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Nic Wise hat in der BBL einen Punkteschnitt von 8,3 pro Spiel © imago

Bonn hat vor dem Spiel gegen Oldenburg Probleme im Backcourt. Dafür kehrt ein Riese zurück. Im Wolfsbau werden Wunden geleckt.

Von Marcus Giebel

München - Vom Glück sind die Telekom Baskets Bonn in dieser Saison nicht gerade gesegnet.

Kaum ist Tim Ohlbrecht nach seiner Daumenverletzung in die Rotation zurückgekehrt, muss Coach Michael Koch den nächsten Ausfall verkraften. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Beim 75:81 zum Eurochallenge-Auftakt gegen BK Prostejov knickte Spielmacher Nic Wise um und wird das Heimspiel in der Beko BBL gegen die EWE Baskets Oldenburg (Sa., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) mit einer Bänderdehnung wohl verpassen.

Koch: "Nase voll von Verletzungen"

Entsprechend angefressen ist Koch. "Ich habe die Nase voll davon, über Verletzungen zu sprechen", raunzte er den Journalisten entgegen.

Denn neben dem Zugang müssen die Bonner in der Neuauflage des BBL-Finals von 2009 weiterhin auch auf Vincent Yarbrough (Sehnenverletzung im Fuß) und Patrick Flomo (Kreuzbandriss) verzichten.

Gerade im Aufbau sieht es düster aus. Besonders bitter, da Gegner Oldenburg auf den kleinen Positionen stark besetzt ist.

Achtung vor Stevic, Campbell und Paulding

Louis Campbell (11,1 Punkte pro Partie) und Mindaugas Lukauskis (10,9) glänzen bei den "Donnervögeln". Campbell gehört zudem mit 3,9 Assists pro Spiel zu den zehn besten Vorbereitern der Liga.

Ihren besten Punktesammler haben die Niedersachsen am Brett, wo Center Oliver Stevic für 12,2 Zähler gut ist und nebenbei 7,7 Rebounds pro Spiel sammelt.

Für Koch gilt es aber, besonders auf Campbell und den schon seit 2007 in Oldenburg aktiven Rickey Paulding zu achten: "Sie kennen die Liga und besitzen viel individuelle Klasse, besonders da sie oftmals gemeinsam auf dem Flügel auflaufen."

Smeulders: "Oft zu hektisch"

Diese Waffen von Bonns Ex-Coach Predrag Krunic müssen die Gastgeber ausschalten, soll der Schritt in Richtung Playoff-Ränge endlich gelingen.

Zwei Siege mehr als die bislang viermal erfolgreichen Telekom Baskets haben die Oldenburger auf dem Konto - und sind als Sechster um sechs Ränge besser positioniert.

Zufriedenheit herrscht bei Oldenburgs Center Robin Smeulders dennoch nicht - zumal vier der vergangenen sechs Ligaspiele verloren gingen.

"Wir sind einige Male schlecht in die Spiele gestartet. Und dann versuchen wir zu oft, mit Einzelaktionen hektisch zu reagieren, anstatt auf ruhiges Teamplay zu setzen", kritisiert der 23-Jährige.

Ohlbrecht bringt "mehr Luft"

Auch Koch hat eine Schwäche der "Donnervögel" ausgemacht: den nahezu kompletten Kaderumbruch im Sommer.

"Durch die großen Umstrukturierungen läuft es bei Oldenburg aktuell auch nicht richtig rund", erinnert der Bonner Coach an das Kommen und Gehen vor der Saison.

Dass in seinem Team zumindest Ohlbrecht zurückgekommen ist, lässt Koch durchatmen: "Es ist wichtig, dass wir auf den großen Positionen jetzt wieder mehr Luft haben."

Die Rückkehr des DBB-Korbjägers soll nur der Anfang des Aufbruchs beim fünfmaligen Vizemeister sein.

[kaltura id="0_epddz7yl" class="full_size" title="Last Second Pleite f r Bamberg"]

Oranger Fuchsbau erwartet Meister

Der Abstand zur Spitze ist jedoch schon beträchtlich, denn auf Rang eins thronen die ungeschlagenen Brose Baskets.

Um den Vereins-Startrekord auszubauen, muss Bamberg die Hürde beim Mitteldeutschen BC (Sa., ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) nehmen.

Beim Unternehmen "elfter Sieg im elften Spiel" dürfte dem Titelverteidiger allerdings ganz orange vor Augen werden.

Bamberg angeknockt

Denn ein Sponsor des MBC verteilt für die Partie orangefarbene Shirts unter den Fans. Coach Björn Harmsen appelliert an "den sechsten Mann" auf den Rängen: "Wir brauchen jede Unterstützung, um Bamberg im Wolfsbau alles abzufordern."

Die Fehler vom 67:69 bei den zuvor noch sieglosen Gloria Giants Düsseldorf am vergangenen Sonntag sind intensiv aufgearbeitet worden - unter der Woche war Video-Studium angesagt.

Die Bamberger dürften gerade zur rechten Zeit kommen. Deren höchst unglückliche 67:68-Heimniederlage in der Euroleague gegen Virtus Rom spukt noch in den Köpfen herum.

Fleming: "Extrem unglückliche Situation"

"Die Situation ist extrem unglücklich, dass wir knapp 40 Stunden später auswärts antreten müssen. Alle warten darauf, dass wir jetzt stolpern werden", schimpft Coach Chris Fleming.

Die Frage wird sein, wer den jüngsten Schock besser verdaut hat. Denn nach dem Wundenlecken soll das nächste Erfolgserlebnis folgen.

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