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Yassin Idbihi wechselte 2010 von den New York Phantoms Braunschweig nach Berlin © imago

Nach der Demontage durch die Brose Baskets steht beim einstigen Serienmeister nun alles in Frage - auch Trainer Pavicevic.

München - Einst war ALBA Berlin der gefürchtetste Gegner in deutschen Basketball-Hallen, doch bei der Suche nach der alten Dominanz erlebte der frühere deutsche Serienmeister eine bislang nicht für möglich gehaltene Demontage.

Beim 52:103 (31:51) am in der Nachholpartie des 10. Spieltags beim Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg (Video) kassierte der achtmalige Deutsche Meister die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte in der Beko BBL. (STENOGRAMME: Der 10. Spieltag).

Als "Schande von Bamberg" läuft die Angelegenheit auf dem Berliner Boulevard: "Bis auf die Unterhosen gerupft", sieht der seine einstigen Basketball-Helden: "Ach was, abgeschlachtet! Fast ohne Gegenwehr! Unfassbar!"

"Wir haben aufgegeben"

"Es ist nach so einem Spiel schwierig, eine Erklärung zu finden. Fakt ist, wir haben aufgegeben - das darf einer ALBA-Mannschaft nicht passieren", sagte Teammanager Mithat Demirel und kündigte eine "Analyse" und "Entscheidungen" an.

Ob davon auch der in die Kritik geratene Trainer Luka Pavicevic betroffen sein könnte, ließ er offen - schloss es also nicht aus.

"Wir haben das harte, physische Spiel der Bamberger nicht angenommen und hatten keine Antworten. Gegen dieses aggressive Spiel konnten wir nicht gegenhalten."

Offenbarungseid nach Führung

6:0 führten die Gäste zu Beginn der Begegnung, doch was dann folgte, war ein Offenbarungseid. Kein Aufbäumen, kein Kampf und am Ende nicht mal das Bemühen, die sich bereits zur Halbzeit abzeichnende Niederlage in Grenzen zu halten.

[kaltura id="0_yonv5lw2" class="full_size" title="Okulajas Analyse"]

"Da muss man sich wehren, und das haben wir heute nicht gemacht. Es sah so aus, als hätten einige schon früh nicht mehr an eine Wende geglaubt", kritiserte Demirel offen die Einstellung der Millionentruppe.

Erfolg nicht käuflich

Seit Jahren versuchen die Berliner, mit viel Geld ihre alte Vormachtstellung zurückzugewinnen. Mit einem geschätzten Etat von acht Millionen Euro ist der Verein der Krösus der Liga, doch seit 2004 sprang nur eine Meisterschaft heraus.

Den Respekt haben die Gegner längst abgelegt, die sich seit Jahren abzeichnende Wachablösung scheint wohl vollzogen.

"Ich denke, wie Bamberg heute aufgetreten ist, ist die Mannschaft in der Bundesliga nicht zu schlagen. Sicher wird mal ein Ausrutscher passieren, aber auf lange Sicht gesehen hat dieses Team wenig Konkurrenz in Deutschland", sagte Nationalspieler Steffen Hamann, zweimaliger Meister mit Bamberg und bis zur vergangenen Saison in Berlin unter Vertrag.

Bamberg das Maß aller Dinge in Deutschland

Und auch für den frühen ALBA-Star Ademola Okulaja, bei der historischen Pleite als SPORT1-Experte im Einsatz, ist mittlerweile Bamberg das Team in Deutschland, das es zu bezwingen gilt:

"Wenn die Bamberger so weitermachen, werden sie auf jeden Fall die Nummer eins in der regulären Saison sein."

Doch auch die Berliner haben in den vergangenen Jahren häufig erlebt, dass eben das beste Team der regulären Saison nicht unbedingt Meister wird.

Fast immer standen die Berliner vor den Playoffs auf Platz eins, außer 2008 im Finale gegen die Telekom Baskets Bonn reichte es nicht für den großen Wurf.

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