, die Zahl der einzusetzenden ausländischen Akteure.

Was zur Folge hatte, dass sich die Verantwortlichen bei der Auswahl ihrer Importe Zeit gelassen und sehr genau hingeschaut haben. Dabei verlassen sich Trainer und Manager nicht mehr ausschließlich auf Videos und Statistiken. Weiche Faktoren wie "Passt der Spieler menschlich in den Kader?" oder "Verfügt der Spieler über Liga-Kenntnisse?" gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Beko BBL lockt Spitzenkräfte

Dies erklärt auch, warum es so zahlreiche Wechsel innerhalb des Systems gegeben hat. Insgesamt zeigen die Transfers, dass sich die Liga auf einem sehr guten Weg befindet und dass deutsche Spieler eine immer größere Rolle spielen.

Letzteres lässt sich auch daran festmachen, dass die Vereine, die europäisch tätig und dementsprechend häufiger gefordert sind, zunächst Einheimische unter Vertrag genommen haben. Erst danach wurden die anderen Positionen mit ausländischen Akteuren besetzt.

Dass international erfahrene Top-Leute wie Marko Marinovic (ALBA Berlin, Anm. d, Red.), Oliver Stevic (Oldenburg) oder Tadija Dragicevic (ALBA), die vergangene Saison in Valencia, Belgrad und Rom für Furore gesorgt haben, den Weg in Beko BBL gefunden haben, unterstreicht den Stellenwert, den die deutsche Liga in Europa hat.

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Tübingen wird überraschen

Nicht von ungefähr hat Bamberg das Grundgerüst seiner Meister-Mannschaft beisammen gehalten. Lediglich Elton Brown und Mark Worthington haben den Klub verlassen. Ansonsten sind die Leistungsträger geblieben. Mal sehen, wohin die Kontinuität führen wird.

Gespannt bin ich zudem auf Braunschweig, das in Marcus Goree, Jason Cain und Kyle Visser über ein starkes und Beko-BBL-erfahrenes Frontcourt-Trio verfügt.

Interessant sind auch die Verpflichtungen, die Tübingen getätigt hat. Vor allem von Anatoli Kaschirow dürfen die Fans einiges erwarten.

Anatoli hat eine erstaunliche Entwicklung genommen und ist ein "klassischer Fünfer" der besten Kategorie. Ich hätte ihn, ehrlich gesagt, in der kommenden Saison eher im Ausland erwartet. Jetzt ist er in Tübingen und hat zudem noch Chris Oliver an seiner Seite. Keine Frage: Tübingen wird überraschen. Der Klub hat trotz begrenztem Budget erneut sehr gut gescoutet.

Die Moves der "Albatrosse"

Abschließend noch ein paar kurze Anmerkungen zu den "Albatrossen".

Die Moves, die Berlin gemacht hat, lassen eigentlich nur den Schluss zu, dass man einerseits Spieler haben möchte, die sich voll und ganz mit ALBA identifizieren, und andererseits in der entscheidenden Phase Standfestigkeit an den Tag legen.

Dass die Mannschaft, die über reichlich Routine verfügt, in erster Linie so zusammengestellt wurde, dass die Euroleague-Qualifikation geschafft wird, scheint mir nicht der elementare Grund zu sein.

Ausschlaggebend ist, dass die Neuen in das System passen - auch abseits des Spielfelds.

>> Die Kolumne "Klartext" ist eine Publikation der Beko BBL

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