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Mike Scott erzielte in der vorigen Saison in Ungarn im Schnitt 14,9 Punkte pro Spiel © getty

Mike Scott will "Göttingen stolz machen". Der BG-Zukauf schwärmt von Flugzeugen. Trotz Super-Sprungkraft sei er kein Shawn Kemp.

Von Björn-Lars Blank

Göttingen - Die nimmermüden Göttinger haben einen neuen Energizer.

Das Team von Trainer John Patrick, bekannt für seinen unnachgiebigen Tempobasketball in Angriff und Verteidigung, holte im September den Amerikaner Mike Scott und fuhr zum Saisonauftakt auch dank zehn Punkten und vier Rebounds des 24-Jährigen gleich einen eindrucksvollen 70:46-Sieg in Trier ein.

Im Interview spricht der Forward über seine basketball-verrückte Heimat, seine außergewöhnliche Sprungkraft und sein Faible für Flugzeuge.

SPORT1: Herr Scott, der erste Spieltag liegt hinter den Klubs. Inwiefern können Sie die Stärke der Beko BBL schon einschätzen?

Mike Scott: Es wird definitiv eine Herausforderung sein. Es ist ein großer Schritt nach oben - verglichen mit den bisherigen Ligen, in denen ich gespielt habe. Ich freue mich sehr darauf. Ich bin bereit und will dem Team helfen, die Stadt stolz zu machen.

SPORT1: Was hat Sie dazu bewogen, für Göttingen zu spielen?

Scott: John Patrick mich gefragt, ob ich Interesse daran hätte, in Deutschland zu spielen. Damals hatte es sich noch nicht ergeben. Dann kontaktierte er mich erneut in diesem Sommer. Jetzt bin ich sehr froh, hier zu sein.

SPORT1: Ihre bisherigen Profi-Stationen waren der BC Körmend in Ungarn und in der zweiten türkischen Liga. Am College haben Sie für Kent State gespielt. Was ist Ihnen am meisten in Erinnerung geblieben?

Scott: Es war eine großartige Erfahrung. Ich habe eine Menge großartiger Menschen kennengelernt und bin zweimal in das NCAA-Final-Turnier eingezogen.

SPORT1: Sie haben in Kent Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Wie kam es dazu?

Scott: Ganz einfach: Ich finde Flugzeuge einzigartig. Flugzeuge sind die großartigsten Erfindungen, die je gemacht wurden. Es ist doch unglaublich, das etwas, das sich normalerweise nicht bewegen kann, auf einmal so in die Luft aufsteigt.

SPORT1: Aufgrund Ihres Studienfachs hat Ihnen eine Lokalzeitung den Spitznamen "Raketenmann" verliehen. Wie gefällt Ihnen das?

Scott: Das ist ein prägnanter Name, und der geht absolut in Ordnung.

SPORT1: Zumal der Spitzname auch zu Ihrem Spielstil passt. Angeblich können Sie ihren Körperschwerpunkt aus dem Stand 103 Zentimeter nach oben katapultieren. Das sind Dimensionen eines Shawn Kemp oder eines Kobe Bryant?

Scott (lacht): Ich mag vielleicht so hoch springen wie sie, aber in der Luft sind sie dann doch wesentlich kreativer als ich.

SPORT1: Wie würden Sie denn Ihr Spiel am ehesten umschreiben?

Scott: Die Basis meines Spiels ist Energie. Egal, in welcher Art und Weise. In einem Spiel blocke ich zwei bis drei Würfe, im nächsten sammele ich zwölf Rebounds, im nächsten Spiel punkte ich dann mehr. Was auch immer das Team gerade benötigt, ich versuche genau dort anzusetzen.

SPORT1: Sie kommen aus dem basketball-verrückten US-Bundesstaat Indiana. Wie ist es, dort aufzuwachsen?

Scott: Oh, es gibt so viele Basketballspieler in Indianapolis. Viele davon spielen in der NBA oder in den internationalen Ligen. Es wird immer und überall Basketball gespielt. Als ich aufwuchs, gab es einen Court nicht mal fünf Minuten von meinem Elternhaus entfernt. Also spielte ich stets gegen die ganzen Streetball-Legenden der Stadt und stets gegen ältere Gegner. In der NBA sind die Pacers gerade nicht so gut unterwegs, aber das Spiel lebt auf den Straßen und in all den kleinen Ligen in der Stadt weiter.

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