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Hagens Local Hero Bernd Kruel wurde 2004 Deutscher Meister mit den Skyliners © imago

Nach dem Jones-Drama wollen Hagens Offensivkünstler gegen Frankfurt wieder jubeln - doch in der Mitte klafft eine Lücke.

Von Jakob Gajdzik

München - Die "Feuervögel" sind jäh abgestürzt. Nach nur einem Sieg in den jüngsten sechs Partien ist das Überraschungsteam Phoenix Hagen auf dem elften Platz gelandet.

Gegen den Tabellenzweiten Deutsche Bank Skyliners (Sa, ab 20 Uhr LIVE bei SPORT1) bleibt für die personalgeplagten Westfalen die Außenseiterrolle.

Phoenix-Coach Ingo Freyer sieht die Skyliners ganz klar in der Favoritenrolle, nicht zuletzt wegen ihren acht Siegen in den vergangenen neun Spielen.

"Die Skyliners haben einen Lauf, spielen bisher eine fantastische Saison und nutzen ihre Möglichkeiten optimal. Für uns wird sehr entscheidend sein, ob wir von Beginn an dagegenhalten können" sagte Freyer.

Baeck: "Nicht leicht zu spielen"

SPORT1-Experte Stephan Baeck sieht dennoch Probleme auf die Hessen zukommen: "Phoenix Hagen hat für seine Verhältnisse einen sensationellen Saisonstart hingelegt. Auch wenn sie in den letzten Spielen einen kleinen Hänger hatten: Hagen wird für Frankfurt nicht leicht zu spielen sein."

Die größten Sorgen hat Phoenix auf der Center-Position. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Edward Seward und dem Drama um die erneut ausgebrochene Nervensystem-Erkrankung von Nachfolger Jamie Jones, fehlt weiterhin ein adäquater Ersatz.

"Der Markt auf den großen Positionen ist leer. Es gibt aber einen Kandidaten, mit dem wir sprechen und den wir gerne testen würden", so Trainer Freyer.

Büchert als Ersatzmann?

Bereits im Probetraining war der ehemalige Bremerhavener Andreas Büchert, muss aber momentan wegen Knieproblemen pausieren.Gegen Frankfurt sollte er eigentlich erstmals im Kader stehen, nun muss er die Prognose des Arztes abwarten.

Ebenfalls fraglich sind zudem Guard David Bell wegen einer Fußverletzung und Forward Jacob Burtschi, der an Ellenbogenproblemen laboriert.

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Beste Offensive der Beko BBL

Die erneute Erkrankung von Jones könnte sich doppelt auf die Hagener auswirken.

"Die Spieler sind von dem Vorfall bestimmt geschockt, aber auf der anderen Seite kann es auch den Effekt haben, dass das Team noch mehr zusammenrückt" sagte Baeck SPORT1.

In der Offensive ist Phoenix ohnehin spitze. Bislang 1004 Punkte bedeutet einen Schnitt von 83,7 Punkten pro Spiel und somit die meisten aller Teams in der Liga. Die Offensive ist mit Mark Dorris, Quentin Pryor und Bell die Trumpfkarte der "Feuervögel".

Einziges Team über der 1000er-Grenze

"Hagen hat sehr viele Spieler die ein X-Faktor werden können, stoppst du den einen, dann übernimmt der andere", beschreibt Skyliners-Co-Trainer Klaus Perwas die Angriffsvariabilität des Gegners.

Berechtigte Sorgen, schließlich hat das Freyer-Team als bislang einzige Mannschaft die 1000er-Marke geknackt.

Duell Dorris gegen Wood

Beim Aufeinandertreffen der beiden Teams, kommt es zum Duell der beiden Aufbauspieler Mark Dorris auf Hagener Seite und Frankfurts DaShaun Wood. Dorris, der unter der Woche noch wegen einer Viruserkrankung fehlte, wird rechtzeitig vor der Partie mit dem Vize-Meister fit.

Wood ist mit 16,9 Punkten pro Partie der Topscorer der Beko-BBL, Dorris kommt auf einen Schnitt 14, 4. In der Assist-Statistik führt der Amerikaner der Skyliners mit 4,5 ebenfalls knapp vor seinem Hagener Landsmann (4,4). Nur bei den Steals kann Dorris (1,9) Wood überflügeln (1,3).

"Zwei der schnellsten Spieler der Liga"

"Da treffen zwei der schnellsten Spieler der Liga aufeinander. Mark Dorris ist unheimlich gut beim Fastbreak. Durch seine Geschwindigkeit hat er einen sehr starken Zug zum Korb. Das wird bestimmt ein interessantes Duell", blickt Perwas voraus.

Verzichten müssen die Gäste weiterhin auf die beiden Leistungsträger Roger Powell, der weiterhin wegen einer Knieverletzung fehlt, sowie A.J. Moye, welcher sich nach seinem Schlaganfall in der Reha befindet.

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