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Tibor Pleiß war 2010 Rookie of the year der Beko BBL © getty

Ausgerechnet gegen Schlusslicht Düsseldorf reißt die Siegesserie von Spitzenreiter Bamberg. Fleming kritisiert den Nachwuchs.

Düsseldorf/München -Selbst eine gut geölte Maschine kann ins Stocken geraten, mit einem Totalschaden muss aber nicht gerechnet werden.

Drei Monate lang sind die Brose Baskets aus Bamberg von Sieg zu Sieg geeilt, haben die Bundesliga dominiert wie kaum ein anderes Team zuvor und dabei einen zehn Jahre alten Rekord gejagt.

Jetzt sind die Überflieger aus Franken hart gelandet.

Mit einer 69:72 (40:38)-Blamage bei Schlusslicht Giants Düsseldorf endete die Erfolgsserie der Bamberger, nach 17 Siegen ist der Alleingang vorbei. (STENOGRAMME: Der 2. Spieltag)

"Verdienter Sieg für Düsseldorf"

"Es war ein absolut verdienter Sieg, Düsseldorf war besser", musste Trainer Chris Fleming nach dem überraschenden Fehltritt seiner Mannschaft zähneknirschend anerkennen.

Der Schuss vor den Bug hatte gesessen. (STENOGRAMME: Der 2. Spieltag)

Der Amerikaner war zwar schwer enttäuscht, wusste dabei aber auch, dass das Ende der Siegesserie deutlich teurer hätte ausfallen können. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Denn schlimmer als die Niederlage beim Kellerkind wären Punktverluste gegen einen Verfolger aus der Spitzengruppe gewesen. Zumindest rechnerisch.

Alba Berlins Startrekord verpasst

Vielleicht ist Fleming sogar ganz froh darüber, dass das Gerede von der Serie jetzt vorbei ist und ALBA Berlin seinen Startrekord aus der Saison 2000/01 mit 24 aufeinanderfolgenden Siegen behalten darf.

"Es ist egal, ob wir 17 Spiele gewonnen haben, es ist egal, wie viele Titel wir 2010 gewonnen haben. Wir müssen endlich lernen, konzentriert zu verteidigen", sagte Fleming.

Er kritisierte in erster Linie den Nachwuchs: "Unsere jungen Spieler genießen ein sehr gutes Basketball-Programm in Bamberg. Aber dies muss auch eine Verpflichtung für sie sein, uns auf dem Feld mehr zu helfen."

"Bamberg ist das beste BBL-Team"

Für Fleming war es ein fast vergessenes Gefühl, eine Bundesliga-Niederlage zu kommentieren.

Sein Gegenüber Murat Didin war in einer ähnlich ungewohnten Lage. Erst zum dritten Mal ging sein Team in der aktuellen Spielzeit als Sieger vom Parkett, und das auch noch gegen ein Spitzenteam.

"Wir haben gesagt, dass wir einfach guten Basketball spielen wollen", sagte Didin. "Als es zur Halbzeit 38:40 stand, haben wir uns gesagt: Es ist möglich."

Nach dem Coup ließ es sich Didin nicht nehmen, noch einmal die Ausnahmestellung des Gegners zu betonen und damit die eigene Leistung besonders zu würdigen.

"Bamberg ist die Lokomotive des deutschen Basketballs, ohne Frage das beste Team in der BBL. Wir haben uns mit viel Respekt vor den Brose Baskets vorbereitet", erklärte der 55-Jährige.

Goldsberry gegen Ulm wieder dabei

Bei seinen Giants glänzten Steven Wright und DeAndre Haynes mit jeweils 18 Punkten. Kyle Hines war mit zwölf Zählern bester Werfer der Gäste, die in der Tabelle mit 34:2 Punkten weiter souverän führen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dahinter folgen die Frankfurt Skyliners (24:8) und Alba Berlin (22:10), das den Mitteldeutschen BC am Mittwoch mit 75:60 (41:25) schlug und einen Tag später die Verpflichtung von Rückkehrer Heiko Schaffartzik bekannt gab.

Für Bamberg geht es am Sonntag in Ulm weiter, dann ist auch John Goldsberry wieder dabei. Der Aufbauspieler hatte bei der Pleite in Düsseldorf gefehlt, weil er nach einem Kopfstoß gesperrt worden war.

Vielleicht springt die Maschine mit dem Amerikaner wieder an.

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