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Zachery Peacock von den Lti Gießen 46ers ist bislang der Topscorer der Beko BBL © getty

Beim Hessenderby in Frankfurt setzt das Überraschungsteam auf den Liga-Topscorer. Bei den Skyliners kommt ein Ex-NBA-Profi zum Heimdebüt.

Von Jakob Gajdzik

München - Derbyzeit in Hessen. Am 8. Spieltag kommt es in der Beko BBL in der Frankfurter Ballsporthalle zwischen den Deutsche Bank Skyliners und den LTi Gießen 46ers überraschend zum Verfolgerduell (Sa., 18.30 Uhr LIVESCORES).

Dass es dabei um mehr als zwei Punkte geht, verdeutlicht die Tabellenkonstellation: Es spielt der Zweite gegen den Dritten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Brose Baskets Bamberg ziehen auf Platz Eins einsam ihre Kreise, dahinter will sich einer der hessischen Vereine an die Fersen des Double-Gewinners heften.

Skyliners-Coach Gordon Herbert jedenfalls ist vor den 46ers gewarnt. "Wenn man sich die Platzierungen der letzten und der aktuellen Spielzeiten anschaut, dann ist das Gießener Team die Überraschungsmannschaft der Saison", sagte der 51-Jährige.

Peacock und Brooks ragen heraus

In der Tat, die Platzierungen der vergangenen Jahre (14., 17., 16.) ließen eine so hohe Platzierung nicht erwarten. Nur das Punkteverhältnis trennt Giessen, das am Freitag den ausgelaufenen Vetrag mit Combo-Guard Tyler Kepkay bis Mitte Januar 2011 verlängerte, vom großen Nachbarn Frankfurt.

Überragend bei den Gießenern sind bislang zwei Zugänge aus der NCAA. Power Forward Zachary Peacock, von Georgia Tech gekommen, ist mit 17,1 Punkten im Schnitt bisher der Topscorer der Beko BBL, liegt zudem mit 6,7 Rebounds pro Partie ebenfalls in den Top Ten.

Auch Flügelspieler Ryan Brooks (zuletzt Temple University) spielt bisher mit einem Punkteschnitt von 15,7 eine klasse Saison. Beide bestätigten ihre Leistungen beim letzten Spiel gegen die Gloria Giants Düsseldorf (94:89) mit jeweils 18 Punkten.

Vier Skyliners-Siege in Folge

Es wird spannend zu sehen, wie die starke Frankfurter Verteidigung, welche die wenigsten Punkte in der Beko BBL zulässt, mit den Korbjägern des Gegners zurechtkommt.

Diese flößt auch 46er-Trainer Vladimir Bogojevic Respekt ein: "Frankfurt ist trotz der Umstrukturierungen in den zurückliegenden Wochen sehr stabil. Wir treffen auf eine Mannschaft, die sehr gut und diszipliniert verteidigt. Wir müssen unser Herz in die Hand nehmen, den Kampf annehmen, wenn wir gegen sie eine Chance haben wollen."

Die Skylinerns rollen momentan mit einem Lauf durch die Liga. Der 70:58-Sieg bei der BG Göttingen war der vierte Frankfurter Erfolg in Serie.

Die Mannschaft ist nach der Vizemeisterschaft des Vorjahres und dem großen Umbruch hungrig auf mehr.

Woods spricht schon vom Titel

Der auffälligste Spieler in ihren Reihen ist der amerikanische Spielmacher DaShaun Wood, dessen Vertrag Ende Oktober bis zum Saisonende verlängert wurde. Gegen Göttingen glänzte er zuletzt mit 18 Punkten, fünf Rebounds und vier Assists.

Mit seinen Ambitionen hält der 25-Jährige auch nicht lange hintern Berg: "Unser Ziel ist der Titel", sagte er der "Frankfurter Neuen Presse".

Heim-Debüt für Powell

Roger Powell brauchte am Mittwoch in seinem zweiten Spiel für die Skyliners nicht mal 25 Minuten für seine 18 Punkte.

Der 27-jährige US-Amerikaner ist der spektakulärste Transfer-Coup des Vizemeisters, der die Reihe von Kurzzeit-Verträgen fortsetzt.

Der Small Forward, der 2006 drei NBA-Spiele für die Utah Jazz bestritt und dieses Jahr noch in der Preseason für die Chicago Bulls auflief, ist erst mal nur bis Januar gebunden und feiert am Samstag sein Heim-Debüt.

Statistik spricht für Frankfurt

Statistisch gesehen gehen die Skyliners als Favorit ins Spiel. Von den bislang 22 Aufeinandertreffen konnten die Basketballer aus der Main-Metropole 16 für sich entscheiden.

Doch die starke Form beider hessischen Rivalen lässt, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, auf ein Spiel auf Augenhöhe schließen.

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