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Marco Baldi wurde von der ULEB 2009 als "bester Vereinsfunktionär" ausgezeichnet © imago

ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi spricht über das Bamberg-Debakel und dessen Konsequenzen. Er stellt sich vor Trainer Pavicevic.

Von Annette Bachert

München ? Es war eine "Schmach ohne Ende". So zumindest betitelt ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi die vernichtende 52:103- Niederlage der Hauptstädter gegen die Brose Baskets Bamberg in der Beko BBL. (Video)

Die von Teammanager Mithat Demirel direkt nach der Partie angekündigten "Entscheidungen" sind allerdings nicht gefallen. Noch nicht.

Im Gespräch mit SPORT1 bestätigte Geschäftsführer Baldi aber: "Wir werden natürlich Konsequenzen ziehen. Die Frage ist nur, ob wir das öffentlich tun."

"Wir haben einen hoch kompetenten Trainer"

Man will in Berlin zunächst im Stillen handeln, um "das Schiff als Team wieder in die Spur zu bringen. "Panik, geschweige denn Aktionismus" verbietet sich Baldi bei diesem Prozess: "Wir müssen nicht irgendwas tun, sondern versuchen das Richtige zu tun."

Deshalb stellt er sich auch vor Trainer Luka Pavicevic, der nach dem Berliner Untergang zwangsläufig in den Fokus geraten ist.

Er stärkt den Serben - Garantien gibt er ihm nicht: "Wir haben einen hoch kompetenten Trainer. Wir vertrauen ihm, zu diesem Zeitpunkt, mit aller Unterstützung und der ganzen Mannschaft. Aber wir wissen auch, dass Luka Pavicevic seit Jahren kritisch gesehen wird und polarisiert, auch bei uns im Klub."

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Schuldfrage bleibt ungeklärt

Kritik am Spielsystem lässt der Geschäftsführer nicht gelten. Es fehle zwar an Stabilität, um die müsse man bei einer neuen Mannschaft aber immer kämpfen.

Dennoch fordert Baldi vom Trainer und allen Beteiligten: "Wir müssen ein System entwickeln, das Stabilität bringt."

Überhaupt wird die Schuld an diesem Negativ-Trend bei den Hauptstädtern gleichmäßig über alle denkbaren Parteien gestreut: "Jeder hat Schuld an dieser Lage. Aber wir fangen jetzt nicht an, diese in Prozentzahlen auf Spieler, Trainer und auch mich zu verteilen", so Baldi.

Die Zeit drängt

Es klingt alles sehr diplomatisch bei ALBA, doch "Friede, Freude, Eierkuchen" ist laut Baldi nicht angesagt.

Klar ist aber, dass es beim einstigen Abomeister so nicht weitergehen kann.

Das graue Mittelmaß droht und dann tatsächlich auch sichtbare Konsequenzen. Wenn die Maßnahmen, die man in der Öffentlichkeit wohl aber nicht zu sehen bekommen wird, nicht greifen, werde man Konsequenzen ziehen, kündigt Baldi an, "auch auf Spielerpositionen und sonst irgendwo. Ewig haben wir nicht Zeit."

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