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Kimmo Muurinen (M.) wechselte 2010 nach Frankfurt zu den Deutsche Bank Skyliners © imago

Die Muurinens leisten täglich den Spagat zwischen Leistungssport und Familienleben. Auch der Nachwuchs geht schon auf Korbjagd.

Von Thomas Nawrath

Frankfurt - "Basketball Family - Join the Passion" steht ganz oben auf der Website der Deutsche Bank Skyliners und gilt auch als Motto des Klubs.

Für den Power Forward Kimmo Muurinen und seine Familie gilt dieses Credo insbesondere.

Den kleinen Miikka scheint es wenig zu interessieren, dass seine Eltern Jenni und Kimmo Muurinen beide ins Gespräch verwickelt sind. "Patsch!", da streichelt die kleine Hand schon liebevoll im Gesicht von Papa Kimmo.

Mit aller Ruhe widmet sich der Basketballprofi vom deutschen Vizemeister Deutsche Bank Skyliners vor der Partie gegen Phoenix Hagen (Sa, ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) seinem Sohn, redet kurz auf Finnisch mit ihm und schon strahlt der Kleine über das ganze Gesicht.

Auch Miikka geht schon auf Korbjagd

Miikka schnappt sich den nächstliegenden Basketball und legt los mit Dribbeln und Werfen.

Wie ein Profi versenkt die drei Jahre alte finnische Nachwuchs-Hoffnung einen Ball nach dem anderen und kommentiert jeden Treffer mit lautstarkem Jubel.

"Das hat er sich bei den Großen abgeschaut", sagt Mutter Jenni, Bundesliga-Basketballerin bei den Rhein-Main Baskets: "Wenn Miikka mir oder Kimmo beim Training zuschaut, prägt er sich jedes Detail ein und macht es bei nächster Gelegenheit genau nach."

Der tägliche Spagat der Muurinens

Familienleben und Leistungssport, das ist der Spagat, den die Muurinens täglich zu leisten haben. Kimmo Muurinen spielt seit diesem Jahr im Team der Deutsche Bank Skyliners.

Als Kimmos Wechsel nach Frankfurt feststand, entschied Jenni nach längerer Baby-Pause auch wieder professionell Basketball zu spielen.

"Natürlich war ich zu Beginn ein wenig nervös, ich hatte ja zwei Jahre kaum gespielt", sagt Jenni.

Mittlerweile gehört sie zu den Leistungsträgerinnen ihrer Mannschaft.

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Schlaflose Nächte durch Miska

Einfach sei dieses Leben zwischen Trainingshalle und Kinderzimmer nicht immer, erzählt Kimmo.

Denn der vierte Muurinen im Bunde, Sohn Miska, ist gerade mal wenige Monate alt und bereitet seinen Eltern regelmäßig schlaflose Nächte.

"Der Kleine schreit ungefähr drei bis sechs Mal in der Nacht - aufstehen muss immer derjenige, der als Erster wach wird", sagt Kimmo mit einem Augenzwinkern.

Familie immer an erster Stelle

Aber auch am Tag bedarf es eines strengen Zeit-Managements, um Sport und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Um den jüngsten Sohn kümmere sich hin und wieder ein Kindermädchen, erzählt Jenni, aber der ältere spreche natürlich noch keine andere Sprache als Finnisch und ist daher am liebsten bei seinen Eltern.

"Und wenn sich doch mal etwas überschneidet, dann steht die Familie immer an erster Stelle", stellt Jenni klar.

Profi-Basketball und Familienleben

Und dennoch: Dass sie ihren Traum vom Profi-Basketball leben können und trotzdem nicht auf das gemeinsame Familienleben verzichten müssen, ist für die finnische Familie eigentlich unglaublich.

Im vergangenen Jahr spielte Kimmo Muurinen für Neapel in der italienischen Liga, Jenni blieb daheim in Finnland und kümmerte sich um die Kinder.

"Wir haben uns fast ein Jahr lang so gut wie gar nicht gesehen - das war keine angenehme Situation" erzählt Kimmo.

In der "Mäkelänrinne" hat alles angefangen

Kennengelernt haben sich Jenni und Kimmo über den Sport. Beide waren auf der Sportschule "Mäkelänrinne".

"Irgendwann haben wir dann begonnen, uns zu treffen. Als wir fertig mit der Schule waren, bin ich zum Militär gegangen und Jenni hat ihr Studium angefangen.

Dann waren wir beide erst einmal in die USA am College. Kurze Zeit später bin ich aber schon wieder zurück nach Finnland - es hat wirklich lange gedauert, bis wir endlich mal für längere Zeit zusammen waren", beschreibt Kimmo die ersten gemeinsamen Jahre.

Aber schon im Sommer könnte es wieder soweit sein, dass beide sich eine ganze Weile nicht sehen können, denn beide würden gerne wieder mit der finnischen Nationalmannschaft trainieren und spielen.

"Aber wenn es für mich nicht möglich sein wird, das mit meiner Familie unter einen Hut zu bringen, dann geht es eben nicht", erklärt Jenni

Zwischen Physiotherapie und Computerwissenschaften

Für die Zeit nach der Karriere soll aber erst mal Schluss sein mit Basketball, zumindest haben das die beiden so geplant. Jenni möchte in Finnland ihr Studium der Physiotherapie beenden und möglichst in diesem Bereich einen Job finden.

Kimmo dagegen spekuliert nach seinem Studium der Computerwissenschaften auf eine Arbeit im Bereich der Computerspiele-Industrie. Ob er selbst auch viel Zeit mit Computerspielen verbringe? "Oh ja, frag mal Jenni", grinst Kimmo, "oder nein, frag sie lieber nicht!"

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